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Bernd Drosihn: Zu Gast beim Tofu-König von Deutschland

Tofu statt Tier landet inzwischen auf Deutschlands Grills oder Stullen. Die Deutschen kaufen besonders gern Wurst, die keine ist. Bernd Drosihn stellt sie her. Zu Besuch bei Deutschlands Tofu-König.

Von Kristina Läsker

Bernd Droshin, Deutschlands Tofu-Pionier

Bernd Droshin hat schon früh Tofu in Deutschland schon hergestellt.

Neulich waren die Anzugträger wieder da. Im Porsche Cayenne preschten sie durch die Eifel. Kurz vor dem Dorf Wiesbaum, 70 Kilometer südlich von Köln, bogen sie ab ins winzige Gewerbegebiet und stoppten vor den Gebäuden der Tofutown GmbH. Sie verlangten den Chef. Doch der war nicht da, und er wird vermutlich nie da sein, wenn die Anzugträger klingeln. Denn er hat einfach keinen Bock auf sie.

 Deutschlands Tofu-König

Bernd Drosihn, 56, feixt. Dann erzählt der Gründer und Chef von Tofutown von den "absurden Offerten". Die Porsche-Fahrer sind Investoren, sie wollen seinen Betrieb kaufen. Dafür überschütten sie ihn mit Anrufen, E-Mails, Besuchen. Meist stellt er sich tot, doch das hilft wenig. "Da kommen alle paar Wochen neue Spezialisten aufs Gelände." Drosihn trägt eine Schlauchmütze, seine Sätze klingen schnoddrig, leise schwingt Verachtung mit. Als sei es lächerlich, dass sich diese Kapitalisten auch noch so benehmen wie Kapitalisten. Im Sportwagen! Im Anzug! In der Vulkaneifel!


Drosihn kann etwas, was kaum ein anderer Hersteller so gut hinbekommt: Er produziert Bratwürste, Gyros und Schnitzel aus Pflanzen – ohne Fleisch und chemische Zusätze. Und genau danach verlangen die Deutschen. Das Grünzeug boomt. In den vergangenen vier Jahren hat sich der Umsatz von Fleischersatzprodukten verdoppelt, schätzt die Gesellschaft für Konsumforschung. Zeitgleich haben die Deutschen knapp sieben Prozent weniger Fleisch und Wurst gegessen. Getragen wird der Boom nicht von den Vegetariern; vor allem Fleischfans greifen zu "Als ob"-Produkten, die bloß so aussehen, als wären sie Fleisch. Weil sie was für ihre Gesundheit tun wollen. "Die Fleischlos-Bewegung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen" , sagt Konsumexperte Wolfgang Adlwarth.

Der Punker als Pionier

Ermöglicht haben das die Pioniere Typen wie Bernd Drosihn. Davon erzählt ein Schwarz-Weiß-Foto im Eingang der Firma. Drosihn, Anfang 20 und Punker, hält ein Sieb mit Sojabohnen. Gerade hat er das Musikstudium abgebrochen und in Köln ein Tofu-Kollektiv gegründet. Eine Haube verdeckt den pinkfarbenen Irokesen-Schnitt. Es war auch ein Aufbegehren gegen die Lobby der Milchbauern und Fleischbarone.


1988 gründete Drosihn seine eigene Produktion in Köln. Da hatte ihm der Tofu schon eine Nacht in Haft eingebracht. Denn Sojamilch und Tofu waren zu dieser Zeit zum Schutz der Bauern als Milch-Imitate verboten. "Die Fleischbeamten konnten offensichtlich dieses Ökozeug nicht ertragen", sagt Drosihn. Das änderte sich erst, als der Europäische Gerichtshof ein Jahr später das Verbot kippte.
Wenn Drosihn heute durch die Produktion führt, verdeckt seine Haube nur noch Stoppeln. Der Idealist ist zu einem der größten Tofu-Produzenten Europas aufgestiegen. Drei Fabriken. 150 Produkte. 370 Mitarbeiter. 60 Millionen Euro Umsatz. Zwei Millionen Gewinn. Es riecht süßlich, überall zischen Maschinen. Aus einem Trichter rieseln eingeweichte Sojabohnen. Sie werden püriert und gekocht, der Brei gerinnt und wird zu Tofu gepresst. Das meiste geschieht automatisch.
Anfangs wollte Drosihn die Deutschen bekehren. Damit weniger Tiere sterben. Er selbst ist Vegetarier, seit er 16 ist. Heute geht er leise vor. Selbst "supercoole Argumente" könnten das Essverhalten kaum ändern, sagt er. "Wir sind ein Kästchen-Denker-Volk." Deshalb hat er sich auf die Kunden und deren Geschmack eingestellt. Er baut aus Tofu, Weizen, Mandeln und pflanzlichem Eiweiß Bioessen, das dem Fleisch auf deutschen Tellern ähnelt und vor allem Nichtvegetarier verführt: Currywurst, Cevapcici, Frikassee. Leckere Illusionen für lieb gewonnene Rituale.


Rügenwalder und Co. kopieren

Drosihn ist so erfolgreich, dass ihn die einstigen Feinde – die mächtigen Fleischkonzerne – ungeniert kopieren. Rügenwalder, Tönnies, Meica: Alle mischen mit im Veggie-Business. Etwa die Hälfte seiner Produktion geht an Discounter wie Aldi und Netto und Supermärkte wie Edeka und Rewe. Landesweit füllt er die Regale, oft unter dem Namen der Bio-Eigenmarken der Ketten. Drosihn, der einstige Rebell, sieht das pragmatisch: "Wenn jeder nur einen Tag in der Woche auf Fleisch verzichtet, bekommen wir den Planeten satter und kühler."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.