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Bund startet Informationsoffensive Regierung und Mittelstand treiben Energiewende voran


Bundesregierung und Wirtschaftsverbände wollen den deutschen Mittelstand zum Motor für mehr Energieeffizienz in Deutschland machen. Daneben soll auch der Erfahrungsaustausch vorangebracht werden.

Die Bundesregierung will mittelständische Unternehmen bei der Energiewende unterstützen. Der Mittelstand solle besser informiert, vor Ort beraten oder auch weiterqualifiziert werden. Experten sollten den Unternehmen branchenspezifische Hilfestellung und Musterlösungen anbieten, etwa beim Energiesparen. Dies erläuterten Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sowie die Präsidenten von DIHK und Handwerk, Hans Heinrich Driftmann und Otto Kentzler, am Montag in Berlin.

Die "Mittelstandsinitiative Energiewende" soll zum 1. Januar 2013 starten, ist auf drei Jahre ausgelegt und wird mit 75 Millionen Euro im kommenden Jahr unterstützt. Die Minister unterstrichen, mit der Initiative für eine sparsamere Energienutzung in den vier Millionen Betrieben der mittelständischen Wirtschaft und des Handwerks setzten sie nicht auf Ge- und Verbote, sondern auf Freiwilligkeit. "Wenn sie mit dem Ordnungsrecht kommen, werden sie bei Belastungen landen", warnte Rösler. Altmaier ergänzte: "Die Energiewende wird nicht administrativ von oben gelingen, sie wird nur gelingen, wenn sie auf der ganzen Bandbreite der Wirtschaft mitgetragen wird". Der Umweltminister räumte ein, dass diese Kursänderung gerade auch für viele mittelständische Betriebe Lasten bringen wird. Sie biete aber auch Chancen auf Kosteneinsparungen, die genutzt werden könnten.

Unternehmer durch steigende Energiepreise verunsichert

Rösler sagte, durch die Beteiligung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sowie des Zentralverbands des Handwerks (ZDH) könnten die Unterstützungsangebote gezielter umgesetzt werden. Altmaier hob hervor: "Gerade Effizienztechnologien bieten die Chance, Energiekosten zu senken und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Hier setzt die Initiative an." DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann erklärte, die Energiewende als "größtes aktuelles Investitionsprojekt eröffnet auch mittelständischen Unternehmen interessante Chancen".

Driftmann mahnte, auch die Nebenwirkungen der Energiewende - steigende Energiepreise, Angst vor Stromausfällen, Streit um den Leitungsausbau - müssten im Blick bleiben. "Das verunsichert die Unternehmen sehr." Kentzler unterstrich: "Unsere Handwerksmeister und -gesellen sind die überzeugendsten Botschafter, wenn es darum geht, den Umbau der Energieversorgung und der Energienutzung zu einer Gemeinschaftsaufgabe in unserem Land zu machen."

Unterdessen bekräftigte Altmaier in der "Saarbrücker Zeitung" (Montag), seine Idee einer kostenlosen Energieberatung für alle Privathaushalte vorantreiben zu wollen. Verbände und Akteure der Energiebranche sollten am 9. Oktober zu einem Runden Tisch zusammenkommen. Sozialtarife für Einkommensschwache lehnte Altmaier erneut ab.

kgi/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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