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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Ein Gespräch über Bodenhaftung auf einem Hochsitz in Balingen

Frank Behrendt ist ein Fan von ungewöhnlichen und inspirierenden Pausen während des Arbeitsalltags. Vor einem Beratungsgespräch im Schwabenland machte er kürzlich Halt auf einem Hochsitz. Dort blieb er mit seinem Buch und dem Blick in die Ferne allerdings nicht lange alleine.

Frank Behrendt sitzt auf einem Hochsitz und lässt die Beine baumeln

Frank Behrendt lässt die Beine bäumeln

Wenn ich die Wahl zwischen Normalität und etwas Verrücktem habe, nehme ich immer Variante "B". So auch diesmal. Ich hatte eine Stunde Freizeit bis zum nächsten Termin. Also drehte ich noch mal eine Runde. Hinterm Friedhof rechts hoch schlängelte sich eine Straße durch die Felder. Ich fuhr weiter. Und da sah ich ihn - einen schönen alten Hochsitz aus Holz am Rande eines schier endlosen Feldes. Ich parkte mein Auto und stiefelte über die Wiese.

Neben meinem Smartphone hatte ich noch das Buch "Selfmade" von "Die Höhle der Löwen"-Juror und Erfolgsunternehmer Carsten Maschmeyer dabei, das ich am Vortag geschenkt bekommen hatte. Fragt mich nicht, wieso ich die Idee bekam, den einsamen Hochsitz zu entern. "Was nicht verboten ist, ist erlaubt", hatte meine Mutter meinen Geschwistern und mir seit frühester Kindheit eingetrichtert. Also kletterte ich die Leitersprossen hoch. Herrlich war es da oben. Weitblick. Ruhe. Natur pur. Ein echter "Moment of Excellence".

Und den teilte ich mittels Facebook-Live und Periscope-Video flugs im Netz um andere zu inspirieren ebenfalls mal vom Pfad der täglichen Routine abzuweichen. Nach ein paar Minuten höre ich eine Stimme: "Hallo da oben?" Ich beuge mich vor und sehe einen Herrn mit Gummistiefeln, grünem Allwetter-Outfit und Kamera. Nach Ordnungsamt sieht er nicht aus. Er fragt, ob er hochkommen dürfe. Schon sitzen wir zu zweit auf der verwitterten Holzbank.

"Ich bin der Ernst", stellt er sich vor und reicht mir die Hand. Es stellt sich heraus, dass er genau diesen Platz auch extrem schätzt. "Ich bin Jäger und schieße – aber nur Bilder ohne Gewehr", erklärt er mir mit einem jungenhaften Lachen. Er ist in Rente, macht täglich seine Runde und knipst vom Hochsitz zu unterschiedlichen Zeiten Landschaft und Tiere.

"Das Licht ist immer anders, das sich der große Zauberer da oben jeden Tag neu einfallen lässt", bemerkt Ernst mit einem Augenzwinkern. Dann entdeckt er das Buch: "Ah, der Mann von der Ferres", meint er trocken. Ich erkläre ihm den Inhalt und wir reden im Anschluss nicht über Schauspielerinnen, sondern junge Unternehmer. Er sieht genau wie ich gerne die Show bei VOX mit den Start-up-Kandidaten, die um eine Finanzierung kämpfen. Ernst hatte in jungen Jahren selbst gegründet, einen Schreibwarenladen. "Irgendwann kamen die Leute nur noch zum Reden", zischt er. Kurzerhand wurde das Geschäft dicht gemacht und ein Gewerbeflächen-Reinigungsservice aufgebaut.

"Zack, zack, nicht groß nachdenken", lautet seine Devise, die er mit ein paar schnellen Karateschlägen untermalt. Ihm gefallen junge Leute, die ebenfalls mutig ihren Weg gehen. "Aber manche sind mir zu großspurig, die werden abstürzen", sagt er und hebt plötzlich die Kamera, um eine durchstartende Wildgans abzulichten. "Immer die Bodenhaftung behalten", hatte ihn sein Vater stets ermahnt. Seinem Sohn könne er diesen Rat allerdings schlecht weitergeben, flüstert er mit ernster Miene, bevor er mir laut lachend die Pointe verrät: "Der ist Pilot".

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.