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Ärztestreik: Marburger Bund bockt und droht

Die Ärzte haben ihren seit Wochen andauernden Streik erneut ausgeweitet. Ein Angebot der Kommunen wurde vom Marburger Bund als "Mogelpackung" abgelehnt. Nun droht die Gewerkschaft mit einem Abbruch der Verhandlungen.

Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund haben rund 10.300 der bundesweit 70.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern die Arbeit niedergelegt. 65 Städte in sieben Bundesländern waren betroffen. Bislang war nur in fünf Ländern gestreikt worden. Betroffen sind vor allem zahlreiche Städte in Bayern und Baden-Württemberg, sowie einzelne Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Tarifverhandlungen am Nachmittag

Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon sind die Tarifgespäche zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am frühen Dienstagmorgen unterbrochen worden. Sie sollen am im Laufe des Tages fortgesetzt werden.

Der Marburger Bund wies ein Angebot der Arbeitgeber als "Mogelpackung" zurück. Die Kommunen hatten nach eigenen Angaben vorgeschlagen, die Gehälter von Assistenzärzten um bis zu 600 Euro zu erhöhen. Fachärzte sollen bis zu 500 Euro mehr verdienen. Diese Zugeständnisse würden viele Kliniken in finanzielle Bedrängnis bringen, sagte VKA-Verhandlungsführer Otto Foit.

Die Ärztegewerkschaft sieht in dem Angebot dagegen eine Verschlechterung der momentanen Bedingungen. Krankenhausärzte sollten künftig mehr arbeiten und dafür bis zu zwölf Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen an den Universitätskliniken, sagte der Verhandlungsführer des Marburger Bunds, Lutz Hammerschlag. Die Arbeitgeber wollten die überlangen Arbeitszeiten an den Krankenhäusern zementieren.

Falls es keine Einigung gibt, will der Marburger Bund die Verhandlungen abbrechen und Einzellösungen mit den kommunalen Kliniken suchen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters