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Sanierungskonzept für Opel: GM will alle deutschen Standorte erhalten

General Motors wird kein deutsches Opel-Werk schließen. Das sicherte GM-Europachef Nick Reilly zu. Einem Bericht zufolge sollen aber 5300 Jobs in Deutschland wegfallen - was Opel bestreitet.

Alle deutschen Opel-Werke sollen erhalten bleiben. Das sagte der Europachef von General Motors, Nick Reilly. Vor Kurzem hatte Reilly bereits das Überleben der Werke in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zugesagt. Am Mittwochmittag versicherte er der Regierungschefin von Thüringen, Christine Lieberknecht, das Corsa-Werk im thüringischen Eisenach ebenfalls zu erhalten. Eisenach sei ein hocheffizientes Werk und werde auch in Zukunft den Corsa bauen. Auch die vorrübergehend angedachte zweijährige Stilllegung des Werks sei vom Tisch, sagte Reilly. Nach den derzeitigen Plänen solle die Produktion bis 2012 vielmehr wieder auf 100 Prozent der Kapazität hochgefahren werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) will der US-Konzern in den deutschen Opel-Werken allerdings 5300 Arbeitsplätze streichen. Davon entfielen angeblich 2400 auf das Werk in Rüsselsheim, 2300 auf Bochum und jeweils 300 Arbeitsplätze auf die beiden Produktionsstätten in Eisenach und Kaiserslautern.

Zukunft des belgischen Werks in Antwerpen ungewiss

Insgesamt sieht der Plan des US-Mutterkonzerns der DPA zufolge die Streichung von 8700 Arbeitsplätzen in Europa vor. Am stärksten betroffen seien Deutschland und Belgien mit insgesamt 7300 wegfallenden Stellen. Somit müssten diese beiden Länder 84 Prozent der Restrukturierung schultern, hieß es. Unklar sei noch, ob das belgische Werk in Antwerpen vor dem Aus steht.

Unklar ist derzeit aber, ob die DPA-Meldung überhaupt stimmt. "Das Unternehmen weist darauf hin, dass diese Zahlen falsch und weit überzogen sind", erklärte Opel am Mittwochmittag. Europachef Reilly werde am Nachmittag den Zukunftsplan für das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern diskutieren. "Grundlage dieser Gespräche ist nach wie vor jener Plan, der sich an bereits bekannten Konzepten anlehnt und den Arbeitnehmern in seinen Grundzügen bekannt ist". Auch die hessische Landesregierung wies die Berichte zurück.

"Was wir aus dem Unternehmen hören, ist, dass das völlig falsch ist", sagte Regierungssprecher Dirk Metz. In Bezug auf Rüsselsheim habe Reilly im Gespräch mit Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Vormittag erklärt, dass es bei den Stellenstreichungen nicht über das Magna-Konzept hinausgehe. Magna wollte am Opel-Standort Rüsselsheim rund 700 Stellen streichen.

Betriebsrat in Bochum kündigt Widerstand an

Fest steht, dass der Opel-Mutterkonzern seine Tochter in Europa künftig straffer organisieren will. Statt derzeit zwei Managementebenen soll es Reilly zufolge in der künftigen Zentrale Rüsselsheim nur noch eine geben.

Dennoch bekräftigte der GM-Europachef die Bedeutung Rüsselsheims mit dem dortigen technischen Entwicklungszentrum: Wie wichtig der Standort für GM sei, zeige der geplante Umzug der Europa-Zentrale von Zürich an den Opel-Stammsitz, sagte er nach einem Treffen mit Ministerpräsident Koch. Genaue Angaben zum möglichen Arbeitsplatzabbau machte Reilly nicht. Er wiederholte lediglich, dass GM an allen Standorten in Europa bis zu 9500 Jobs streichen will.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters