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Arbeitsplatz wechseln: Personal-Experte gibt Tipps: Das sind die drei schlimmsten Fehler bei der Kündigung

Sie wollen kündigen? Dann sollten Sie sich beim Kündigungsschreiben genau überlegen, was Sie mitteilen wollen. Der Chef einer Headhunter-Agentur zeigt die drei schlimmsten Fehler dabei.

Raus aus dem Job

So verfassen Sie ein Kündigungsschreiben, das ohne Fehler auskommt.

Getty Images

Der Job ist mies, die Bezahlung ist es auch, das Team nervt nur - der Chef natürlich auch. Das Essen in der Kantine ist ungenießbar und diese ständigen Überstunden! Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum man seinen Job kündigt. Laut einer Befragung des Gehaltsportals "gehalt.de" und der Vergütungsberatung Compensation Partner ist es vor allem der Boss, der Mitarbeiter in die Flucht treibt. Immerhin 45 Prozent der Befragten gaben an, der Chef sei der Grund für die Kündigung gewesen.

Doch auch wenn der miesepetrige Vorgesetzte Sie in den Wahnsinn treibt, sollten Sie sich klar sein, dass die Jobwelt ein Dorf ist. "Es ist eine kleine Welt und jede Kleinigkeit - von der Art und Weise, wie Sie die Nachricht kommunizieren bis zum Kündigungsschreiben - wird Ihnen später helfen oder Sie behindern", schreibt Gary Burnison, Chef einer Headhunter-Agentur bei "CNBC".

Das Kündigungsschreiben sei ein offizielles Dokument und Burnison empfiehlt: "Weniger ist mehr." Doch leider könne er mit seiner 20-jährigen Erfahrung nur sagen, dass ein Großteil dieser Schreiben einfach nur katastrophal war. Er könne sie in drei Kategorien zusammenfassen:

1. "Alle Brücken hinter sich abbrennen"-Brief

Egal, welche negativen Erfahrungen Sie am Arbeitsplatz gemacht haben - man sollte das Kündigungsschreiben nicht dafür nutzen, der Personalabteilung diese um die Ohren zu hauen. Burnison betont, dass man als Arbeitnehmer später Referenzschreiben benötigen könnte. Und dann sei es problematisch, alle Brücken zum alten Arbeitgeber niederzubrennen. 

2. "Sämtliche Punkte auflisten, die stören"-Brief

Das Kündigungsschreiben sei sicherlich nicht der richtige Weg, um sich Luft zu machen, so Burnison. Die Gründe, warum man das Unternehmen verlässt, sind hier nicht wichtig. Das gilt auch dann, wenn es einen klaren Grund gab, warum Sie gehen wollen. "Das ist eine Diskussion, die Sie mit Ihrem Vorgesetzten führen sollten, bevor Sie den Brief abschicken", schreibt er weiter. 

3. "Kaum existent"-Brief

Auch wenn das Motto des Experten "Weniger ist mehr" lautet, ärgern ihn unpersönliche Zweizeiler. Ein "Hiermit kündige ich meinen Job. Mein letzter Arbeitstag ist am 30.6.19" hält er für unprofessionell. Und für faul.

Kündigungsschreiben, das ihm gefallen hat

Burnison berichtet, dass er einen Brief erhalten habe, der ihn beeindruckt hat. Als Einstieg nahm der ehemalige Mitarbeiter Bezug auf ein Meeting - offenbar hatte er seinen Chef zunächst mündlich über die Kündigung informiert. Ein guter und fairer Zug, der es so auch dem Mitarbeiter leichter machte, den Brief aufzusetzen. Im ersten Absatz führt er auch direkt auf, wann er das Unternehmen verlassen wird.

Im zweiten Absatz bedankt sich der Mitarbeiter dafür, dass er viel lernen konnte und die Zeit im Unternehmen genossen hat. Darüber hinaus gilt sein Dank dem Chef, der ihn unterstützt hat.

In Absatz 3 erklärt er, wie er sich den Ausstieg vorstellt. Er bietet an, geeignete Kandidaten für seinen Posten zu sichten. Darüber hinaus kündigt er ein Memo an, um die Übergabe zu vereinfachen.

Vor der Verabschiedung bittet er darum, dass sich der Chef melden möge, wenn es noch etwas gibt, um den Wechsel zu einfach wie möglich zu gestalten.

Alle wesentlichen Details seien aufgeführt, so Burnison. Darüber hinaus sei das Schreiben positiv, höflich und konstruktiv.

kg
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