Mediziner-Streik Einigung im Ärzte-Tarifkonflikt geplatzt


Seit sieben Wochen streiken deutsche Klinikärzte für bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Lohnsteigerung, nun ist ein Kompromiss in letzter Sekunde geplatzt. Zuvor rückte der Marburger Bund von seiner Forderung nach 30 Prozent mehr Gehalt ab.

Die Verhandlungen des Marburger Bundes und der Länder über eine Beilegung des Tarifstreits der Klinikärzte sind ergebnislos abgebrochen worden. Das teilte der Präsident der Ärztegewerkschaft, Frank Ulrich Montgomery, am frühen Nachmittag nach mehr als 26-stündigen ununterbrochenen Verhandlungen bei München mit. Nach seinen Worten haben die Arbeitgeber einen "abschlussreifen Vorschlag in letzter Sekunde nicht vorgelegt". Daraufhin habe die Ärztegewerkschaft die Verhandlungen beendet. "Wir lassen uns nicht veräppeln", sagte Montgomery der Nachrichtenagentur AP.

"Die Streikmaßnahmen gehen aber im vollen Umfang weiter"

"Es hat trotz 26-stündiger konstruktiver Verhandlungen keine Einigung gegeben“, sagte Montgomery der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ärzte seien bereit gewesen, ein erarbeitetes Kompromisspapier zu akzeptieren und einen Abschluss zu besiegeln. Die Arbeitgeberseite habe aber in letzter Minute die Zustimmung verweigert. Auf Wunsch der Arbeitgeber habe man einer Fortsetzung der Gespräche zugestimmt, obwohl das Verhalten der Länder an Unseriosität grenze und die Ärztegewerkschaft zunächst erwogen habe, die Gespräche für gescheitert zu erklären.

"Die Streikmaßnahmen gehen aber im vollen Umfang weiter", betonte Montgomery. Nach Darstellung des Gewerkschaftschefs hatten beide Seiten während des 26-stündigen Verhandlungsmarathons einen weit reichenden Einigungsvorschlag erarbeitet, in dem die Ärztegewerkschaft "sehr viel nachgegeben" habe. Die Arbeitgeberseite habe jedoch offenbar "keine Prokura" der Finanzminister der Länder gehabt. Nach Montgomerys Worten war die Ärztegewerkschaft bereit, Kompromisse in den umstrittenen Bereichen der Bereitschaftsdienste, der Bezahlung junger Ärzte und einer Gehaltssteigerung für Ärzte zu akzeptieren und abzuschließen.

Reuters/AP AP Reuters

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