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Tennis: Sieben Prophezeiungen für das Tennis-Jahr 2012

Die einen suchen in Tierkadavern, die anderen auf den Böden von Schnapsflaschen nach Anzeichen eines drohenden Weltuntergangs. Wir bleiben lieber sportlich und kratzen aus dem Bodensatz unserer Kaffeemaschine Erkenntnisse über die Saison von Wozniacki, Petkovic, Djokovic und Co. hervor.

2012 ist das Jahr der düsteren Prophezeiungen. Nostradamus hatte schon vor einigen Jahrhunderten das Ende der Welt für dieses Jahr vorausgesehen, der Kalender der Maya endet am 21. Dezember diesen Jahres und seit wir beim zufälligen Blick auf unseren Redaktionskalender feststellen mussten, dass auch dieser tatsächlich nur noch bis 31.12. geht, glauben wir an unsere prophetische Gabe.

Daher haben wir mal im reichlich vorhandenen Kaffeesatz unserer Büromaschine gekratzt und erstaunliche Weissagungen für die Tennis-Saison 2012 zu Tage gefördert. Und das hält die möglicherweise letzte Spielzeit des weißen Sports in der Geschichte der Menschheit nach unseren Erkenntnissen für ihre Protagonisten bereit.

Übergewicht bremst Nadal
Nein, Rafael Nadal hat seinen Six- über Weihnachten nicht in einen One-Pack verwandelt. Der Spanier ist fit wie eh und je, nur sein Schläger ein paar Gramm schwerer. "Der Wechsel wird mir für die Zukunft helfen", ist Nadal laut 10sballs.com sicher, dass das neue Racket ihm die zuletzt etwas abhanden gekommene Länge in den Grundschlägen und Power beim Service wiederbringt, wegen der er 2011 dem Djoker in sechs Finals unterlag und selbst seit den French Open kein Turnier mehr gewann. Doch ein schwerer Schläger hat auch Umstellungen beim Schwung zur Folge. Daran wird sich Nadal erst gewöhnen müssen, was den Saisonstart sicher erschweren wird. Doch für ihn sind 2012 ohnehin erst die Monate zwischen Indian Wells und Olympia wirklich von Bedeutung.

Lendls Rasen-Allergie färbt auf Murray ab

Zum vierten Mal geht Andy Murray als Nummer vier der Welt in eine Saison. In der Weltspitze hat er sich etabliert, doch ein Grand Slam-Sieg (2011 ein Finale, dreimal Halbfinale) fehlt noch. Auch, weil er bisher den nötigen Biss und die richtige Siegermentalität vermissen ließ. Die will er jetzt von Ivan Lendl lernen. Der ehemalige Weltranglistenerste weiß, was es heißt, Enttäuschungen wegzustecken und Selbstvertrauen aufzubauen, gewann nach zunächst vier vergeblichen Anläufen acht Grand Slams. Als Spieler hatte er fast immer den richtigen Plan, nur in Wimbledon nicht. Zum Leidwesen der Briten, die seit Jahrzehnten auf einen einheimischen Sieger hoffen, dürfte er Murray daher hierbei nur wenig helfen können.

Wozniacki gleicht sich Rory nur sprachlich an
Caroline Wozniacki hat sich bei ihrem Freund, dem irischen Golfstar Rory McIlroy, trotz erst relativ kurzer Beziehung schon einiges abgeschaut. "Einige Leute haben mich darauf hingewiesen, dass ich langsam einen irischen Akzent bekomme“, twitterte die Dänin. Dabei hätte sie sich sicher lieber ein anderes Talent bei Rory abgeschaut: Caroline führt zwar seit 46 Wochen ununterbrochen die Weltrangliste an, ein Grand Slam fehlt ihr aber im Gegensatz zu Rory noch. Laut Kritikern wegen ihres zu defensiven Spiels, dem zu schwachen Aufschlag, der ihr gerade gegen die Schwergewichte der Szene zum Verhängnis wird, und auch wegen schlechter Terminplanung der Vielspielerin. Mit neuem Coach will sie die Probleme angehen, doch bis das Training greift, braucht sie Zeit.

Del Potro greift die Weltspitze an
Nach seinem überraschenden US Open-Sieg 2009, als er Roger Federer ein fast schon gewonnenes Finale noch entriss, galt Juan Martin Del Porto als der kommende Star. Doch Verletzungen ließen den Argentinier in der Weltrangliste bis auf Position 485 abrutschen. 2011 zeigte er ein großes Comeback und spielte sich wieder nach vorne und beendete das Jahr auf Position elf. Wenn er jetzt noch die Power hinter seinen Grundschlägen verbessert ist in diesem Jahr noch viel mehr drin. Sein Selbstvertrauen ist jedenfalls schon wieder ganz oben. "Meine Rücken- und Handgelenksprobleme sind Geschichte. Ich will mich wieder mit den größten Namen in unserem Sport messen“, erklärte er laut reuters. Djokovic, Nadal, Federer und Murray, zieht euch warm an.

Bei Petkovic macht es klick in Sachen Mode
Andrea Petkovic setzte 2011 zum kometenhaften Höhenflug an und tanzte sich mit ihrem Petko-Dance und ihrer frechen und unbekümmerten Art unter die Top Ten der Welt und steht damit an der Spitze der deutschen Tennis-Damen, die hoffentlich 2012 endgültig einen neuen Tennis-Boom auslösen können. Viel fehlt jedenfalls nicht zum großen Durchbruch. "Vielleicht muss es einfach einmal Klick machen", hofft Petkovic laut 1asport.de für 2012. Klick muss es bei ihr auch in punkto Modegeschmack machen. Denn das Kleid, das sie in der TV-Sendung Menschen 2011 präsentierte, war zwar ultrakurz, aber sowohl von Schnitt als auch Farbgebung eine Geschmacksverirrung. Begeistern konnten sich dafür nur die Kollegen von bild.de. Aber eher, weil sie sabbernd vor dem Monitor warteten, um einen eventuellen Höschenblitzer per Screenshot einzufangen. Den Gefallen tat Petko ihnen aber nicht.

Djokovic feiert seinen Career Slam
Ob Novak Djokovic sein Traumjahr 2011 mit zehn Turniersiegen, darunter drei Grand Slams und fünf der Major Serie, wird wiederholen können, ist fraglich. Zum einen hat er durch die Erfolge eine enorme Punktzahl in der Rangliste zu verteidigen, zum anderen wird er nach einem Jahr, in dem er mehr gespielt hat als jemals zuvor in seiner Karriere und gegen Ende Ermüdungserscheinungen hatte, sicherlich etwas kürzer treten. "Mein Körper sagte mir, es ist zuviel“, erklärte er espn.com. Trotzdem wird er auch 2012 eine Toprolle spielen und einige Turniere gewinnen – darunter auch die French Open. In Paris kann er seinen in der letzten Saison gestarteten Career Slam (alle Grand Slams mindestens einmal in der Laufbahn gewinnen) vollenden und Nadal nach den sechs Finalsiegen über den Spanier 2011 eine weitere Niederlage zufügen.

Serena hat ihre Nerven endlich im Griff
Wenn ihr ihre Gesundheit keinen Strich durch die Rechnung macht, muss man Serena Williams bei jedem Turnier zu den Siegkandidatinnen zählen, vor allem bei den Grand Slams. In der Vergangenheit machte ihr in ungeraden Jahren aber ihr Temperament einige Male einen Strich durch die Rechnung. 2009 hatte sie im US Open-Halbfinale gegen Clijsters eine Linienrichterin bei Matchball gegen sich wegen einer Fußfehlerentscheidung derart rüde und für den TV-Zuschauer hörbar beschimpft ("Ich schiebe dir diesen verf*** Ball in deinen besch*** Hals“), dass sie mit einem Strafpunkt belegt worden war und das Match verlor. 2011 legte sie sich im US Open-Finale mit der Stuhlschiedsrichterin an und verlor am Ende ebenfalls. Doch zum Glück – aus ihrer Sicht – ist 2012 ein gerades Jahr und damit dürften uns derart kindische Ausfälle von Serena erspart bleiben.

So mehr ließ sich unserem Kaffeesatz beim besten Willen nicht entlocken. Wir sind gespannt, ob unsere Maschine wenigstens brauchbare Vorhersagen treffen kann, an schmackhaftem Kaffee scheitert sie jedenfalls regelmäßig. Ende des Jahres stellen wir ihre und damit unsere Prognosen auf den Prüfstand und ziehen möglicherweise Konsequenzen – wenn die Welt wie wir sie kennen dann allen Unkenrufen der Mayas und Nostradamus zum Trotz tatsächlich noch existieren sollte.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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