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Wirtschaftsplätze: Die spannendsten Boomtowns der Welt

Tokio, New York oder Los Angeles - sie alle haben eine Wirtschaftskraft wie mittelgroße Länder. Laut einer Studie liegen die am schnellsten wachsenden Städte aber in Schwellenländern. Dagegen dürfte Europa an Bedeutung verlieren.

Von Scheherazade Daneshkhu

Eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die jetzt veröffentlich wurde, listet Städte entsprechend ihrer Wirtschaftskraft im Jahr 2005 auf und gibt Prognosen für das Jahr 2020 ab. 2005 dominieren die Industrieländer die Liste der 30 führenden Citys. Doch bis 2020 werden Städte in Schwellenländern entweder in die Top 30 vorgedrungen oder innerhalb der Liste aufgestiegen sein. Zu diesen Aufstiegskandidaten zählen Mexiko-Stadt, Sao Paulo, Buenos Aires, Schanghai, Bombay, Istanbul und Manila.

Viele Städte in Europa werden voraussichtlich an wirtschaftlicher Bedeutung verlieren, darunter Rom, Mailand, Wien und Berlin. In den USA wird dies wahrscheinlich bei Dallas, San Francisco, Houston und Miami der Fall sein. Zwar werden all diese Städte voraussichtlich ihre Wirtschaftskraft erhöhen, aber "sie können nicht darauf hoffen, mit den schnell wachsenden Volkswirtschaften der Schwellenländer mitzuhalten", heißt es in der Studie.

Die Studie verdeutlicht die zunehmende Konzentration der Wirtschaftsaktivität in den großen Städten der Welt: 2005 machten die 30 führenden Städte 16 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft des Jahres aus.

PwC zufolge ist die Studie vermutlich die erste, die Städte nach ihrer Wirtschaftskraft auflistet und dabei die Bevölkerung und das Niveau des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens in Betracht zieht. PwC kombiniert die Bevölkerungszahlen der Uno mit eigenen Prognosen für das Pro-Kopf-Wirtschaftswachstum bei gleichbleibender Kaufkraft. Auf dieser Grundlage geht PwC davon aus, dass Tokio, New York und Los Angeles auch 2020 noch die drei wirtschaftsstärksten Städte sein werden.

London stärker als ganz Schweden

Die Wirtschaftskraft dieser Metropolen ist so groß wie die von Kanada oder Spanien. Londons Wirtschaft ist etwas größer als die Volkswirtschaft von Schweden oder der Schweiz. London liegt im weltweiten Städteranking auf Platz sechs.

PwC geht davon aus, dass die Kandidaten auf den Plätzen vier bis zehn auch 2020 noch dieselben sein werden. Allerdings erwartet die Beratungsgesellschaft, dass London, Mexiko-Stadt und Philadelphia Plätze gut machen werden, während Paris, Chicago und Osaka nach unten rutschen dürften.

John Hawksworth von PwC rechnet damit, dass in den Industrieländern künftig diejenigen Städte am erfolgreichsten werden, die bei Wirtschaftszweigen wie Finanz- und Verbraucherdienstleistungen die Nase vorn haben. In diesen Bereichen könnten die aufstrebenden Städte in China, Indien oder Brasilien nicht so schnell nachziehen, so Hawksworth.

China und Indien auch hier im Kommen

Von den 30 Städten, die den Prognosen zufolge 2020 am schnellsten wachsen, liegt keine in den großen Industrieländern. Zehn der Städte, die zwischen 2005 und 2020 am schnellsten wachsen, sollen den Prognosen zufolge in China liegen und acht in Indien. Zwischen 2005 und 2020 schaffen dem Bericht zufolge nur neun neue Städte den Sprung in die Top 100. Drei davon sollen in Indien liegen. China und Brasilien haben den Schätzungen zufolge jeweils zwei Neueinsteiger bei den 100

FTD