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Und plötzlich glotzt der Hacker ins Wohnzimmer

16 Millionen Deutsche haben einen Smart TV. Kein Wunder, die schlauen Fernseher sind praktisch - aber unsicher. Ein Hacker konnte sich nun via DVB-T in den Fernseher hacken und die Kamera aktivieren.

Von Christoph Fröhlich

  Samsungs Fernseher können von Hackern via DVB-T geknackt werden.

Samsungs Fernseher können von Hackern via DVB-T geknackt werden.

Smart TVs, also Fernseher mit Internetaschluss, werden immer beliebter: In Deutschland gibt es mittlerweile 16 Millionen Geräte. Das ist nicht überraschend, immerhin bieten die schlauen Fernseher viele Vorteile. Dank Netflix und Co. kann man auf Knopfdruck die Lieblingsserie da weiterschauen, wo man gestern aufgehört hat. Und wenn die Sportschau zu langweilig ist, kann man bequem nebenher daddeln. Bei aktuellen Geräten muss man dafür nicht einmal zur Fernbedienung greifen: Immer mehr Fernseher lassen sich mit Sprachbefehlen steuern.

Doch wie das ARD-Magazin "Plusminus" in einem Beitrag zeigt, sind die schlauen Fernseher alles andere als sicher. In einem aufsehenerregenden Experiment gelang es dem IT-Sicherheitsexperten Benjamin Michéle, den Fernseher eines Pärchens aus einem Lieferwagen vor der Haustür heraus zu knacken - mit wenig mehr als einem Laptop.

Smart TVs in Sekunden hacken

In dem Computer steckte eine DVB-T-Antenne, die wie ein Fernsehturm ein Signal an den Fernseher sendet. Das Problem: Der Fernseher, ein Modell des Marktführers Samsung, erkennt nicht, dass das Signal manipuliert ist und verbindet sich so mit dem Laptop des Hackers. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ermöglicht den Zugriff auf das komplette Gerät. Zum Beweis aktiviert der Hacker vom Laptop aus die Kamera des Fernsehers - schon erscheint das Pärchen auf seinem Bildschirm, wie es auf der Couch lümmelt. Die Zuschauer merken davon nichts. Dabei ist es ein erschreckender Eingriff in ihre Privatsphäre.

  So sieht der Hacker das Pärchen auf seinem Laptop

So sieht der Hacker das Pärchen auf seinem Laptop

"Man fühlt sich nicht sicher"

Nun geht der Hacker noch einen Schritt weiter und knipst den Fernseher aus. Als plötzlich das Bild schwarz wird, bemerkt das Paar, dass etwas nicht stimmt. Erklären können sie sich den Vorfall aber nicht. Als sich der Experte zu erkennen gibt und die Situation aufklärt, ist das Paar sichtlich schockiert. So erklärt Test-Opfer Frédéric Waimer: "Das macht schon Angst. Man fühlt sich einfach nicht mehr in seinen eigenen vier Wänden sicher. Man kann beobachtet werden, das ist kein schönes Gefühl."

Nach Informationen von "Plusminus" kennt Samsung die Schwachstelle bereits seit Ende 2013. Doch nur bei wenigen Modellen wurde die Sicherheitslücke durch ein Update behoben (Update: Samsung hat mittlerweile reagiert und für viele Geräte eine Aktualisierung bereitgestellt). Laut dem IT-Experten Benjamin Michéle ist das nicht überraschend: "Das liegt daran, dass die Hersteller schnell auf den Markt wollen. Der Fernseher soll möglichst viele Fähigkeiten haben und gleichzeitig wird zu wenig Wert darauf gelegt, die Fernseher sicher zu gestalten", erklärt er gegenüber "Plusminus".

Um sich vor solchen Attacken zu schützen, hilft nur eines: Den Fernseher immer auf dem neuesten Stand halten - und am besten die Kamera zukleben.

Update 16.30 Uhr

: Samsung hat mittlerweile für viele aktuelle Smart-TV-Modelle eine Aktualisierung zum Download bereitgestellt. Bis Ende Mai sollen zudem auch alle weiteren Hbb TV-fähigen Samsung TV-Modelle ein Software-Update bekommen.

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