Apple soll an schlauer Touchscreen-Uhr arbeiten

11. Februar 2013, 14:49 Uhr

Kommt nach iPhone und iPad die iWatch? Laut Medienberichten arbeitet Apple an intelligenten Uhren mit Touchscreen-Display und iOS-Betriebssystem. Erneut könnte Apple einen Markt revolutionieren. Von Christoph Fröhlich

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So könnte die iWatch aussehen: Konzept der ADR Studios.©

Das iPhone hat vor einem Monat seinen sechsten Geburtstag gefeiert, das iPad wurde vor wenigen Tagen drei Jahre alt. Kein Wunder, dass die Tech- und Börsenwelt gespannt auf das nächste große Ding von Apple wartet. Doch das könnte womöglich etwas ganz Kleines werden: eine Uhr. Glaubt man Berichten der "New York Times", bastelt der iPhone-Hersteller an einer sogenannten Smartwatch, einer intelligenten Armbanduhr, die Funktionen eines Smartphones übernehmen könnte.

Nachrichten vom Handy auf die Uhr

Apple habe ein solches Gerät bereits mit seinem Produktionspartner Foxconn besprochen, schrieb das "Wall Street Journal" am Sonntag. Genaue Details scheinen noch nicht festzustehen, derzeit experimentiert der Konzern angeblich mit verschiedenen Designs. Nach Informationen der "New York Times" favorisiere Apple Geräte mit einer Oberfläche aus gebogenem Glas. Bedient werden könnte das Gerät nicht nur mit Knöpfen und dem Touch-Display, sondern auch mit dem Sprachassistenten Siri.

Wie alle Mobilgeräte soll auch die Smartwatch mit dem Betriebssystem iOS laufen. Das eng verknüpfte System aus Hardware und der passenden Software könnte Apples Alleinstellungsmerkmal werden: Für iOS-Entwickler wäre es ein Leichtes, speziell für die iWatch angepasste Apps zu programmieren und diese in Apples iTunes-Plattform anzubieten. So könnten Nutzer beispielsweise die Musikwiedergabe auf ihrem Smartphone steuern, ohne es aus der Hosentasche zu nehmen. Auch Kartendienste, Wetterdaten, Kalendereinträge, Eilmeldungen, Facebook-Nachrichten, Tweets und Erinnerungen könnten vom Handy via Bluetooth direkt an die Uhr geschickt werden.

Apples neuer Milliardenmarkt

Dass Apple eine solche Uhr auf den Markt bringen werde, sei keine Frage des "Ob", sondern nur noch des "Wann", schreibt Christina Bonnington, Autorin des gewöhnlich gut informierten "Wired"-Magazins. Vieles spricht für Apples baldigen Einstieg in die Welt der Armbanduhren: Einige Hersteller, darunter auch Sony, bieten bereits ähnliche Geräte an, die allerdings noch einige Kinderkrankheiten wie eine geringe Akkudauer oder eine komplizierte Bedienung aufweisen. Apple könnte den Markt ähnlich umkrempeln wie einst mit dem iPhone oder dem iPad.

Noch ist die Konkurrenz überschaubar, das Interesse aber schon jetzt riesig: Im vergangenen Mai sorgte eine "Pebble" getaufte Smartwatch für weltweites Aufsehen. Knapp 70.000 Unterstützer gewährten via Kickstarter eine Finanzspritze von mehr als zehn Millionen US-Dollar, um eine Smartwatch für iPhone und Android-Geräte zu entwickeln. Einige Experten schätzen den Markt des "Wearable Computing" für das Jahr 2014 auf 1,5 Milliarden Dollar.

Laut "Wired"-Autorin Bonnington könnte die Apple-Uhr noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr vorgestellt werden. Google will einen noch radikaleren Weg mit der Computerbrille Google Glass einschlagen, die Informationen direkt vor das Auge des Nutzers einblendet. Mitgründer Sergey Brin ist als Verfechter des Projekts bekannt.

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