Leichtathletik-EM "Stallduell" zwischen Läuferinnen


Die 10.000 Meter haben die deutschen Damen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Göteborg hinter sich gebracht - und sich danach heftig gezofft. Trainer Uhlemann will vorerst nicht eingreifen.

Nach dem EM-Lauf von Göteborg herrscht dicke Luft zwischen den 10.000-m-Läuferinnen Sabrina Mockenhaupt aus Köln und der Wattenscheiderin Irina Mikitenko. DLV-Präsident Clemens Prokop will ausgleichen. "Ich will etwas Luft zwischen dem Lauf und dem Gespräch lassen. Ziel bleibt, dass wir als Team auftreten", sagte Prokop. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bestätigte, dass Irina Mikitenko nach dem 10.000m-Rennen am Montagabend bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg stinksauer war. Die nationale Langstrecken-Doppelmeisterin hatte im EM-Finale nach langer Führungsarbeit Rang neun hinter ihrer Konkurrentin belegt.

"Ich hätte gerne mit Sabrina zusammengearbeitet, wir hätten insgesamt zwanzig Sekunden schneller laufen können", sagte Mikitenko. Ihre Aufforderung zur Führungsarbeit war bei Mockenhaupt auf taube Ohren gestoßen. Sie konzentrierte sich darauf, das interne Duell für sich zu entscheiden, was ihr in der Endphase mit über vier Sekunden Vorsprung als Achte auch gelang.

Trainer Uhlemann: "Ich brauche beide."

Mockenhaupt musste sich schon bei den deutschen Meisterschaften vor zwei Jahren in Braunschweig einen ähnlichen Vorwurf von Mikitenko gefallen lassen und wies die Rolle des Sündenbocks zurück: "Sie hat sich zu Unrecht beschwert, mehr ging bei mir nicht. Irina wollte auf Zeit laufen, ich ein Meisterschaftsrennen. Sie hatte eindeutig mehr drauf als ich."

DLV-Diziplintrainer Detlef Uhlemann hatte die EM-Zweite im Cross während des Laufes ebenfalls zur Mitarbeit aufgefordert. "Ich hätte mir gewünscht, dass sie sich abgewechselt und gegenseitig geholfen hätten", betonte er und hofft, dass die dicke Luft zwischen seinen Spitzenläuferinnen bald wieder verraucht ist: "Ich brauche beide." Eike Emrich, Vizepräsident Leistungssport im DLV, hielt sich in seiner Beurteilung zurück. "Wenn wir eingreifen würden, hätten wir viel zu tun."

Eine taktische Absprache hatte es vor dem Rennen nicht gegeben. Mockenhaupt gestand ein, dass sie das "Stallduell" gewinnen wollte. "Ich bin jung, habe schnelle Beine. Mir hat das heute Spaß gemacht, ich brauche mich nicht zu verstecken. Ich bin vor allem glücklich, dass ich nach meiner Verletzung im Winter wieder so gut laufe, denn mir fehlen drei Monate Training", stellte sie fest.

DPA DPA

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