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19. Juni 2010, 10:55 Uhr

Tee und Kaffee schützen das Herz

Kaffee- und Teetrinker brauchen sich nicht unnötig zurückzuhalten: Niederländische Forscher haben herausgefunden, dass ein hoher Teekonsum und ein moderater Kaffeegenuss das Risiko für tödliche Herzkrankheiten senken kann.

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Tee-Fans können so viel Tee trinken, wie sie möchten© Colourbox

Leidenschaftliche Teetrinker müssen sich nicht zurückhalten und dürfen ihr Lieblingsgetränk nach Herzenslust genießen. Eine Langzeitstudie niederländischer Wissenschaftler belegt, dass ein hoher Teekonsum das Herz schützen und das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, deutlich senken kann. Auf Schlaganfall oder allgemeine Sterblichkeit hatte der Genuss der Getränke keine Auswirkungen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher um Yvonne van der Schouw vom University Medical Center Utrecht im Fachmagazin "Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology" der American Heart Association.

"Während frühere Studien gezeigt haben, dass Kaffee- und Teekonsum das Risiko für Herzkrankheiten zu reduzieren scheinen, gab es bis jetzt keinen schlüssigen Beweis für einen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko oder die Gefahr einer tödlich ausgehenden Herzerkrankung", erklärt van der Schouw. Um diesen Zusammenhang zu untersuchen, analysierte das Forscherteam 13 Jahre lang das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen bei insgesamt 37.514 niederländischen Frauen und Männern im Alter zwischen 20 bis 69 Jahren.

Die Studienteilnehmer wurden zu Beginn der Studie per Fragebogen über ihren Kaffee- und Teekonsum befragt. Dabei hatten die Forscher keine genauen Informationen darüber, welchen Tee die Probanden tranken. Generell würden niederländische Verbraucher aber zu 78 Prozent schwarzen Tee und zu 4,6 Prozent grünen Tee konsumieren. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass ihre Ergebnisse vor allem für den Genuss von schwarzem Tee gelten. Je nach Tageskonsum teilten sie die Probanden in sechs Gruppen auf, angefangen bei weniger als einer Tasse bis zu mehr als sechs Tassen pro Tag. In ihrer Analyse berücksichtigten sie auch Kriterien wie Alter, Geschlecht, Bildung, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, Hüftumfang oder Diabetes.

Im Laufe des Untersuchungszeitraumes kam es in 1881 Fällen zu Herzproblemen: Davon hatten 563 Teilnehmer einen Schlaganfall und 1387 allgemeine Herzerkrankungen. Außerdem gab es 1405 Todesfälle, von denen 70 durch einen Schlaganfall und 123 durch eine Herzerkrankung verursacht wurden.

Das Ergebnis der Studie: Viel Tee zu trinken ist gut für das Herz. Teilnehmer, die mehr als sechs Tassen pro Tag tranken, hatten gegenüber Wenigtrinkern mit weniger als einer Tasse Tee pro Tag ein um 36 Prozent reduziertes Risiko, am Herzen zu erkranken. Auch das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, war bei jenen, die drei bis sechs Tassen Tee tranken, um 45 Prozent geringer als bei jenen, die es auf weniger als eine Tasse brachten.

Kaffeetrinker achten generell weniger auf ihre Gesundheit

Bei Kaffee fanden die Forscher ebenfalls positive Effekte. Der moderate Kaffeegenuss mit zwei bis vier Tassen pro Tag wirke ebenfalls einem tödlichen Herzleiden entgegen - jeweils im Vergleich zu Kaffeetrinkern, die weniger als zwei oder mehr als vier Tassen täglich zu sich nahmen. Mit einem um 20 Prozent verminderten Risiko fiel der Effekt allerdings weniger deutlich aus als bei Teetrinkern.

Dass Kaffeekonsum ab vier Tassen kritische Folgen haben kann, erklären die Wissenschaftler nicht mit den Inhaltsstoffen. Vielmehr würden Kaffeetrinker der Statistik zufolge generell weniger auf ihre Gesundheit achten. Wer sehr viel Kaffee trank, war im Vergleich zu leidenschaftlichen Teetrinkern weniger gebildet, litt häufiger an Diabetes, rauchte, hatte einen größeren Hüftumfang und hatte einen höheren Cholesterinspiegel.

"Unsere Ergebnisse belegen, dass die Vorteile des Kaffee- und Teetrinkens wirken, ohne das Sterberisiko zu erhöhen", fasst Studienleiterin van der Schouw die Studie zusammen. Die positive Wirkung von Tee und Kaffee führen die Wissenschaftler auf die darin enthaltenen Antioxidantien zurück. Diese fangen freie Radikale ab, die den Alterungsprozess beschleunigen.

spo/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Swissmiss (20.06.2010, 11:31 Uhr)
freie Radikale
"Die positive Wirkung von Tee und Kaffee führen die Wissenschaftler auf die darin enthaltenen Antioxidantien zurück. Diese fangen freie Radikale ab, die den Alterungsprozess beschleunigen."

Letzte Woche kam im TV ein Beitrag, in dem Berichtet wurde, dass freie Radikale nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen gar nichts mit dem Alterungsprozess zu tun haben und die freien Radikale gar keinen so grossen Schaden im Körper anrichten, wie in den letzten Jahren modeweise stets behauptet wurde. Die niederländischen Forscher hängen offenbar selbst noch überhohlten Erkenntnissen nach.
Lauterbach (20.06.2010, 01:39 Uhr)
Es gibt mittlerweile auch Hinweise das Kaffee Genuss...
...Parkinson Patienten hilft. Allerdings den ganzen Tag literweise Kaffee zu trinken ist nicht unbeding gesund.

Wer Anti-Oxidate im Kaffee will muss auch auf andere Produkte zurueckgreifen, naemlich denen wo man wirklich frische Bohnen bekommt und das kann man z. B. an den Oelen erkennen die "feucht" an den Kaffeebohnen haften.
Dieser Kaffee schmeckt wesentlich besser und fuehrt wirklich zu einer Art morgendlichen Kick-Start. Massenprodukte oder bereits gemahlene Produkte koennen da nicht mithalten.

Anti-Oxidate sind auch in "echter" Schokolade vorhanden, die mit echter Kakao-Butter.
susiwolf (19.06.2010, 20:44 Uhr)
Nicht die Bohne ...
@bamsebjoern ... 13.24h

Wenn Tabletten mit z.B. Milch eingenommen werden, wird doch deren Wirkung auch neutralisiert/unwirksam ? ...
-
zum Thema:
Diese Studie erwähnt auch nicht ( beim Kaffee ) die Auswirkungen unter 'Beimischung' von den heutzutage üblichen Kaffee-Sahne-, Milch- oder Zuckeranteilen.
Die wichtigste -wohl wertgebendste- Substanz der Bohne ist das Koffein (Alkaloide) sowie Kohlehydrate, Fett-, Eiweiß-, Mineral-, Aromastoffe und Wasser und Säure. Aber vermischt ... ?
- so ist zumindest die Aussage an dieser Stelle - wie Sie richtigerweise feststellen - relativ.
Wobei die weltweite Herkunft der diversen Sorten noch garnicht angesprochen wurde.

bamsebjoern (19.06.2010, 13:24 Uhr)
Gewußt, wie
Die Betreiber der Studie haben offensichtlich nicht so genau gewußt, wie sie die Rahmenbedingungen definieren, z.B. welche Teesorten konsumiert werden sollen, und einen recht großen Anteil an anderen als Schwarz- und Grüntees zugelassen.
Da mich aus gegebenem Anlaß derartige Studien sehr interessieren, bzw. die Wirkung von Wirkstoffen bei bestimmten Anwendungen, möchte ich noch hinzufügen, daß ich in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung gelesen habe, daß nur reiner (schwarzer) Tee die beschriebenen positiven Effekte hat. Gibt man Milch oder Sahne zum Tee, werden die relevanten Wirkstoffe neutralisiert und somit unwirksam gemacht.
susiwolf (19.06.2010, 11:54 Uhr)
Radikale Erkenntnis ... !
"Fangt die Radikalen" - sagten schwarzer Tee und sagten schwarzer Kaffee .
Und was sagt das dem Verbraucher ? ...
Soviel wie: Weiter wie bisher ... Nur die Antioxidantien brauchen noch "etwas" Unterstützung.
Bewegung, vernünftige Ernährung, gesunde Lebensführung und ... ?
Das Fahrrad, um bei der nächsten Tour eine weitere Langzeitstudie anzuklingeln:
'Welche Auswirkungen auf das Herz hat das Flachland gegenüber der Berg- und Tal-Geographie ... ?'
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