. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. Juni 2011, 19:22 Uhr

Drei Sprossenarten im Visier der Fahnder

Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn – die Suche nach der Quelle der Ehec-Epidemie scheint sich auf diese drei Sprossenarten einzugrenzen. Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf 36.

Ehec, Darmkeim, Biohof, Bienenbüttel

Eine Packung Sprossen aus dem Betrieb in Bienenbüttel. Auch selbst gezogene Keimlinge stehen unter Verdacht© Ingo Wagner/DPA

Bei der Suche nach der Ehec-Infektionsquelle gibt es offenbar weitere Fortschritte: Die Behörden haben jetzt drei Sprossenarten eingegrenzt, wie Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) sagte. Demnach haben fünf erkrankte oder positiv getestete Mitarbeiterinnen des Betriebes im niedersächsischen Bienenbüttel bevorzugt Sprossen von Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn gegessen.

Insgesamt seien neun Mitarbeiterinnen gezielt nach ihrem Sprossenverzehr befragt worden. Vier gesunde Beschäftigte hätten vor allem die Sorten Alfalfa und Würzige Mischung gegessen. Dies könne ein Hinweis auf bestimmte Sprossenarten und damit auf den Ursprung der Infektion durch das Saatgut sein, sagte Özkan. Damit bestätigten sich die bisherigen Warnungen vor Sprossen.

Warnung vor selbst gezogenen Sprossen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte zur Vorsicht auch bei selbst gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen geraten. "Aus Vorsorgegründen empfiehlt das BfR, derzeit auf den Verzehr zu verzichten", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. Bei einem Fall in Niedersachsen seien selbst gezogene Sprossen möglicherweise die Ursache für die Ehec-Erkrankung einer Familie gewesen. Der Erreger konnte bislang aber noch nicht in den Samen nachgewiesen werden.

Unterdessen hat die Zahl der Ehec-Neuerkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) abgenommen. Seit einigen Tagen werden "auf deutlich niedrigerem Niveau" Fälle übermittelt, teilte die Behörde mit. Bis zum Pfingstsonntag registrierte das Institut demnach insgesamt 3228 Erkrankungen. Insgesamt litten 781 Menschen unter der besonders schweren Verlaufsform HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom. Bislang sind 36 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Darmkeim gestorben. Ob der Rückgang auf ein verändertes Essverhalten der Bevölkerung oder auf ein Versiegen der Infektionsquelle zurückzuführen ist, kann der Behörde zufolge noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden.

"Wichtiger Teil der Indizienkette"

Am Wochenende war bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Sprossenerzeugers in Bienenbüttel der aggressive Darmkeim nachgewiesen worden. Beide hätten aber bisher keine Symptome, teilten die Behörden mit. "Damit können wir einen weiteren wichtigen Teil einer Indizienkette vorlegen", sagte Özkan. Bereits im Mai waren drei Mitarbeiterinnen des Betriebes mit Ehec-Symptomen erkrankt.

Bisher ist nicht geklärt, ob Mitarbeiter den Keim eingeschleppt haben oder er durch Saatgut oder andere Quellen in den Betrieb in Bienenbüttel gelangt ist. Auch die Infektionswege der Mitarbeiter sind unklar. Die Aufklärung sei aber wichtig, um Vorsorgesysteme zu entwickeln, damit solche Ereignisse künftig verhindert werden können, erklärte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) in Hannover.

be/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Ehec-Epidemie Bauern fordern Entschädigung in Millionenhöhe

Warnungen vor Gurken, Tomaten und Salat - Gemüsebauern hat die Ehec-Epidemie mit voller Härte im Geldbeutel getroffen. Nun fordern die Landwirte Schadenersatz in Millionenhöhe. Derweil warnt die Weltgesundheitsorganisation vor weiteren Infektionswellen. mehr...

Ehec-Epidemie Für Entwarnung ist es noch zu früh

Der Ehec-Übeltäter ist gefunden, die Nation darf aufatmen. Doch das Unbehagen bleibt. Warum die Ehec-Krise noch nicht ausgestanden ist. mehr...

Darmkeim-Epidemie Lauterbach warnt: Ehec weltweit auf dem Vormarsch

Viele Ehec-Patienten werden ihr Leben lang unter den Folgen der Erkrankung leiden. Das befürchtet der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er erwartet weitere Infektionswellen in der Zukunft. Der Ehec-Erreger sei auf dem Vormarsch - auf der ganzen Welt. mehr...

Darmkeim-Epidemie Behörde findet Ehec auf Biohof-Sprossen

Auf den verdächtigen Sprossen eines Biohofes in Niedersachsen befand sich tatsächlich der besonders aggressive Ehec-Erreger. Zwei weitere Mitarbeiterinnen tragen den Darmkeim in sich. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe