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QUARTALSZAHLEN: Endlich Licht am Ende des Tunnels

DaimlerChrysler wittert Morgenluft: Im laufenden Jahr ist ein Gewinn bei der US-Tochter Chrysler möglich. Auch andere Dax-Schwergewichte wie Lufthansa oder Siemens erwarten wieder mehr Gewinn.

DaimlerChrysler ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Wie der deutsch-amerikanische Autobauer am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, betrug der operative Gewinn im ersten Quartal ohne Sondereffekte 1,02 Milliarden Euro. Im Vergleich zum verlustreichen Vorjahresquartal ist dies eine Verbesserung um 1,6 Milliarden Euro. Die Sanierung der angeschlagenen US-Sparte zeigte einen ersten Erfolg. Chrysler verzeichnet mit 127 Millionen Euro zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren ein positives Ergebnis. Im ersten Quartal belief sich das Konzernergebnis ohne Einmaleffekte bei DaimlerChrysler auf 0,5 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal wurde noch ein Verlust von 0,4 Milliarden Euro eingefahren. Der Autobauer setze in den ersten drei Monaten weltweit 1,1 Millionen Fahrzeuge ab. Der Konzernumsatz sei bereinigt um sieben Prozent auf 36,9 Milliarden Euro gestiegen. Ende März waren weltweit 372.084 Mitarbeiter beschäftigt.

2002 Gewinn bei Chrysler möglich

DaimlerChrysler blickt verhalten zuversichtlich in die Zukunft. Bei Chrysler könnte bei Fortsetzung der positiven Marktentwicklung in den USA nicht nur die angekündigte Gewinnschwelle erreichen, sondern auch ein positives Ergebnis. Die Verkäufe bei Chrysler nahmen im ersten Quartal allerdings um sieben Prozent auf 675.800 Einheiten ab. Grund war die schlechte US-Konjunktur und der Preiskampf auf dem US-Markt. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 16 Milliarden Euro zu. Mercedes-Benz und Smart verkauften im ersten Quartal 292.500 Autos. Damit wurde das hohe Vorjahresniveau erneut übertroffen. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn betrug wegen diverser Modelwechsel nur 653 Millionen Euro (Vorjahresquartal 670 Millionen Euro).

Lufthansa erwartet 2002 besseres Ergebnis

Nach dem Krisenjahr 2001 schöpft die Deutsche Lufthansa für 2002 neue Hoffnung. Der Konzern rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses, nachdem das Unternehmen hier 2001 mit 28 Millionen Euro gerade noch einen Gewinn erzielt hatte. Konkreten Prognosen für das laufende Jahr sind jedoch laut Unternehmen wegen der unsicheren konjunkturellen und weltpolitischen Situation nach wie vor nicht möglich. Für das erste Quartal 2002 kündigte die Lufthansa ein operatives Ergebnis an, das dank Kosteneinsparungen und Kapazitätsanpassungen »nicht enttäuschen« wird. Im Passagierverkehr hofft die Lufthansa, im Laufe des Jahres wieder eine Verkehrsleistung auf dem Niveau von vor den Anschlägen am 11. September 2001 zu erreichen. Das konjunktursensible Frachtgeschäft dürfte sich spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2002 erholen. Außerdem plant Lufthansa nach der Streichung ihrer Dividendenzahlung 2001 für dieses Jahr wieder eine Gewinnausschüttung für die Aktionäre.

Siemens will weitere Stellen abbauen

auch Siemens legte seine Halbjahreszahlen vor. Im gesamten Geschäftsjahr 2001/02 erwartet der Konzern unter anderem wegen weniger Sonderbelastungen einen deutlichen Gewinnanstieg. Eine genaue Prognose gab Konzern-Chef Heinrich von Pierer bisher aber nicht ab. In der Netzwerksparte ICN sollen nochmals 6.500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die vor allem unter dem schwachen US-Geschäft leidende Sparte fuhr im zweiten Geschäftsquartal 2002 im operativen Geschäft einen Verlust von 158 Millionen Euro ein. Im Vorjahresvergleich konnte Siemens-ICN noch einen Gewinn von 50 Millionen Euro vorweisen. Seitdem musste der Konzernbereich einen Auftragsrückgang von rund 17 Prozent verkraften. Im Konzern sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im operativen Geschäft leicht auf 919 Millionen Euro (Vorjahr: 922 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr verdoppelte sich das Konzernergebnis nach Steuern auf 1,28 Milliarden Euro. Dabei schlug allerdings vor allem der Verkauf von weiteren Infineon-Anteilen zu Buche. Dies brachte den Angaben zufolge eine positiven Nettoeffekt von 561 Millionen Euro. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vergleich zum Geschäftshalbjahr 2001 um drei Prozent auf 21,2 Milliarden Euro.

Preussag verbucht Umsatzsteigerung

Der weltgrößte Tourismuskonzern Preussag hat im vergangenen Jahr trotz der Flaute in der Reisebranche ein weiteres Rekordergebnis erzielt. Das Ergebnis der einzelnen Sparten stieg im Vergleich zum letzten vollen Geschäftsjahr 1999/2000 um 8,6 Prozent auf 811 Millionen Euro. Beim Umsatz legte der Konzern um 2,6 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro zu, teilte die Preussag AG am Donnerstag in Hannover mit. Der Überschuss wuchs um 2,2 Prozent auf 411,3 Millionen Euro. Die Preussag hatte 2000 ein Rumpfgeschäftsjahr eingelegt.

PUMA weiter auf Rekordjagd

Nach Rekordzahlen im vergangenen Jahr ist der Sportartikelhersteller PUMA im ersten Quartal 2002 weiter gewachsen. So korrigierte der Vorstand die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Auch beim Gewinn will der weltweit viertgrößte Sportartikelhersteller neue Bestmarken erreichen. Das Vorsteuerergebnis soll sich 2002 nun den Erwartungen nach mindestens im Verhältnis zum Umsatz verbessern. Im vergangenen Jahr betrug es 57,4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 598,1 Millionen Euro. Von Januar bis März erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 56 Prozent auf 232,8 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis betrug 33 Millionen Euro und verdreifachte sich damit nahezu.

AWD erwartet überproportionales Wachstum

Der Finanzdienstleister AWD Holding hat seine vorläufigen Ergebniszahlen für das Geschäftsjahr 2001 übertroffen und rechnet auch beim operativen Ergebnis 2002 mit einer überproportionalen Steigerung. Der Umsatz soll sich auf 475 bis 500 Millionen Euro belaufen. Im Jahr 2001 soll der Umsatz um 12,3 Prozent auf 384,7 Millionen Euro gestiegen sein. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte AWD auf 53,9 (Vorjahr 13,2) Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg auf 43,3 (Vorjahr 7,0) Millionen Euro. Damit übertrifft das Unternehmen seine im Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen. Den Aktionären soll ein Dividende von 0,70 Euro pro Aktie nach 0,07 Euro im Vorjahr gezahlt werden.

Toshiba und Fujitsu beide mit Verlust

Die beiden japanischen Elektronikkonzerne Toshiba und Fujitsu haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) rote Zahlen geschrieben. Nach einem konsolidierten Nettoverlust von 254 Milliarden Yen (2,2 Mrd Euro) rechnet Toshiba aber im laufenden Geschäftsjahr wieder mit der Rückkehr in die Gewinnzone. Fujitsu verbuchte 2001/2002 ein Minus von netto 382,5 Milliarden Yen, erwartet aber im laufenden Jahr zumindest wieder die Gewinnschwelle.

Alcatel will wieder in die Gewinnzone

Der französische Telekomausrüster Alcatel hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 343 Millionen Euro nach einem Gewinn von revidiert 132 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verbucht. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern auf operativer Basis die Rückkehr in die Gewinnzone. Im Gesamtjahr 2002 soll das operative Ergebnis »leicht positiv« ausfallen, hieß es weiter. Der Umsatz fiel im ersten Quartal den Angaben zufolge um 27 Prozent auf 4,296 Milliarden Euro.

Sony erwartet kräftigen Gewinnanstieg

Der japanische Elektronikkonzern Sony erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2002/2003 (31. März) einen kräftigen Gewinnanstieg. Wie das Unternehmen nach Börsenschluss bekannt gab, dürfte sich der konsolidierte Nettoertrag auf 150 Milliarden Yen (1,3 Mrd Euro) belaufen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Nettogewinn noch um 8,6 Prozent zum Vorjahr auf 15,3 Milliarden Yen geschmolzen. Die Aktie stieg darauf um 130 auf 7150 Yen.