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Bill Pultes Twitter-Offensive: Menschenfreund unter einer Bedingung: Millionär spendet 100.000$ an Bedürftige für mehr Follower

Manche Menschen spenden Geld und reden nicht darüber. Manche lassen irgendwo ihren Namen nennen, wenn sie spenden. Und der Amerikaner Bill Pulte, reicher Erbe und Geschäftsmann, macht seine Spenden zum Instrument, um mit seinem Namen viral zu gehen.

Bill Pulte auf einem Selfie bei Instagram

Bill Pulte, 31, will Social Media für gute Zwecke einsetzen – und Follower generieren

Bill Pulte, 31, hat im Gegensatz zu seinem gleichnamigen Großvater, dem Gründer der drittgrößten Wohnungsbaugesellschaft der USA, keinen eigenen Wikipedia-Eintrag. Doch nun will er bekannter werden. Im Sommerurlaub, so berichtete die "The Detroit News", hatte er einen Geistesblitz: Er beschloss, Geld zu spenden an Menschen, die es dringend brauchen. Die ihre Strom-, Gas- oder Wasserrechnungen nicht mehr zahlen können, denen das Geld für Essen oder die Miete fehlt oder die bei seinen Twitter-Spielchen teilnehmen, wo es gilt, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Im Juli war das zum Beispiel die konkrete Aufgabe für einen US-Veteran: Wenn ein Ex-Militär-Angehöriger es schaffen würde, von US-Präsident Donald Trump retweetet zu werden, würde Pulte ihm 30.000 Dollar zahlen. Trump retweetete am 10. Juli. Im August reichte es, seinen Tweet zu verbreiten und ihm zu folgen.

Pulte sammelte durch sein Twitter-Philanthropie genanntes Projekt bislang mehr als 680.000 Follower. Seine Follower hat er inzwischen zu seinen Teammates ernannt, die Bedürftigen helfen – egal welchen Alters, Geschlechts oder welcher Hautfarbe. Die Spenden reichen von einer Geburtstagstorte bis hin zu Bargeld oder etwa einem Auto. Die Bilanz der vergangenen Woche verkündete er am 31. August bei Twitter.

Der Zweck heiligt die Mittel – oder?

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" stellte Pulte vor sechs Jahren in seiner Liste der "30 unter 30" so vor: "Pultes Vermögen kommt von seinem Großvater, Gründer der Pulte Group, Amerikas größtem Bauträger. Doch als Gründer der Non-Profit-Organisation Detroit Blight Authority ist Pultes größtes Ziel, leerstehende Häuser abzureißen und so die Schandflecken der bankrotten Stadt beiseite zu räumen." Seinen beruflichen Werdegang beschreibt "Forbes" so: "Er schmiss seinen Abschluss in Journalismus, um Pulte Capital Partners zu leiten, eine Privatkapitalgesellschaft, die in Bauproduktfirmen investiert. Diese hat einen Umsatz von 30 Millionen Dollar und 200 Angestellte." Dort wird Pulte laut "Bloomberg" noch heute als CEO geführt.

Pulte will sich dem Social-Media-Hass entgegenstellen und die Technologie für gute Zwecke nutzen, zitiert ihn "Ladbible". "Wegen meines geschäftlichen Erfolgs, in Anbetracht meines jungen Alters, empfand ich es angemessen zu versuchen, Social Media für etwas Gutes einzusetzen." Pultes Aktion kann man verschieden einschätzen. Da er seine Spenden nur unter Menschen verteilt, die ihm folgen, haben sie ein gewisses Geschmäckle. Anderseits: Der Zweck heiligt die Mittel. Andere Unternehmer würden ihr Geld in Social-Media-Kampagnen investieren, und auf diese Weise Reichweite zu erzielen, hilft so manchem Menschen in Geldnot deutlich mehr.

Quellen: "The Detroit News", "Bloomberg", "Ladbible", "Forbes"

bal