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23. Januar 2012, 10:30 Uhr

Kim Dotcom erklärt sich für unschuldig

Kim Schmitz, der wegen Internetpiraterie und Geldwäsche angeklagte deutsche Gründer der Internet-Tauschbörse Megaupload, hat sich vor einem Gericht für unschuldig erklärt. Ob Schmitz, der sich auch Kim Dotcom nennt, auf Kaution freikommt, ist noch offen.

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Kim Schmitz vor Gericht in Auckland© Reuters

Der in Neuseeland inhaftierte Gründer des Online-Speicherdienstes Megaupload, Kim Schmitz, hat die Vorwürfe der Internetpiraterie zurückgewiesen. Vor einem Gericht in Auckland forderte er daher eine Entlassung aus der Untersuchungshaft gegen Zahlung einer Kaution. "In diesem Fall wird es keinerlei Entgegenkommen von Mr Dotcom geben", sagte sein Anwalt Paul Davison. Der 37-jährige Deutschen hat sich inzwischen auf Kim Dotcom umtaufen lassen. In Hongkong soll er allerdings auch noch unter dem Namen Kim Tim Jim Vestor aktiv sein.

Staatsanwältin Anne Toohey warnte dagegen, es bestehe eine sehr hohe Fluchtgefahr. Der Angeklagte habe Zugang zu viel Geld, Transportmöglichkeiten sowie mehrere Identitäten und sei außerdem schon mehrfach vor der Justiz geflohen. Zum Beispiel einmal nach Thailand, als er in Deutschland gesucht worden sei.

Sein Verteidiger dagegen argumentierte, dass sein Reisepass beschlagnahmt und seine Finanzen eingefroren seien und Schmitz dauerhaft in Neuseeland bleiben wolle. Eine Entscheidung des Gerichts wird nicht vor Dienstag erwartet.

Drei Verdächtige immer noch auf der Flucht

Schmitz hat eine der bizarrsten Karrieren der New Economy hingelegt und wurde zusammen mit drei weiteren Managern von Megaupload - zwei Deutsche und ein Niederländer - am Freitag in Auckland verhaftet. Drei weitere Verdächtige, darunter ein weiterer Deutscher, sind flüchtig. Das Portal Megaupload wurde geschlossen. Die Behörde wirft ihnen unter anderem Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Urheberrechten, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen vor. Die Strafen darauf sind hart: Allein auf letzteres stehen 20 Jahre Haft. Schmitz droht eine Auslieferung an die USA.

Alles ist "Mega"

Die Polizei in Neuseeland beschlagnahmte Gegenstände im Wert von mehreren Millionen Dollar, Luxus-Autos wie etwa einen Rolls-Royce sowie umgerechnet acht Millionen Dollar von den Beschuldigten. Laut Anklageschrift soll Megaupload mit dem Weiterverteilen von geschützten Filmen, Musiktiteln und Softwareangeboten über 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Der gebürtige Kieler Schmitz mischte seit Mitte der Neunziger Jahre in der deutschen Internetszene mit und ist für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt.

Konkurrent macht Rückzieher

Die Abschaltung der Internet-Tauschbörse Megaupload sorgt für Verunsicherung in der Branche. Rivale Filesonic nahm am Montag vorsorglich einen Großteil seines Angebots vom Netz. Demnach können Nutzer zwar noch Musik- und Film-Dateien speichern, aber diese nur noch selbst abrufen und anderen nicht mehr zur Verfügung stellen.

san/AFP/Reuters
 
 
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