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Tarifverhandlungen: Metall-Tarifrunde auf 2004 vertagt

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn und Gehalt. Dies haben die Arbeitgeber abgelehnt und wollen über eine Verlängerung der Arbeitszeit auch ohne Lohnausgleich reden. Dies wiederum lehnt die Gewerkschaft ab.

Die erste Tarifrunde 2004 für die 3,5 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie wird heute weitgehend abgeschlossen. Arbeitgeber und IG Metall verhandeln für etwas mehr als eine Millionen Beschäftigte in den Bezirken Bayern, Küste, Niedersachsen und Thüringen. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn und Gehalt. Dies haben die Arbeitgeber abgelehnt und wollen über eine Verlängerung der Arbeitszeit auch ohne Lohnausgleich reden. Dies wiederum lehnt die Gewerkschaft ab.

Auf Januar 2004 vertragt

Nach nur kurzen Auftaktgesprächen hatten sich die Tarifparteien in den Bezirken Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Osnabrück/Emsland, Berlin/Brandenburg und der Mittelgruppe (Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland) am Montag ohne Ergebnis auf Termine im Januar vertagt. Komplettiert wird der erste Durchgang von Sachsen-Anhalt (17. Dezember) und Sachsen (8. Januar).

Peters lehnt kostenlose Mehrarbeit strikt ab

IG-Metall-Chef Jürgen Peters lehnt die von den Arbeitgebern geforderte längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich strikt ab. Im ARD-Morgenmagazin bekräftigte der Gewerkschafter am Dienstag zugleich die Forderung seiner Organisation nach vier Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung in der laufenden Tarifrunde. "Wir fordern vier Prozent Erhöhung der Gehälter, und da kommen die Arbeitgeber so um die Kurve herum und sagen, wir möchten fünf Stunden kostenlose Mehrarbeit", kritisierte Peters. Letztlich würde das rund 13 Prozent Lohnsenkung bedeuten. "Da kommt Freude auf. Das wird eine spannende Runde", fügte der Gewerkschaftschef ironisch hinzu. Man könne doch nicht ernsthaft glauben, dass sich die Arbeitnehmer bei den am Montag aufgenommenen Tarifverhandlungen "rasieren lassen".

Peters: "Hochpreisland erfordert hohe Löhne"

Peters betonte, die Gewerkschaften müssten ihren tarifpolitischen Beitrag zur Stärkung der Binnennachfrage leisten. In Situationen, wo einzelne Unternehmen in schweres Wasser gerieten, könne man über Einzelfallregelungen reden. "Aber eins sollte man auf keinen Fall ins Auge fassen: Der Tarifvertrag ist nicht ein zusätzliches Konkurrenzinstrument. Was ich dem einen gewähre, will der andere genauso haben. Wenn ich dem einen zehn Prozent Lohn nachlasse, dann ist doch klar, dass der andere das auch haben will. Wir lassen doch die Löhne nicht runterregulieren. Wir sind ein Hochpreisland, deshalb brauchen wir auch hohe Löhne", sagte Peters in dem Fernsehinterview.

Erste Bewährungsprobe für Führungsduo

Für die neue Gewerkschafts-Führung unter dem Vorsitzenden Jürgen Peters und seinem Vize Berthold Huber ist die Metall-Tarifrunde die erste Bewährungsprobe. Sie wird dadurch kompliziert, dass 1,39 Prozentpunkte des Abschlusses für die Angleichung der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten (ERA) abgezweigt werden müssen, damit die Tarifreform wie geplant ab 2008 in den Betrieben umgesetzt werden kann.

DPA