Microsoft, Apple und Google wildern mit wachsender Dynamik in ihren gegenseitigen Märkten. Mit einem starken Geschäft allein können sie bei Investoren längst nicht mehr punkten. Wie die fortschreitende Digitalisierung alte Grenzen durchlässig macht. Von Helene Laube und Jörn Paterak

Die Lust auf Smartphone-Apps zeigt: Nur mit vergleichbaren Diensten kommt der Erfolg© George Frey/Getty Images
Am 5. Januar präsentierte Google das erste Stück Hardware, das der Webkonzern je ersonnen hat. Das Google-Handy ist kein iPhone-Killer, aber eine gleichwertige Antwort auf das Apple-Smartphone. Am gleichen Tag wagt sich der Hardwarekonzern Apple in Googles Domäne vor und schluckt einen Spezialisten für Onlinewerbung. Tags darauf präsentiert Microsoft einen Tablet-Rechner, den der Softwarekonzern mit Hewlett-Packard entwickelt. Vergangene Woche konterte Apple mit dem iPad, das gegen Netbooks und damit auch gegen die Betriebssysteme Windows von Microsoft und Googles Chrome OS antritt.
Die Nachrichten eines Monats über die nach Marktkapitalisierung größten IT-Konzerne machen klar, wie sehr sich ihre Geschäftsfelder überlappen. "Es gibt in der Technologiebranche keine Unternehmen, die sich mehr aufeinander zubewegen", sagt Zukunftsforscher Paul Saffo, der als einer der Ersten den steilen Aufstieg des World Wide Web vorhergesagt hatte. Kein weiterer Rivale prägt und kontrolliert die IT-Branche derart umfassend - obwohl Nokia , Sony , Yahoo oder vor einigen Jahren auch Time Warner mit AOL die Voraussetzungen dafür durchaus gehabt hätten. Seien es Hardware, Software, Onlinewerbung, Onlineservices wie Websuche, Navigation und Cloud-Computing oder das Angebot von Mediencontent wie Spiele, Musik oder Bücher - das Dreigespann ist schon da. Diese Macht ist an Voraussetzungen geknüpft, die nur Microsoft, Apple und Google erfüllen und die wir auf den folgenden Seiten genauer vorstellen.
Gefunden in ... ... der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland"