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Sparkurs nach Übernahme: Radikaler Personalabbau bei Warner Music

Nach der Übernahme durch eine Investorengruppe hat die Warner Music Group einen radikalen Personalabbau angekündigt. Das Unternehmen will weltweit rund 20 Prozent seiner Stellen streichen - so schnell wie möglich.

Nur einen Tag nach der Übernahme durch eine Investorengruppe unter Führung von Edgar Bronfman Jr. hat die Warner Music Group einen radikalen Personalabbau angekündigt. Das Unternehmen will weltweit rund 20 Prozent seiner Stellen streichen. Der größte Teil der Arbeitsplätze wird bereits im ersten Monat wegfallen, teilte Warner Music am Dienstag mit. Bronfmann will das Unternehmen wendiger und wettbewerbsfähiger machen.

Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Dollar geplant

Damit bestätigte die Gesellschaft einen Bericht des 'Wall Street Journal'. Der neue Besitzer strebe Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Dollar an und wolle dafür 20 Prozent der Belegschaft oder fast 1000 Mitarbeiter entlassen, hatte die Zeitung berichtet. Time Warner hatte den Verkauf seiner ehemaligen Musiksparte für 2,6 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) an die Investmentfirmen am Montag abgeschlossen.

Warner Music will auch bestimmte Geschäftssparten der Platten-Labels Elektra Entertainment und Atlantic Group konsolidieren. Lyor Cohen, der das amerikanische Musikgeschäft leitet, soll auch als Interimschef der beiden Labels fungieren. Elektra-Chefin Sylvia Rhone scheidet aus. Val Azzoli und Ron Shapiro, die Atlantic Group mit geführt hatten, gehen ebenfalls.

Nummer drei weltweit

Warner Music ist die weltweite Nummer drei unter den Musikfirmen. Branchenführer ist die Universal Music Group von Vivendi Universal. Durch den geplanten Zusammenschluss der Musiksparten von Bertelsmann und Sony wird der zweitgrößte Musikkonzern entstehen. Warner Music wird jetzt von Bronfman geführt, der schon Universal Music an die Spitze der Branche gebracht hatte. Zur Warner Music gehören neben Atlantic und Elektra weitere Platten-Labels. In den Kauf war zudem der große Musikverlag Warner/Chappel eingeschlossen. Warner Music hat Künstler wie Madonna, Faith Hill, Cher oder Eric Clapton unter Vertrag.

DPA / DPA
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