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Mit Maß statt in Massen

Triptane

Zum Beispiel: Imigran (Sumatriptan), Zolmitriptan (AscoTop), Naramig (Naramig), Rizatriptan (Maxalt). Neue Triptane: Almotriptan (Almogran), Eletriptan (Relpax), Frovatriptan (Allegro), Naratriptan (Formigran)

Wie wirken sie?

Triptane wirken an den Stellen im Körper, an denen der Migräneschmerz entsteht, also an den entzündeten Blutgefäßen des Gehirns. Sie führen dazu, dass der Körper weniger entzündungsfördernde Substanzen freisetzt und blockiert die Übertragung der Schmerzempfindung ins Gehirn.

Triptane haben folgende Vorteile:

  • Sie wirken schon nach kurzer Zeit: als Tablette meist nach einer halben Stunde, als Nasenspray oder unter die Haut gespritzt auch schon nach 10-15 Minuten.
  • Sie können zu jedem Zeitpunkt der Migräne gegeben werden, ohne dass sie an Wirkung verlieren. Am besten wirken Triptane aber, wenn sie möglichst zu Beginn der Migräne-Attacke genommen werden.
  • Triptane werden sehr schnell im Körper abgebaut, deswegen ist die Gefahr einer Überdosierung nicht so groß wie bei anderen Medikamenten.
  • Seit einigen Jahren sind neue Triptane im Handel. Sie werden besser aufgenommen als die alten und wirken bei manchen Menschen stärker und schneller. Teilweise sind sie aber nicht so gut verträglich wie die alten Präparate.

Wirksamkeit der Triptane

Triptane gelten heute als Mittel der ersten Wahl, um mittelschwere bis schwere Migräneattacken zu behandeln. Das gilt vor allem dann, wenn die Kombination aus Schmerzmitteln, Medikamenten gegen Übelkeit und Umstellung des Alltags alleine nicht ausreicht. Zusätzlich zum Triptan ist dann kein Schmerzmittel mehr nötig.

Mediziner empfehlen Triptane auch, wenn die Migräne mit starken neurologischen Symptomen, den sogenannten Auren, begleitet ist. Das können zum Beispiel Sehstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen oder Sprechstörungen sein.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen über 65 Jahre sollten sicherheitshalber keine Triptane nehmen. In Ausnahmefällen ist Sumatriptan als Nasenspray für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

Triptane wirken nicht bei Spannungskopfschmerzen. Sumatriptan hilft auch bei einer speziellen Form von Kopfschmerzen: den sogenannten Cluster-Kopfschmerzen. Dafür sind sie das einzig wirksame Mittel.

Was muss ich beachten?

Da der Körper Triptane sehr schnell wieder abbaut, ist manchmal eine zweite Dosis nötig, bevor der Migräneanfall vorbei ist (beim sogenannten Wiederkehr-Kopfschmerz). Allerdings sollten Betroffene unbedingt die erforderlichen Zeitabstände und die Tageshöchstdosis einhalten.

Triptane dürfen nicht zu früh zum Einsatz kommen. Bei Migräne mit Aura treten typischerweise Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen oder Kribbeln und Taubheitsgefühlen an Armen und Beinen auf - und zwar vor der Schmerzattacke. Sie sollten Triptane also erst einnehmen, wenn die Kopfschmerzen einsetzen. Auch Triptane können wie alle anderen Kopfschmerzmedikamente zu Dauerkopfschmerzen und zu Abhängigkeit führen. Die Ausprägung ist aber milder als bei den alten Migränemitteln, auch ist der Entzug leichter durchzuhalten.

Ungeeignet sind Triptane für Menschen, die unter Erkrankungen der Gefäße leiden sowie bei Bluthochdruck, bei Verkalkungen der Herzkranzgefäße, bei Durchblutungsstörungen oder nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Sie dürfen Triptane nicht gleichzeitig mit Ergotaminpräparaten einnehmen, da sich die schädliche Wirkung auf die Hirngefäße verstärkt. Bei bestimmten Antidepressiva (sogenannten MAO-Hemmern) in höherer Menge können einige Triptane gefährliche Nebenwirkungen haben, deshalb dürfen die Mittel nicht zusammen zum Einsatz kommen.

Nebenwirkungen der Triptane

Bei den folgenden Nebenwirkungen sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden:

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Blutdruckerhöhung,
  • Hörstörungen wie Pfeifen und schlechtes Hören,
  • Nervosität, Schlafstörungen, Angst oder Depressionen,
  • Benommenheit, Schwindel oder Gefühlsstörungen.

Gehen Sie sofort zum Arzt bei folgenden Beschwerden:

  • starker Hautauschlag und Juckreiz mit Atemnot und Schwindel (eventuelle Zeichen für eine allergische Reaktion),
  • Herzschmerzen, Engegefühl in der Brust,
  • Sprachstörungen, Sehstörungen, Taubheit oder Lähmungen.
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