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Schmiergeldaffäre: Jürgen Emig zum zweiten Mal verhaftet

Jürgen Emig, früherer Sportchef des Hessischen Rundfunks, ist wegen Korruptionsvorwürfe erneut verhaftet worden. Er war erst am Freitag aus der U-Haft entlassen worden.

Der frühere HR-Sportchef Jürgen Emig ist drei Tage nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft erneut festgenommen worden. Wie das Amtsgericht Frankfurt am Dienstag mitteilte, gab eine Richterin am Montagabend der Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Aufhebung des Haftbefehls statt. Sie erließ erneut Haftbefehl und erweiterte diesen auf Antrag der Staatsanwaltschaft um den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Dabei geht es um zwei neue Vorwürfe, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Bechtel, mitteilte, und zwar um einen weiteren Fall des Verdachts gewerbsmäßiger Bestechlichkeit und einen Fall von Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die Ermittlungsbehörde hatte die am Freitag von einem Amtsrichter angeordnete Aufhebung des Haftbefehls beanstandet, weil nach ihrer Ansicht weiterhin Verdunkelungsgefahr besteht. Emig wurde am Montag gegen 20.15 Uhr zu Hause festgenommen. Der Haftbefehl sollte ihm am Dienstagnachmittag verkündet werden.

Wie Bechtel erklärte, kommt eine Beschwerde gegen Aufhebung eines Haftbefehls in der Regel vor die Beschwerdekammer des Landgerichts. Im Fall Emig jedoch traf eine Amtsrichterin eine so genannte Abhilfeentscheidung nach Paragraf 306, Absatz 2 der Strafprozessordnung: "Erachtet das Gericht oder der Vorsitzende, dessen Entscheidung angefochten wird, die Beschwerde für begründet, so haben sie ihr abzuhelfen." Am 28. Juni war Emig erstmals in Untersuchungshaft gekommen.

Emig soll gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Harald Frahm von Sportveranstaltern Geld als Gegenleistung für Fernsehberichterstattungen des HR angenommen haben. Die neuen Vorwürfe basieren nach Angaben der Staatsanwaltschaft zum Teil auf Aussagen Frahms. Emig hatte seinerseits bei seinem Teilgeständnis am 13. Juli Frahm beschuldigt, der daraufhin ebenfalls in Untersuchungshaft genommen wurde.

Verdacht gegen Mohren schon seit Jahren

Unterdessen wurden in der Schmiergeldaffäre um den entlassenen Fernseh-Sportchef des MDR, Wilfried Mohren, neue Vorwürfe gegen den MDR bekannt. Die "Berliner Morgenpost" und "Die Welt" berichteten, ihnen liege ein Schreiben des ehemaligen MDR-Verwaltungsdirektors Rolf Markner aus dem Jahr 2000 vor. In dem Brief an die MDR-Werbetochter bitte er um Aufklärung, ob die Gefahr bestehe, dass Sportredakteure beziehungsweise Sportchefs der einzelnen ARD-Anstalten sich nach der Devise "Eine Hand wäscht die andere" gegenseitig über den Abschluss von Sponsoringverträgen zusätzliche Einnahmen verschafften. Der Sprecher des MDR, Eric Markuse, bestätigte laut "Berliner Morgenpost", dass damals ein leitender Mitarbeiter des Senders Verdacht geschöpft habe. Warum das nicht an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden sei, könne man nicht erklären.

Den Berichten zufolge waren Markner Rechnungen im Zusammenhang mit der von Mohren verantworteten Sendung "Sport im Osten" aufgefallen. Ausgestellt seien diese von der Firma "A Killi Production". Markner habe bei Recherchen im Internet herausgefunden, dass die Ehefrau von ARD-Sportreporter Jürgen Emig, Atlanta Killinger, Geschäftsführerin des Unternehmens sei. Die Ermittlungen gegen Mohren waren durch den Fall Emig ins Rollen gekommen.

AP / AP

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