19. Juni 2012, 15:14 Uhr

Zeig mir dein Gesicht

Das soziale Netzwerk hat die Webseite Face.com gekauft, die sich auf Gesichtserkennung spezialisiert hat. Bei 300 Millionen Bildern täglich ein möglicherweise lukratives Geschäft.

Facebook, Gesichtserkennung, Face.com, Dienst

Facebook kauft Face.com: Das israelische Unternehmen hat sich auf die Erkennung von Gesichtern spezialisiert.©

Facebook treibt die Erkennung von Gesichtern auf Fotos voran. Das weltgrößte Soziale Netzwerk hat dazu die israelische Firma Face.com übernommen, die eine Technologie zum Identifizieren von Personen auf Bildern entwickelt hat. So hat Face.com eine App für das iPhone herausgebracht, mit der die abgebildeten Menschen direkt nach der Aufnahme einen Namen bekommen.

Ein Facebook-Sprecher betonte am Dienstag, dass beide Unternehmen schon länger zusammenarbeiteten. "Diese Transaktion lässt einfach ein herausragendes Team und einen langjährigen Technologie-Dienstleister zu einem Teil von Facebook werden." Ein Preis wurde nicht genannt. Das Blog "Techcrunch" berichtete unter Berufung auf eingeweihte Personen zuletzt von 55 bis 60 Millionen Dollar.

Flut an Bildern

Die rund 900 Millionen Facebook-Nutzer laden täglich im Schnitt mehr als 300 Millionen Fotos hoch, um sie mit ihren Freunden und Bekannten zu teilen. Die automatische Erkennung von Gesichtern ist allerdings umstritten. Deutsche Datenschützer fordern, dass Facebook zuvor die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer einholt.

Die Gesichtserkennung ist für Facebook wichtig, weil die Funktion das Soziale Netzwerk attraktiver machen und damit die Umsätze in die Höhe treiben könnte. Facebook braucht geschäftliche Erfolge: Beim Börsengang waren Zweifel daran laut geworden, dass das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen sein enormes Wachstumstempo halten kann. Die Aktie notiert weiterhin unter dem Ausgabepreis.

cf/DPA
 
 
Jetzt bewerten
2 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
EM 2012 auf Facebook Die Typologie der Facebook-Kommentatoren

Was Olli Kahn und Mehmet Scholl machen, kann bei Facebook auch der gemeine Fußballanalytiker: jedes Spiel öffentlich kommentieren. Eine Typologisierung zu den EM-Kommentaren im sozialen Netzwerk.

Umbau bei SchülerVZ Gefällt nicht mehr: VZ-Netzwerke

Seit Facebook auf dem Bildschirm erschienen ist, haben die VZ-Netzwerke kontinuierlich Nutzer verloren. Mit neuem Namen und neuem Fokus will man jetzt wieder digitales Land gewinnen.

Vom Studenten-Startup zum Börsengang Die Facebook-Chronik

In nur acht Jahren hat Mark Zuckerberg Facebook zum größten Online-Netzwerk der Welt gemacht. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Stationen - in einer ganz speziellen Timeline.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?