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Die stechende Pein ist kaum auszuhalten

Expertenrat

Professor Stefan Evers vom Universitätsklinikum Münster antwortet.

Was können Betroffene tun, um die Anfälle zu vermeiden?

Menschen mit Cluster-Kopfschmerz können leider oft selbst nicht viel tun, um den Attacken zu entgehen. Die Krankheit hat körperliche Ursachen. Wer daran leidet, muss akzeptieren, auf Medikamente angewiesen zu sein. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Betroffenen medikamentös gut eingestellt sind, dass sie wirksame Mittel in der richtigen Dosis erhalten. Zudem sollten sie sich selbst gut über das Leiden informieren. Der Rat von anderen Betroffenen kann helfen, mit der Situation besser zurechtzukommen. Viele Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen sind daher in Selbsthilfegruppen organisiert.

Warum tritt der Kopfschmerz verstärkt im Frühjahr und Herbst auf?

Bislang ist völlig unbekannt, weshalb der Kopfschmerz einerseits clusterartig in Perioden auftritt, anderseits nur zu bestimmten Jahreszeiten peinigt. Für dieses Phänomen haben Mediziner bislang nur eine Erklärung: Der Hypothalamus, ein Bereich im Zwischenhirn, ist bei Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen an einigen Stellen krankhaft vergrößert. Ausgerechnet dieser Teil des Gehirns stellt jedoch genau die Hormone her, die unseren Biorhythmus steuern, beispielsweise die Anpassung an Tag und Nacht oder an den Verlauf von Jahreszeiten.

Welche Therapien helfen nicht?

Keine Behandlung ohne Medikamente - so die Regel. Gegen Cluster-Attacken helfen keine der üblichen Verfahren, die bei anderen Kopfschmerzformen empfehlenswert sind. So ist es nicht sinnvoll, die Schübe durch Akupunktur, Entspannungstechniken, Biofeedback oder eine Verhaltenstherapie kurieren zu wollen. Denn der Kopfschmerz hat rein körperliche Ursachen.

Ebenso wenig bringt ein Griff zu normalen Schmerzmitteln. Selbst stärkste Präparate wie Morphium oder Opiate kommen gegen Cluster-Kopfschmerz nicht an. Sie blockieren andere Schmerzrezeptoren im Körper, nicht aber die im Hirnstamm und in den Blutgefäßen des Sinus cavernosus, des dichten Venengeflechts hinter dem Augapfel.

Erstaunlicherweise richten auch die meisten Medikamente aus der Substanzgruppe der sogenannten Triptane nichts aus - mit zwei Ausnahmen: Sumatriptan, wenn es gespritzt oder als Nasenspray genommen wird und Zolmitriptan als Nasenspray. Die erfolgreichen Migränemittel entfalten ihre Wirkung nämlich meist erst dann, wenn die Cluster-Attacke schon fast vorbei ist.

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