. .
Autokauf - Kaufberatung
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. September 2010, 10:30 Uhr

Die Monster-Trucks drängen auf die Straße

Gegner beschimpfen sie als Monster-Trucks, Spediteure sprechen von Gigalinern oder EuroCombis. Auf der Nutzfahrzeugmesse IAA können die Kolosse aus nächster Nähe bestaunt werden. Anfang 2011 sollen die 60-Tonnen-Lastzüge trotz massiver Kritik in einer neuen Testphase die deutschen Straßen erobern. Von Lisa Reggentin

Gigaliner, Eurocombis, Monster-Trucks, Testlauf

Die Gigaliner sind 60 Tonnen schwer und 25 Meter lang© Allianz pro Schiene / Kraufmann

Männer lieben Bagger und hassen Brummis. Auch auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover werden die größten Entwicklungen in der Lkw-Industrie, die sogenannten Gigaliner, keine Publikumsmagneten sein, sondern nur die Fachwelt interessieren. Ausweichen wird man den Monster-Lkw aber nicht - schon im nächsten Jahr sollen sie probeweise auf deutschen Straßen unterwegs sein. Die Bundesregierung plant einen landesweiten Feldversuch. Anfang 2011 werden die ersten Gigaliner durch die Republik geschickt. Das Ziel: eine Erleichterung für den Güterverkehr schaffen, wie Andreas Scheuer, CSU-Staatssekretär im Verkehrsministerium, erläutert.

Gigaliner, Eurocombis, Monster-Trucks, Testlauf

Der Gigaliner im Größenvergleich© stern.de-Infografik

Zweiter Anlauf für die Transport-Riesen

Mit 60 Tonnen Gesamtgewicht und 25 Metern Länge sind die Super-Lkw sieben Meter länger und 20 Tonnen schwerer als bisher zugelassene Transporter. Auf europäischer und nationaler Ebene wird seit einigen Jahren über die Zulassung von Gigalinern diskutiert. Nachdem mehrere deutsche Bundesländer Pilotprojekte durchgeführt hatten, entschied sich die Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern im Oktober 2007 gegen den Einsatz überlanger Lkw in Deutschland und damit auch gegen neue Modellversuche. Doch trotz des negativen Votums soll nun ein erneuter Feldversuch gestartet werden. Er soll feststellen, ob die Langlaster ökonomischer sind, ohne Umwelt und Straßen stärker zu belasten oder die Verkehrssicherheit zu gefährden. Für diesen Probelauf erteilte die schwarz-gelbe Regierung eine generelle Ausnahmeverordnung.

Das Pilotprojekt ist umstritten. Kritiker versuchen, die Testphase aufgrund der fehlenden Rechtsgrundlage zu stoppen. Laut eines Gutachtens, das das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag des Deutschen Städtetags, der Allianz pro Schiene und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) angefertigt hat, ist die Genehmigung der Testfahrten ohne parlamentarische Beteiligung rechtswidrig. Vermutlich ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis die Gesetzeslücke geschlossen wird, und die Transport-Riesen dann zumindest probeweise auf deutschen Straßen fahren.

Neue Perspektiven fürs Speditions-Geschäft

Laut Staatssekretär Scheuer haben bereits 300 bis 400 Unternehmen Interesse an einer Beteiligung des Feldversuches geäußert. Spediteure und Logistiker erhoffen sich dank des wesentlich größeren Ladevolumens neue Perspektiven für ihr Geschäft. So könnten Ladungen, für die vorher sechs Fahrten eingeplant wurden, mit dem Gigaliner in nur vier Fahrten transportiert werden. Auf diese Weise soll das Verkehrsvolumen verringert und Dieselkraftstoff eingespart werden. Das würde zu einem geringen CO2-Ausstoß führen. Der wichtigste Aspekt für die Forderung nach den Riesen-Lkw dürften aber die geringeren Transportkosten vor allem wegen der Ersparnis an Lohnkosten sein. Das sehen auch Kritiker der Riesen-Trucks. "Die Transportkosten werden um 20 bis 25 Prozent günstiger sein als bislang", sagt Pro-Schiene-Experte Andreas Geißler. Das ist für den Bahn-Lobbyisten allerdings kein gutes Zeichen. Er befürchtet, dass damit der Transport auf der Straße noch attraktiver wird und sich der Güterverkehr von der Schiene zurückverlagert.

Abstimmung

Sollen Gigaliner in Deutschland erlaubt werden?

Abstimmen Ergebnis anzeigen
  zurück
1 2
 
 
 
Partnerangebot Kfz-Versicherungsvergleich

Versicherungsbeiträge erhöht? Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht und sparen Sie bis zu 500€ im Jahr. mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft