VG-Wort Pixel

"Die Höhle der Löwen" Ein Energy-Drink ohne Zucker entfacht das Jagdfieber unter den Löwen

Flowkiss
Wasser mit Kick: Die "FH2OCUS"-Gründer Sonja Wüpping und Jan Oostendorp können die Löwen mit koffeinhaltigem Sprudelwasser überzeugen
© Bernd-Michael Maurer / TV Now
Wasser, das wach macht, und echte Löwen-Tränen im Studio: In der "Höhle der Löwen" schossen die Energiekurven und Emotionen hoch. Nur Carsten Maschmeyer kaute griesgrämig auf einem Stück Bio-Kaugummi.
Von Mark Stöhr

Wenn es für die Gründer in der "Höhle der Löwen" ungemütlich wird, hat das oft gar nichts mit dem Produkt zu tun – sondern mit ihrer Firmenbewertung. Vor allem Carsten Maschmeyer dividiert Sein und Schein schonungslos auseinander. Dann wird es heiß im Studio. In der jüngsten Folge traf es ein Duo aus Freiburg, Medienkünstler der eine, Geigenbauer der andere. Geniale Erfinder, aber nicht so gute Kaufleute. Sie stellten "klang²" vor, eine Art Hör-Memory mit unterschiedlichen Motiven, von klassischer Musik bis zu Tiergeräuschen. Ein wirklich schönes, extrem liebevoll gearbeitetes Fabrikat, das die Löwinnen und Löwen begeisterte. Doch: Die beiden Schöngeister riefen einen Firmenwert von 1,5 Millionen Euro auf – und hatten erst 450 Stück abgesetzt. Die Sonne im Gesicht von Carsten Maschmeyer ging schlagartig unter.

"Prüfen wir mal Ihre Businesslogik", startete der Investor mit eisiger Miene seine Befragung. "Welche Finanzmathematik liegt dahinter, dass Sie von 450 verkauften Spielen auf einen Firmenwert von anderthalb Millionen kommen?" Nach einigen Najas und Ähs und gründlichem Kopfkratzen skizzierten die "klang²"-Erfinder eilig eine goldene Zukunft des Musik-Memorys. Eine mit Zahlen belegte Business-Perspektive blieben sie jedoch schuldig. Dagmar Wöhrl begütigend: "Sie sind einfach ein bisschen zu früh in die Höhle gekommen." Carsten Maschmeyer ätzend: "Es gibt kein zu früh oder zu spät. Es gibt nur ein zu schlecht." Wie durch ein Wunder kam am Ende trotzdem noch ein Deal zustande – zu einem allerdings hohen Preis: Nils Glagau schnappte sich 33,3 Prozent des Unternehmens.

Rosberg bricht in Tränen aus

Ähnlich hart ging die Jury mit den Machern von "letsact" ins Gericht, einer App, mit der Volunteers und ehrenamtliche Helfer Projekte für ihr soziales Engagement finden können. Auch hier trübte die hohe Firmenbewertung das Investitionsklima. Drei Millionen Euro rief das Gründer-Duo ab. Georg Kofler lief rot an. "Wieso", empörte er sich, "wollt ihr mit so einer karitativen Tätigkeit gleich Multimillionäre werden?" Dem Medienmanager wollte auch nicht einleuchten, wie man mit einer Non-Profit-Organisation überhaupt Profit machen will.

Die App-Entwickler, zwei ausgesprochen smarte und toughe Anfang 20-Jährige, blieben ruhig. Es gäbe eine kostenpflichtige Pro-Version für große Vereine, erklärten sie ihre Gewinnerwartung. Außerdem: "Als Non-Profit hätten wir niemals ein so gutes Produkt bauen können." Doch so richtig wollte das Volunteers-Stellenportal nicht zünden. Ein Löwe nach dem anderen stieg aus, bis nur noch Nico Rosberg übrig blieb. Und der Ex-Formel-1-Weltmeister war so zerrissen zwischen seiner Sympathie für den sozialen Aspekt des Projekts und seiner Rolle als Geschäftsmann, der mit seinem Investment Geld verdienen will, dass er in Tränen ausbrach. Ein weinender Löwe – das gab es noch nie in der Geschichte der Show.

Bio-Kaugummi-Hersteller schlägt alle Angebote aus

"Letsact" ging leer aus – ebenso wie die Anbieter der Workout-App "Hit the Beat", die den Investoren-Pool nicht von der Einzigartigkeit ihrer Hip-Hop-Trainingssessions überzeugen konnten. Produkte zum Essen und Trinken haben es in der "Höhle der Löwen" traditionell leichter. Wie zum Beispiel "Focus", ein koffeinhaltiges Sprudelwasser, das ein Pärchen aus Bocholt bundesweit auf den Markt bringen will. Der Clou: Das Getränk hat keinen Zucker, keine künstlichen Geschmacksstoffe und null Kalorien. Während sich Georg Kofler schnell verabschiedete ("Im Abgang bitter und pelzig"), verbündete sich der Rest der Löwen zu Zweierteams: Glagau-Wöhrl gegen Maschmeyer-Dümmel – Letztere bekamen schließlich den Zuschlag. Maschmeyer hielt "im Haifischbecken Energydrinks" eine "irre Werbe- und Marketingkampagne" für unerlässlich und packte auf die geforderten 90.000 Euro noch eine halbe Million für Außenwerbung drauf.

Affiliate Link
FOREST GUM Berries und Minze im Probierset | Pflanzliche Zutaten | ohne Zucker | Vegan
Jetzt shoppen
11,70 €

Für ein Kuriosum sorgte der Erfinder von "Forest Gum", einem Kaugummi, der aus dem Saft des Gummibaums aus den Regenwäldern Zentralafrikas hergestellt wird. Alles öko, alles fair. Doch: Der Gründer wollte partout die Identität und Herkunft des Produzenten, mit dem er sich die Rechte an der Rezeptur teilt, nicht preisgeben, was Carsten Maschmeyer supergriesgrämig auf dem Bio-Gum kauen ließ. Die anderen waren allerdings begeistert von dem Produkt und überboten sich mit Offerten. Und der "Forest Gum"-Chef? Gab knapp bekannt, dass er von seinem Anteilsangebot von 10 Prozent um keinen Zehntelpunkt abweichen wolle. Schockstarre unter den Löwen. Nur Maschmeyer fühlte sich bestätigt: "Der überschätzt sich kräftig."

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker