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23. September 2008, 23:15 Uhr

Google to go

Mit viel Tamtam präsentiert T-Mobile in New York das "G1" - das erste mobile Telefon, das mit Googles Betriebssystem Android läuft. Es soll dem iPhone von Apple Konkurrenz machen und versteht sich als "digitaler Assistent". Bei einer der vielen Funktionen werden sogar Frauen hellhörig. Von Ulrike von Bülow, New York

Bei der Präsentation des G1 in New York herrschte großer Presserummel© Mark Lennihan/AP

Es geht sehr viel um technisches Gedöns an diesem Morgen in Manhattan. T-Mobile, die Telekom-Tochter, hat ins "Gustavino's" geladen, eine so genannte "Catering Hall", zu mieten für Veranstaltungen, sehr nett gelegen unterhalb der Queensboro Bridge am East River. Über dem Eingang prangt ein Schild, darauf steht in kermitgrün: "G1", so heißt das Telefon, das T-Mobile heute präsentiert - auf einer internationalen Pressekonferenz, vor 200 Journalisten. Das "G1" soll ja ein ganz besonderes Telefon sein: Es ist das erste Handy, mit dem von Google initiierten Betriebssystem Android, und darum lauschen nun alle gespannt, was die Gastgeber zu erzählen haben; na ja, fast alle: Für Frauen, die zuviel Technik, zu viel Gedöns auf einem Telefon eher verwirrend finden, weil sie mit einem Telefon am liebsten einfach telefonieren, ist das Ganze etwas ermüdend. Jedenfalls, bis es zum Thema "ShopSavvy" kommt, dem super innovativen Shopping-Assistenten, den das "G1" zu bieten hat: Da werden die Frauen im Saal plötzlich ziemlich hellhörig.

"Und hier ist es, das neue G1!"

Das "Gustavino's" ist magentafarben ausgeleuchtet, auf einer Bühne stehen zwei Flachbildschirme, groß wie eine Tischtennisplatte, und davor treten auf: Cole Broadman, der "Chief Technology" von "T-Mobile USA", der sagt, "wir sind heute hier, um eine neue Plattform zu feiern". Und Christopher Schläffer, hier "Innovation Officer, Deutsche Telekom" genannt, der sagt, dies sei der Startschuss für "das erste Android-Handy", und dieses Handy sei ein Meilenstein für "das mobile Internet". Leider sagt er auch, das T-Mobile-Kunden in Deutschland noch ein bisschen auf diesen Meilenstein warten müssen: Sie können das "G1" im ersten Quartal 2009 erwerben. Anders als die amerikanischen Klienten: Hier wird das Telefon in einem Monat erhältlich sein - für 179 Dollar, so man denn einen Zweijahresvertrag unterschreibt. Dann tritt noch ein Herr von Google auf, und auch der Boss des taiwanesischen "G1"-Herstellers HTC hat noch etwas zu sagen; es wird viel erzählt, alle sind "sehr stolz" auf ihr Produkt, und dann heißt es: "Und hier ist es, das neue G1!"

Pfadfinder und Shopping-Assistent

Es wird ein Filmchen über das Telefon gezeigt, das auf den ersten Blick dem iPhone ähnelt: Es hat einen recht großen Bildschirm, auf dem man mit den Fingern hin und her streicht und so das Menü bedient. Doch unter dem Bildschirm steckt eine Tastatur, und wenn der Bildschirm beiseite geschoben ist, sieht das Telefon aus wie ein Mini-Laptop. Der andauernd online ist: Das "G1" ist ja so etwas wie "Google to go"; es gibt darauf G-Mail, Google-Maps und einen tollen Kompass mit Google-"Street-View"-Bildern, mit dem sich in Manhattan niemand verlaufen kann. Und beim Anblick des Kompass' klopfen sich Mr. Broadman und Herr Schläffer, die T-Männer, gegenseitig auf die Schultern, dolle Sache, was?!

Die Google-Gründer Sergey Brin (l.) und Larry Page kamen auf Rollerblades zur "G1"-Präsentation© Stuart Ramson/AP

Dann wird noch gezeigt, wie man sich lustige Spiele herunterladen kann, Pac-Man etwa, und wie man zu Amazon gelangt, um Musik abzuspeichern - und wie "ShopSavvy" funktioniert, der sehr interessante Shopping-Assistent: Man kann mit seinem "G1" in ein Geschäft gehen und mit der Kamera einen Barcode fotografieren, egal, ob der auf einem Buch, einem paar Schuhe oder einer elektrischen Zahnbürste klebt - das Telefon sucht erstens die günstigsten Preise heraus und sagt zweitens, wo in der Nähe das Buch, die Schuhe, die Zahnbürste am allergünstigsten zu haben sind. Das ist sehr hilfreich für Frauen, die beim Schuhkauf gern Geld sparen, um es so dann in einen Lippenstift zu investieren.

Dann ist das Filmchen vorbei und es rollen zwei Herren auf die Bühne, die natürlich beide schon ein neues "G1"-Handy besitzen - es zeichnet sich in den Taschen der schwarzen Hosen ab, die beide tragen: Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin kommen auf Rollerblades herein, sie haben nicht viel Zeit, sagen sie, aber sie fischen schnell ihre Telefone aus ihren Hosentaschen und halten sie hoch: Das "G1" sei ganz toll, "man ist damit schneller im Internet als mit einem Laptop", sagt Brin, "und wer hat schon ständig seinen Laptop dabei?"

Herumspielen mit Lachs-Fingerchen

Die meisten Menschen hier haben einen BlackBerry dabei oder ein iPhone, und zumindest mit einem BlackBerry ist man genauso schnell bei stern.de wie mit einem "G1" - das kann man wenig später ausprobieren, denn dann ist die große Präsentation vorbei: Es werden Croissants gereicht, Lachsschnittchen und Brötchen mit Ei, und dann darf man mit seinen Lachs- und Ei-Fingerchen ein bisschen auf dem "G1" herumspielen. Es sind Demo-Stände aufgebaut, an denen jeweils ein paar Handys angeleint sind, vermutlich, damit niemand eines mopst. Und an den Ständen stehen T-Mobile- und Google-Mitarbeiter und erklären, wie das Telefon funktioniert. Wer die Queensboro-Bridge draußen sehen möchte, streicht mit dem Finger auf "Maps", erhält seinen aktuellen Standort und gelangt über die "Satellite"-Funktion auf ein naturgetreues Bild der Brücke von oben - wie bei "Google-Earth".

Robert Heukamp, blond und blauäugig, Marketing-Mensch bei T-Mobile, sagt: "Niemand soll in Zukunft noch nach dem Weg, nach einem Stadtplan fragen müssen, denn jeder hat mit diesem Telefon alles dabei, was das Internet ihm zu bieten hat." Heukamp sagt, er teste das "G1" seit Januar und fände es ganz hervorragend: Der Mail-Service etwa sei ja immer online und durch die Push-Funktion tauche jede Mail sofort auf. Und man könne sich alles aus dem Internet herunter laden, was man so brauche: Zugverbindungen, Kontostand - "das Telefon ist ein persönlicher, digitaler Assistent", sagt Heukamp.

Das "G1", in schwarz und in weiß zu haben, wiegt etwa so viel wie ein iPhone oder ein BlackBerry Pearl, es liegt ähnlich wie diese Geräte in der Hand - jedenfalls, so lange der Bildschirm nicht ausgeklappt ist. Ist er das, will man eine E-Mail schreiben, wechselt das Menü von Hoch- auf Querformat. Und das sei ein bisschen kompliziert, ein Schritt zu viel, sagen die Journalisten, die sich auf Stimmenfang gegenseitig interviewen: Da habe man es mit einem iPhone oder einem BlackBerry doch leichter. Apple-Jünger werden vermutlich beim iPhone bleiben und Geschäftskunden beim BlackBerry, dennoch ist das "G1" ein hübsches Spielzeug, mit dem man sich stundenlang beschäftigen kann. Darüber vergisst man ganz und gar, dass das "G1" eine Anruffunktion hat - man soll damit aber auch telefonieren können.

Von Ulrike von Bülow, New York
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
0814schnuff (26.09.2008, 18:54 Uhr)
Google to Go Wohin?
So ein Schwachsinn. Angefangen bei diesem Artikel, dessen Infogehalt schlechter ist als eine Tube Löwensenf, bis zu den bescheuerte Handy´s oder PDA ´s oder wie dieser ganze Schrrott heist.
Ein Kompass, toll, bloss fast keiner kann damit umgehen. Das wäre ja mal eine intelligente Fähigkeit, aber angesichts des IQ´s von vielen Handy und PDA geilen Ze8itgenossen ist da kaum was zu erwarten.
Aber was wirklich fehlt, einfache gut und logisch orientierte Telefone ohne schnick schnack, das gibt es nicht. was eh keiner braucht, da kommt keiner drauf.
Ich glaube, dass immer mehr Menschen sich Ihren Verstand und ihre Fähigkeiten mit diesem Elektromüll kaputtmachen.
Statt miteinander reden, sendet man sich verstümmelte Sprachfetzen. Man Ideomatisiert den Alltag mit stetig wachsenden Sprechblasen, ständig wechselnden sog. technischen Inovationen und am Ende des Tages kann man nicht mehr in der Realität existieren, weil das krampfartige 2 Daumenhacken (Blackberry) 1 Daumenhacken in das Handy für geistig- seelischen Entzug sorgt, welcher an die ersten Symptome einer Psychose erinnert.
Dann wird fast orgiastisch über irgend einen Inovation (G1) polemisiert und im Ergebnis taugt das Zeug eher weniger für den Alltag, weil diese oder jene Macken irgendetwas verhindern.
Bis man heutzutage die Bedinungsanleitung eines Gerätes z.B. PDA oder Handy einigermassen kapiert hat ist das Teil veraltet. Geräte ca. ein halbes Jahr alt werden nicht mehr produziert. Wenn man ein Telefon 2 Jahre hat gilt man als Methusalem.
Fakt ist aber auch, dass nicht wenige dieser Technikgeneratiin sich auf Dauer mehr als unfähig für das Leben im Alltag erweisen.
Fähigkeiten aus sozialen Beziehungen der Zwischenmenschlichen Interaktionen werden auf die elektronische Kommunikation und damit auch auf die mangelhafte Begrenzung dieser Technik verlegt. Was dabei herauskommt sind Kinder, Jugenliche und Erwachsene mit einem Reifegrad welcher sich kaum mesen lässt, weil defakto kaum vorhanden. Die reale Folge in meiner therapeutischen Praxis gut sichtbare, enorm viele Spannungen, Konflikte und Gealt und für die Allgemeinheit langfrsitig gesehen eine stetig zunehmende Zahl von absolut lebensunfähigen stark konflikterzeugenden Menschenmassen.
Neues Handy Nein Danke, wenn noch nicht mal der alte SChrott gecheit funktioniert.
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