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Ausbildung: Sonderkredit für jeden neuen Ausbildungsplatz

Die Bundesregierung verstärkt den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Ab sofort bekommen Arbeitgeber für jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz einen günstigen Sonderkredit von bis zu 100.000 Euro.

Die Bundesregierung verstärkt den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit mit einer neuen Maßnahme: Ab sofort können Arbeitgeber für jeden zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplatz einen zinsgünstigen Sonderkredit von bis zu 100 000 Euro in Anspruch nehmen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte am Freitagabend in Berlin einen entsprechenden Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag). Die Maßnahme sei Teil des Programms "Kapital für Arbeit". Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) kündigte indessen noch weitere Anstrengungen gegen die Ausbildungsmisere an.

Sonderkredit über die Hausbank

Der Sonderkredit könne über die jeweilige Hausbank bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt werden, berichtete das Blatt. Begünstigte seien gewerbliche Betriebe und Freiberufler mit einem Jahresumsatz bis zu 500 Millionen Euro. Arbeitgeber könnten ein Finanzierungspaket mit zehnjähriger Laufzeit nutzen, das aus einem Eigenkapital ähnlichen Nachrangdarlehen mit acht Freijahren und einem klassischen Fremdkapitaldarlehen mit zwei Jahren bestehe. Die Zinssätze beider Kreditteile seien bonitätsabhängig gestaffelt.

Bulmahn appelliert

Unterdessen appellierte Bildungsministerin Bulmahn an die Arbeitgeber, neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Sie sieht die Wirtschaft "in der Bringschuld". Nur rund 30 Prozent der Betriebe in Deutschland bildeten aus. "Das muss eindeutig mehr werden", forderte sie in der "Leipziger Volkszeitung". Als "letztes Mittel" schloss sie eine Ausbildungsplatzabgabe nicht aus.

Zugleich kündigte Bulmahn an, dass die Bundesregierung die Rahmenbedingungen weiter verbessern werde. "Für die jungen Leute in Ostdeutschland werden wir unter anderem in diesem Jahr erneut 14 000 Ausbildungsplätze über ein Sonderprogramm bereitstellen."

Die Lage am Arbeitsmarkt sei aber so, dass man in diesem Jahr "ganz besondere Anstrengungen" unternehmen müsse. "Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium bereiten wir eine Ausbildungsoffensive vor, die ab Mai starten soll." Diese werde neue Initiativen und Strukturveränderungen enthalten. Weitere Details nannte sie nicht.