Wenn der Stoßdämpfer verrutscht

Mit den Jahren werden die Bandscheiben rissig. Bei einer falschen Bewegung wölben sich Teile vor und quetschen Nerven ein. Das tut nicht nur weh, sondern kann zu Lähmungen führen.

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Bei einer rissigen Bandscheibe tritt Gallertmasse aus und quetscht den Nerv ein©

Wir hüpfen. Wir tanzen. Wir laufen. Tausende Male im Leben. Und wir genießen das. Unser Rücken dagegen ächzt. Weil ihn all diese Bewegungen zusammen stauchen. Schaden tun sie ihm aber meist nicht. Denn der Körper hat vorgesorgt: mit den Bandscheiben. Wie Wasserkissen liegen sie zwischen den einzelnen Wirbeln des Rückgrats, dreiundzwanzig an der Zahl. Die Aufgabe dieser Platten aus Bindegewebe ist es, den Druck, der auf dem Rücken lastet, auf die einzelnen Wirbel zu verteilen. Doch manchmal kündigt einer dieser Stoßdämpfer einfach seinen Job. Dann heißt es: Achtung, Bandscheibenvorfall.

Das Versagen der Bandscheiben hat etwas mit dem Alter zu tun. Die Stoßdämpfer sind verschlissen oder kapitulieren, weil sie zu sehr durch körperliche Belastung beansprucht wurden. Das weiche Innere speichert mit der Zeit immer weniger Wasser. Das Gewebekissen wird spröde und rissig. Durch die kleinen Brüche tritt Gewebe und Wasser aus, die Bandscheibe wird immer dünner. Drückt der weiche Kern der Bandscheibe bei Belastung immer wieder gegen den harten, faserigen Ring um sie herum, kann das Innere der Bandscheibe nach außen rutschen.

Bleibt der Faserring dabei geschlossen, sprechen Ärzte von einer Bandscheibenvorwölbung. Durchbricht die gallertartige Masse den Faserring, nennen sie das Bandscheibenvorfall. Manchmal löst sich sogar das nach hinten verschobene Gewebe vom Rest der Bandscheibe und rutscht in den Rückenmarkskanal. Schmerzhaft werden diese Vorgänge für Sie, wenn Teile der Bandscheibe auf einen Nerven drücken.

Theoretisch kann jede Bandscheibe herausrutschen; tatsächlich jedoch verteilt sich das Risiko sehr ungleich. Am häufigsten versagt die Bandscheibe der Lendenwirbelsäule im unteren Rücken. Zwischen den Halswirbeln rutscht die Bandscheibe nicht so häufig hervor. Und nur sehr selten sind die Brustwirbel betroffen.

Manchmal werden die Knochen zu dick

Weh tun auch andere Abnutzungen. Wenn die Bandscheibe immer dünner wird, rücken die Knochen zusammen. Die ganze Bewegungseinheit aus Wirbeln, Bandscheibe, Fasern und Sehnen gerät aus dem Gleichgewicht.

Um die Stabilität wieder herzustellen, bauen die Knochen mehr Knochensubstanz auf, auch an den Rändern der Wirbel. Sie haben dann eine so genannte Osteochondrose. Dieser knöcherne Schutz geht zu Lasten der Beweglichkeit: Drehen Sie sich zu weit oder bücken Sie sich zu tief, kann ein greller Schmerz Sie treffen.

Ein Verschleiß der Wirbelsäule ist im Grunde eine ganz normale Erscheinungsform des Alters. Doch es gibt viele Möglichkeiten, diesen Prozess zu beschleunigen: vor allem durch eine falsche Haltung oder durch schwere körperliche Arbeit. Unsere Gene haben jedoch den weitaus größten Einfluss darauf, wie schnell sich die Wirbelsäule abnutzt - und wie sehr wir gefährdet sind, einen Bandscheibenvorfall zu bekommen.

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