Tomaten sollen vor Tumoren schützen, Joghurts das Immunsystem anregen, Vitamine vor Erkältungen bewahren: Werbeversprechen oder Wirklichkeit? Wissenschaftlich bewiesen ist jedenfalls nur wenig.

Alle Vitamine stärken die Körperabwehr - Experten sagen: stimmt nicht© Picture-Alliance
Vitamine, so die verbreitete Meinung, sind immer gesund: Sie helfen gegen Erkältungen und beugen Krebs vor. Fachleute widersprechen dem heftig: Die vermehrte Einnahme von Betakarotin beispielsweise kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.
Betacarotin wird im Körper in Vitamin A umgewandelt: Offenbar sind Vitamine oder Vorstufen davon nicht immer gesund. Das gilt besonders für Raucher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat daher die erlaubte Menge an Betakarotin in Nahrungsergänzungs-Mitteln seit dem Jahr 2005 begrenzt.
Tomaten machen unser Immunsystem gegen Krebszellen fit, haben Wissenschaftler herausgefunden. In einigen Studien wurde die stärksten Effekte bei Prostata-Krebs, Tumoren der Bauchspeicheldrüsen, Eierstock-Krebs und Magen-Karzinomen nachgewiesen.
Die Gründe dafür sind Wissenschaftlern noch unbekannt. Eine Rolle könnte Lycopin spielen, eine Substanz, die in Tomaten in hohen Konzentrationen enthalten ist. Sie wirkt als Radikalenfänger: Sie neutralisiert Stoffe, die bei Alterungsprozessen von Zellen beteiligt sind.
Allerdings kommen die einzelnen Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen. Deshalb hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food an Drug Administration (FDA) davon abgesehen, Tomaten oder Tomatensauce als Vorbeugung gegen verschiedene bösartige Tumore zu empfehlen.