Topspiel gegen Wolfsburg Bayerns Hoffnung heißt R&R


Der eine ist brandneu im Team, der andere wieder zurück: Mit Arjen Robben und Franck Ribéry will der FC Bayern am Samstag gegen Meister Wolfsburg den Katastrophenstart in der Bundesliga korrigieren. Die "Wölfe" zeigten sich aber unbeeindruckt.

Beim Abschlusstraining der Münchner vor der Revanche gegen Meister VfL Wolfsburg liefen die Bayern-Stars Arjen Robben und Franck Ribéry Seite an Seite auf - nun wollen sie nach dem schlechtesten Ligastart des Rekordmeisters seit 43 Jahren auch im Spiel für Aufbruchstimmung sorgen. Einen Tag vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams seit dem verheerenden 1:5 der Münchner im April in Wolfsburg begrüßte Coach Louis van Gaal seinen neuen Hoffnungsträger. "Ich bin topfit, habe eine gute Vorbereitung mit Real Madrid hinter mir und bin bereit zu spielen", bewarb sich Robben gleich für die erste Bewährungsprobe. Und Ribéry steht nach guten Trainingsleistungen in dieser Woche ebenfalls vor der Rückkehr in die zuletzt enttäuschende Bayern-Formation.

Wunschspieler Robben unterzeichnete nach bestandenem Medizin-Check am Freitag wie geplant den Vierjahresvertrag, der ihn bis zum 30. Juni 2013 an die Münchner bindet und Louis van Gaal ganz neue Taktikvarianten offeriert. "Mit Ribéry und Robben können wir verschiedene Systeme spielen", betonte der niederländische Trainer, der den 25 Jahre alten Neuzugang schon am Samstag gegen die "Wölfe" bringen könnte. "Er ist in guter Verfassung und hat in Madrid schon gespielt. Ich denke, dass es möglich ist, aber ich muss vorher mit ihm reden." Van Gaal kennt den Flügelflitzer bestens, schließlich beförderte er ihn zum U-20-Nationalspieler, obwohl Robben damals noch zu jung für diese Nachwuchs-Auswahl war.

Ribéry wohl nur als Joker

Kurz vor dem Training stellte sich Robben, der mit einem Lächeln im Gesicht die Arbeit beim neuen Club aufnahm, in Englisch in der Kabine bei seinen neuen Mitspielern vor. Manager Uli Hoeneß hofft auf einen Motivationsschub durch den knapp 25 Millionen Euro teuren Flügelflitzer. "Wenn man nur zwei Punkte nach drei Spielen hat, ist ein großer Druck da. Das wissen wir alle. Aber mit dem Publikum im Rücken werden wir eine ganz andere Bayern-Mannschaft sehen", versprach Hoeneß vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr).

Stolz verkündete der Manager, dass man durch die Verpflichtung von Robben eine "noch attraktivere Mannschaft habe". In den bisherigen drei Liga-Spielen blieb das Team aber den Nachweis an Klasse schuldig, vor allem bei der Pleite zuletzt in Mainz. "Ich glaube nicht, dass wir noch mal ein Spiel haben können oder werden wie die erste Halbzeit in Mainz. Das ist kaum zu toppen", befand Hoeneß, dessen Vorfreude auf Robben und Ribéry groß ist. "Franck und Arjen müssen das auf dem Platz bestätigen und das ist immer das Schwierigste", sagte van Gaal, der gegen den VfL aber anscheinend nicht mit Ribéry in der Startelf plant. "Franck hat sehr gut trainiert, viele Tage zweimal. Er ist vielleicht fit für 20, 30 Minuten oder mehr", meinte der Coach.

Grafites Traumtor als Motivationsschub

Beim Meister VfL Wolfsburg wollte man nicht zu sehr auf die Münchner und deren neuen Coup schauen, der Schätzungen zu Folge 24 bis 25 Millionen Euro gekostet hat. "Bayern München hat eine Top-Mannschaft - wir aber auch", sagte Trainer Armin Veh, dessen Spielern noch das 5:1 im Rückspiel der vergangenen Saison in bester Erinnerung ist. In München wollte van Gaal seinen Profis die Schmach, die der Anfang vom Ende der Amtszeit Jürgen Klinsmanns war, nicht noch einmal vorführen. "Letzte Saison zählt nicht mehr", meinte der Niederländer. Dagegen wollte Wolfsburgs Torschützenkönig Grafite sein Traumtor zum 5:1 "wahrscheinlich vor dem Spiel noch einmal anschauen. Es motiviert mich zusätzlich", sagte der brasilianische Stürmer.

Robben soll in der Offensive neuen Schwung bringen, die Schwächen in der Abwehrreihe waren im Transfer-Trubel zumindest am Freitag kein Thema an der Säbener Straße. Van Gaal schloss einen Tag vor dem Spiel gegen Wolfsburg jedoch einen Wechsel auf der Torwartposition nicht aus. Wie im Testspiel am Mittwoch bei Union Berlin könnte auch am Samstag wieder Jörg Butt anstelle von Michael Rensing das Gehäuse hüten. Man könne jeden Spieler austauschen. "Ich habe gesagt, dass ich auch den Torwart wechseln könnte, für mich ist der Torwart auch ein Spieler", sagte der Coach, der nicht mit weiteren Neuzugängen rechnet. "Vielleicht überrascht mich der Vorstand."

DPA DPA

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