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Ranking: Die korruptesten Länder der Welt

Deutschland tut sich mit der Bekämpfung der Korruption schwer: Auf einer neuen Rangliste befindet es sich nur im Mittelfeld. Experten machen dafür die niedrigen Strafen verantwortlich. Ganz schlimm sieht es mit der Korruption beispielsweise in China und Russland aus.

Bei der Korruptionsbekämpfung ist Deutschland weiterhin nur Mittelmaß. In der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International belegt die Bundesrepublik von 22 Ländern gemeinsam mit Großbritannien und Japan nur Platz fünf. Belgien und Kanada teilen sich den ersten Rang. China, Mexiko, Indien und Russland landen auf dem "Bestecher-Index" ganz am Ende.

Die Vorsitzende von Transparency International Deutschland, Sylvia Schenk, zeigte sich von der deutschen Platzierung enttäuscht. "Wir sind keinen Schritt nach vorne gekommen. Deutsche Unternehmer bestechen weiter im Ausland", sagte sie. Trotz der Warnung durch den Siemensskandal und der seit zwei Jahren intensiv geführten Diskussion über Compliance habe sich offensichtlich nicht genug getan.

Zwar hat es Transparency zufolge kleine Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung gegeben. Gleichwohl reichen die personellen Kapazitäten bei Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten im Bereich der Wirtschaftskriminalität bei weitem nicht aus, um den komplexen Verfahren gerecht zu werden, beklagte Schenk. "Dadurch verzögerte Verfahren führen oftmals zu unangemessen niedrigen Bestrafungen", sagte sie. Schenk kritisierte, dass die Bundesregierung die UN-Konvention gegen Korruption immer noch nicht ratifiziert habe - im Gegensatz zu inzwischen 129 Ländern weltweit, darunter Afghanistan, China, Großbritannien, Frankreich und die USA.

"So fehlt der deutschen Regierung die nötige Glaubwürdigkeit, sauberen deutschen Unternehmen im Ausland im Wettbewerb beizustehen, wenn Korruption droht." Der "Bestecher-Index" (Bribe Payers Index, BPI) ist mit seinen Vorläufern aufgrund einer geänderten Methodik nur bedingt vergleichbar. Allerdings hatte Deutschland auch da nur Mittelplätze belegt. Für den Index wurden von August bis Oktober 2742 internationale Experten nach ihren Erkenntnissen zur Bereitschaft von Unternehmen befragt, sich im Ausland Vorteile durch Bestechungsgelder zu verschaffen.

AP / AP