Triathlon-WM Unger setzt sich Triathlon-Krone auf


Mit einem unglaublichen Schlussspurt hat sich Daniel Unger bei der Triathlon-Weltmeisterschaft in Hamburg die Goldmedaille gesichert. Mit lautstarker Unterstützung der Zuschauer setzte sich der Deutsche in einem packenden Zweikampf gegen den Spanier Javier Gomez durch.

Mit dem überraschenden Gewinn der Goldmedaille hat Daniel Unger die Heim-Weltmeisterschaft der Triathleten in Hamburg gekrönt und der Deutschen Triathlon Union (DTU) am Sonntag die erste Medaille seit 1995 beschert. Vor zwölf Jahren hatte Ralf Eggert (Schöneck) im mexikanischen Cancun Bronze gewonnen. Nach seinem unnachahmlichen Schlussspurt sank der Mengener völlig erschöpft zu Boden und ließ sich im Ziel von den mehr als 250.000 Zuschauern feiern. Unger benötigte für die olympische Distanz über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen 1:43:18 Stunden. Bei den Frauen sicherte sich am Samstag die Portugiesin Vanessa Fernandes (1:53:27) den Titel. Ricarda Lisk (Waiblingen) wurde Fünfte, Anja Dittmer (Neubrandenburg) Sechste.

"Das ist der größte Tag meines Lebens. Ich kann gar nicht beschreiben, was gerade in meinem Kopf vorgeht", sagte Unger nach seinem Erfolg. Mit einer fulminanten Energieleistung setzte sich der Europameisterschafts-Dritte im Schlussspurt gegen den spanischen Topfavoriten Javier Gomez durch und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere. "Als Gomez angetreten ist, habe ich plötzlich gemerkt, dass ich mithalten kann. Da wusste ich, dass ich es packen kann", sagte der gebürtige Ravensburger. Getragen von den Zuschauern ließ er den Weltcupführenden am Ende einfach stehen. "Die Zuschauer haben mindestens 50 Prozent Anteil an diesem Titel", sagte Unger, der noch vor drei Jahren die Olympischen Spiele in Athen wegen Pfeifferschem Drüsenfieber absagen musste.

Zweikampf m it dem Spanier Gomez

Zusammen mit dem Saarbrücker Jan Frodeno zählte Unger gleich nach dem Radfahren zur Spitzengruppe, die sich beim abschließenden Zehn-Kilometer-Lauf immer weiter verkleinerte. Zum Schluss blieben nur noch er und Gomez über. "Bei jedem anderen Weltcup hätte ich gegen ihn verloren. Aber nicht hier in Hamburg", sagte der neue Weltmeister, der mit vier Sekunden Vorsprung ins Ziel kam. Frodeno (+0:39) wurde am Ende Sechster und sicherte sich wie Unger das Ticket für die Olympischen Spiele in Peking 2008. Steffen Justus (Saarbrücken) kam als 25., Andreas Raelert (Rostock) als 27. ins Ziel. Maik Petzold (Bautzen) gab beim Laufen auf.

Bereits am Samstag hatten die deutschen Frauen nach Ansicht von DTU-Präsident Klaus Müller-Ott eine "unglaubliche Performance" abgeliefert, schwammen, radelten und liefen aber knapp an den Medaillenrängen vorbei. Dennoch war nach dem besten deutschen Frauen- Ergebnis in der WM-Geschichte für Enttäuschung kein Platz. "Das war das Rennen meines Lebens. Ich bin einfach nur glücklich und stolz, dass ich die Qualifikation für Peking geschafft habe", sagte Lisk, der am Ende 22 Sekunden zu einer Medaille gefehlt hatten. Auch Dittmer, für die es in der Hansestadt bereits die 14. (!) WM- Teilnahme war, strahlte. "Es ist toll, dass ich das Olympia-Ticket habe."

Olympia-Qualifiaktion noch nicht geschafft

Mitgefühl zeigten Lisk und Dittmer mit ihrer Teamkollegin Joelle Franzmann, die trotz eines hervorragenden Rennens die Teilnahme an den Olympischen Spielen noch nicht sicher hat. "Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht. Da wirst du Achte bei einer WM und stehst trotzdem mit leeren Händen da", sagte die 28-Jährige. Wie die vierte deutsche Starterin Christiane Pilz (Rostock), die in Hamburg am Ende Platz 26 belegte, hat Franzmann im kommenden Jahr aber noch die Gelegenheit, sich als dritte deutsche Triathletin für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. "Dann schaffe ich es eben dann", sagte die Schwimmspezialistin trotzig. Hinter Fernandes gewann Titelverteidigerin Emma Snowsill (Australien) Silber vor der Laura Bennett (USA).

Lars Reinefeld/DPA DPA

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