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Projekt mit dubiosem Berater: Jan Ullrich und Gerd K. wollen offenbar Sucht-Stiftung gründen – Kritik von Bruder Thomas

Jan Ullrich und sein umstrittener Berater Gerd K. planen einem Bericht zufolge die Gründung einer Stiftung für Suchtkranke. Ein Bruder des Ex-Tour-Siegers hat dafür kein Verständnis und sieht die Verbindung zu dem dubiosen Geschäftsmann sehr kritisch. 

Jan Ullrich

Seit seiner inzwischen beendeten Therapie in der Betty-Ford-Entzugsklinik in Bad Brückenau ist es ruhig geworden um Jan Ullrich. Hatte das einstige Radsportidol in den Wochen zuvor fast täglich neue Negativschlagzeilen produziert, dringen schon länger kaum Neuigkeiten zu seinem Zustand an die Öffentlichkeit. Nun wurde bekannt, dass der 44-Jährige offenbar bereits Pläne für seine Zukunft geschmiedet hat. Dies zumindest behauptet Ullrichs neuer Berater Gerd K. gegenüber der "Sport Bild". Demnach wollen Ullrich und der umstrittene Geschäftsmann gemeinsam eine Stiftung für Suchtkranke und soziale Projekte gründen.

Laut K. soll der Ex-Profi bei der Stiftung angestellt sein und so einen geregelten Tagesablauf haben. Er hoffe, "dass diese Krise zum Wendepunkt im Leben von Jan Ullrich wird", so der Unternehmer im Bericht. "Er ist im Grunde ein herzensguter Mensch und hat großes Entwicklungspotenzial. Die Stiftung kann eine Aufgabe für ihn werden."

Thomas Ullrich kritisiert Stiftungspläne und Gerd K.

Kritik an den angeblichen Plänen kam umgehend von Ullrichs jüngerem Bruder Thomas. Auf Facebook fragte der 40-Jährige an Gerd K. gerichtet, ob es vielleicht nicht besser sei, wenn sein Bruder Jan erst einmal genese, ehe er eine Stiftung für Suchtkranke aufmache. In dem am Dienstag veröffentlichten Posting macht Thomas Ullrich zudem keinen Hehl daraus, dass er von Gerd K. und dessen vermeintlichen Einfluss auf seinen Bruder wenig hält. So hinterfragt er vor allem K.s angebliches Versprechen kritisch, wonach der Unternehmer die auf einen Wert von mehr als zwei Millionen Euro geschätzte Schweizer Villa seines Bruders verkaufen und die Erlöse anschließend anlegen will, um daraus 6,2 Millionen zu machen. "Mal ehrlich, wer würde überhaupt noch arbeiten gehen, (...), wenn es ein ökonomisches, langfristiges System geben würde, welches in kürzester Zeit das Kapital verdreifacht - genau NIEMAND!", schreibt Thomas Ullrich, der am Ende des Postings betont, "nicht als Bruder oder als Fan" zu sprechen, "sondern einfach nur als Mensch, der gelernt hat, die Dinge zu hinterfragen!"

Gerd K. wird von früheren Weggefährten Jan Ullrichs als ein Grund genannt, weshalb der Ex-Tour-Sieger durch Drogen- und Alkoholkonsum zuletzt so tief abgerutscht ist. Ullrich sei K. "wie einem Sektenguru verfallen" und wirke durch ihn "wie fremdgesteuert", sagte Frank Wörndl, Ex-Ski-Weltmeister und langjähriger Freund von Jan Ullrich, dem stern Ende August. Ullrich soll den durch dubiose Weise mit Kryptowährungen reich gewordenen K. demnach erst 2017 kennengelernt haben.

Gerd K. gibt Ex-Umfeld Mitschuld an Jan Ullrichs Lage

Gerd K. wiederum, dem Jan Ullrich nach stern-Informationen eine Generalvollmacht über seine geschäftlichen Belangen ausgestellt hat, gibt den ehemaligen Umfeld eine Mitschuld an der Lage seines "Schützlings". "Die sogenannten guten alten Freunde haben im Gegensatz zu mir mit Jan so manche wilde Party gefeiert - auf Jans Kosten übrigens", wird K. zitiert. In 20 Jahren habe es jedoch niemand vollbracht, dem Ex-Sportler die Sinnhaftigkeit einer Therapie nahezubringen. Er habe dafür nur ein halbes Jahr gebraucht, zudem sei er es gewesen, der ihn in die Entzugsklinik gebracht habe. "Wenn es jemand außer mir früher und besser gekonnt hätte, würde ich es sehr begrüßt haben. Aber vor mir haben alle diesbezüglich versagt und sind gescheitert“, führt Gerd K. aus.

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