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"Porsche Drive Abo" Die Luxuskarossen von Porsche lassen sich jetzt mieten

Porsche im Abo
Bisher sind Abo-Modelle für Autos eine Nische. Aber das "Porsche Drive Abo" könnte genau zur richtigen Zeit starten.
© Getty Images
Die Sommermonate im Porsche-Cabrio? Eine Europareise im Luxus-SUV? Das soll jetzt möglich sein – ohne Verbindlichkeiten, ohne das große Geld auf dem Konto. Porsche startet ein Abo-Modell und hofft dabei vor allem auf junge Kunden.

Die neue Unverbindlichkeit erreicht die klassische Autobranche. Nachdem Carsharing-Angebote wie ShareNow und Cambio sich dauerhaft auf dem Markt etablieren konnten, will nun auch der Sportwagenhersteller Porsche seinen Kunden mehr Flexibilität bieten. Ein Abo-Modell im Stil von Netflix, Spotify und Co. soll besonders jüngere Fahrer ansprechen, die kein eigenes Auto besitzen wollen.

Mit dem "Porsche Drive Abo" können ab sofort junge Gebrauchtwagen und Leasingrückläufer aller Modellreihen der Stuttgarter für mindestens sechs Monate gemietet werden. Los geht's bei rund 1.400 Euro monatlich, inklusive sind 1.250 Freikilometer pro Monat sowie alle Kosten für Wartung, Verschleißteile und Versicherung.

Porsche will Abo-Trend für sich nutzen

Wie Alexander Pollich, Chef der Porsche Deutschland GmbH, gegenüber dem "Handelsblatt" erklärte, soll mit dem neuen Abo-Modell die Lücke zwischen der Kurzzeitvermietung und dem klassischen Leasing geschlossen werden. Die Idee klingt vielversprechend, und sie könnte in die richtige Zeit fallen. Experten vermuten, dass Abonnements den deutschen Neuwagenmarkt für Privatleute langfristig verändern. 

Ferdinand Dudenhöffer vom Duisburger CAR-Institut schätzt den Marktanteil von Auto-Abos bis 2030 auf bis zu 40 Prozent. Dabei könnten sie auch die immer noch beliebten Barzahlungen und Kreditfinanzierungen in den Hintergrund drängen. Leasing werde hingegen seine Bedeutung behalten, meint Dudenhöffer.

Aktuell spielen Abo-Modelle noch so gut wie keine Rolle, haben aber laut einer Studie großes Potenzial für bis zu eine Million Verträge pro Jahr. Der Kunde zahlt dabei eine monatliche Rate, die sämtliche Kosten außer dem Treibstoff abdeckt. Aus dem Firmenkundenbereich sind solche Verträge einschließlich Werkstattleistungen, Versicherung und Wertverlustschutz schon länger bekannt.

Studie: Auto-Abos kommen gut an

Bei einer Umfrage des CAR-Instituts gemeinsam mit dem Technologieanbieter IBM hätten 48 Prozent der 1.163 Teilnehmer von unerwarteten Kosten bei ihrem aktuellen Wagen berichtet. Dabei wurden verschleißbedingte Reparaturen am häufigsten genannt. Eine Mehrheit von 53 Prozent konnte sich vorstellen, das nächste Auto zu abonnieren. Bei einem Konditionenvergleich für ein konkretes Automodell von BMW entschieden sich 21 Prozent für das Abonnement, der Anteil der Barkäufer ging im Vergleich zu den aktuell gefahrenen Autos deutlich zurück.

In einer zweiten Umfrage wurden 726 Kunden des Abo-Anbieters Fleetpool befragt. Von diesen wollten 89 Prozent nach Ablauf des aktuellen Vertrags weiter im Abonnement bleiben, 93 Prozent zeigten sich zufrieden oder sehr zufrieden. Bei etwa jedem achten Vertrag fielen allerdings zum Ende zusätzliche Kosten an für Schäden am Fahrzeug und zu viel gefahrene Kilometer. Laut CAR-Institut gibt es aktuell Abo-Modelle mit Monatsraten ab 199 Euro für Kleinwagen.

Quellen:Handelsblatt, DPA

sve

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