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6. März 2007, 17:57 Uhr

Bayerische Staatsbibliothek kooperiert mit Google

Als erste deutsche Bibliothek beteiligt sich die Bayrische Staatsbibliothek an dem "Buchsuche"-Projekt von Google. Mehr als eine Million Bücher aus dem Bestand würden digitalisiert - angeblich, ohne Urheberrechte zu verletzen.

Die Bayrische Staatsbibliothek verkündet auf ihrer Website die Google-Kooperation© www.bsb-muenchen.de

Internetnutzer können in Zukunft mehr als eine Million Bücher der Bayerischen Staatsbibliothek über die Suchmaschine Google online abrufen. Das Münchner Institut hat sich als erste deutsche Bibliothek der "Google Buchsuche" angeschlossen. "Google digitalisiert mehr als eine Million ausschließlich urheberrechtsfreie Bücher der Staatsbibliothek und stellt sie ins Netz", sagte der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) bei der Bekanntgabe der Kooperation in München.

"Die unternehmerische Vision Googles, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen, steht in völligem Einklang mit dem Auftrag und dem Anspruch der Bayerischen Staatsbibliothek", sagte Rolf Griebel, Generaldirektor der Bibliothek. "Google Buchsuche" kooperiert weltweit mit mehr als 10.000 Verlagen und 14 Bibliotheken, zum Beispiel den Universitätsbibliotheken von Harvard, Stanford und Oxford.

"Nur Bücher mit erloschenen Schutzrechten werden gescannt"

Bei den Büchern der Verlage können die Nutzer nur einen begrenzte Anzahl der Seiten lesen; die Verlage können die Bücher kostenlos bewerben. Die urheberrechtsfreien Bücher der Bibliotheken können vollständig gelesen und herunter geladen werden. Kritiker argumentieren, die Internetseite ermögliche auch die Suche in Millionen von urheberrechtsgeschützten Büchern. Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, sagte, aus München würden nur Bücher digitalisiert, deren Autoren vor mindestens 70 Jahren verstorben und deren Schutzrechte demnach abgelaufen seien.

Griebel sagte, viele Bücher seines Instituts seien akut vom Papierzerfall bedroht. "Durch die Digitalisierung dieser Werke kann zumindest die in ihnen gespeicherte Information gesichert werden." Goppel sagte, die gesamte Digitalisierung werde von Google finanziert und bringe einen enormen Kostenvorteil. "Und die Digitalisierung wird im Freistaat Bayern durchgeführt - das schafft Arbeitsplätze."

In den Beständen der Staatsbibliothek finden sich Originalausgaben der Grimm'schen Märchen sowie Werke von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe. Das älteste Werk, das digitalisiert wird, ist eine Erstausgabe von Schillers Drama "Die Räuber" aus dem Jahr 1871.

DPA
 
 
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