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Rückzug von Axel Weber: Bankenverband ist gegen Übergangsfrist

Der Bankenverband unterstützt einen schnellen Wechsel Webers ohne starre Übergangsfristen. Der Sparkassenverband bedauert den Rückzug Axel Webers und betont, dass auch für den neuen Bundesbank-Chef, Stabilität ein wichtiges Thema sein müsse.

Der Bundesverband deutscher Banken lehnt eine starre Übergangsfrist für einen möglichen Wechsel des scheidenden Bundesbankchefs Axel Weber zur Deutschen Bank ab. Bei Interessenkonflikten müsse "im Einzelfall entschieden werden, was ein sinnvoller Zeitraum ist", sagte der Präsident des Bankenverbands, Andreas Schmitz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Es sei wichtig und richtig, dass zwischen Wirtschaft, Administration und Wissenschaft gewechselt werde. "Das befruchtet alle Seiten", fügte Schmitz hinzu. Er wies damit Forderungen der Grünen nach einer Übergangsfrist von mindestens einem Jahr zurück.

Aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) sollte der künftige Bundespräsident am Bekenntnis der Notenbank zur Preisstabilität festhalten. Der Bundesbank-Chef müsse auch künftig in seiner Person das Vertrauen der Deutschen in den Euro und in die Geldwertstabilität verkörpern, forderte DSGV-Präsident Heinrich Haasis. Er bedauerte den Rückzug Webers, den er "in seiner Sachkunde und Stabilitätsorientierung außerordentlich" schätze.

Die Bundesregierung hatte Webers Rückzug von der Spitze der Bundesbank zum 30. April am Freitag angekündigt. Sein Nachfolger soll in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Über seine Zukunft äußerte sich Weber bisher nicht. Gerüchten zufolge war er als künftiger Nachfolger des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, im Gespräch.

liri/AFP/DPA / DPA