HOME

Krankheits-Fehlzeiten: Kaum Chancen für Urlaubskürzung

Die Idee, Krankheits-Fehlzeiten vom Urlaub abzuziehen, läuft ins Leere. Nach den Gewerkschaften haben sich auch SPD, CDU und FDP gegen den Vorstoß des Handwerks-Präsidenten ausgesprochen.

Die Idee von Handwerkspräsident Otto Kentzler, Krankheitstag auf den Urlaub anzurechnen, scheint politisch kaum durchsetzbar zu sein. Sowohl FDP als auch die CDU lehnen den Vorstoß ab: Der Vorschlag des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks sei nicht sinnvoll, sagte der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle am Montag in Berlin. "Urlaub ist Urlaub und Krankheit ist Krankheit, eine Verrechnung macht keinen Sinn."

Auch Unions-Spitzenpolitiker haben die Idee abgelehnt, Krankheitstage auf den Urlaub anzurechnen. CDU-Präsidiumsmitglied Karl-Josef Laumann sagte, in Deutschland gebe es den niedrigsten Krankenstand seit 1970, also erübrige sich die Debatte. Ähnlich äußerte sich Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Einzig Partei-Vize Christoph Böhr schloss eine Umsetzung des Vorschlags nicht generell aus.

Die Forderung sei abwegig, so die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) am Montag in München. Arbeitnehmer dürften nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden. Auch die Union wolle die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen, sagte sie. Die Arbeitskosten müssten aber auf einem anderen Weg reduziert werden als durch einen solchen "Einschnitt in Arbeitnehmerrechte".

Bundesfinanzminister Hans Eichel hat den Vorschlag als "Unfug" zurückgewiesen. "Wir haben den niedrigsten Krankenstand seit Jahrzehnten in Deutschland und irgendwo ist Schluss mit solchem Sozialabbau", sagte der SPD-Politiker vor der Präsidiumssitzung seiner Partei am Montag in Berlin.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck nannte den Vorstoß einen "aberwitzigen Vorschlag". Wer solche Vorschläge mache, gieße Öl ins Feuer der politischen und gesellschaftlichen Stabilität, sagte Beck.

Jahresurlaub nicht zum Auskurieren gedacht

Mit scharfer Kritik hat Verdi-Chef Frank Bsirske auf die Forderung des Handwerks reagiert, künftig Krankheitstage mit dem Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern zu verrechnen. Das sei eine abstruse Idee, sagte der Gewerkschaftschef dem "Tagesspiegel". Hinter dem Vorstoß stecke letztlich nichts anderes als die Absicht, die Arbeitszeiten zu verlängern, so Bsirske. Der Jahresurlaub sei zur Wiederherstellung der Arbeitskraft und nicht zum Auskurieren von Krankheiten gedacht, fügte er hinzu.

Trotz der Kritik bleibt Otto Kentzler dabei, dass Krankheitstage vom Urlaub der Arbeitnehmer abgezogen werden sollen. Kleinere Betriebe könnten es sich nicht mehr leisten, ihren Beschäftigten nach langer Krankheit noch den Gesamtanspruch auf ihren Urlaub zu erfüllen, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

In Zeiten "großen Drucks von außen" müsse Arbeit in Deutschland preiswerter gemacht werden, sagte Kentzler. Dazu gehöre die Senkung der Lohnzusatzkosten, zu denen auch die Krankheitstage und Urlaubstage zählen: "In diesen Zeiten müssen wir alles auf den Prüfstand stellen, alles darf in Frage gestellt werden", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Unternehmen müssten Urlaubs- und Krankheitstage erwirtschaften. Bei längerer Krankheit von Beschäftigten fehle jedoch deren Arbeitsleistung. "Der Arbeitnehmer muss nach seiner Genesung seine volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen, damit dies wieder aufgeholt werden kann, damit Urlaub und auch Krankheitstage bezahlbar werden", begründete Kentzler seinen Vorstoß. Der Handwerks-Präsident forderte die Tarifparteien auf, entsprechende Regelungen auszuhandeln.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.