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23. September 2008, 11:24 Uhr

Azubi verursacht beinahe Katastrophe

Betrunkene und unachtsame Piloten, überforderte Azubis: Was sich bei manchen Fluggesellschaften über und unter den Wolken abspielt, möchte man als Passagier lieber nicht wissen. In den USA hätte ein Azubi beinahe eine Katastrophe verursacht, weil er irrtümlicherweise eine Startgenehmigung erteilte. Und in der Türkei durfte ein Knirps an den Steuerknüppel.

Eine Maschine von United Airlines wäre fast mit einer Cessna kollidiert© Picture-Alliance

Die Serie der Merkwürdigkeiten und Auffälligkeiten bei Fluggesellschaften reißt nicht ab: So ist im US-Bundesstaat Pennsylvania eine Linienmaschine von United Airlines nur knapp einer Katastrophe entgangen. Während des Startmanövers sahen die Piloten des United-Flugs ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna auf der gleichen Landebahn; bei einer Geschwindigkeit von rund 225 Stundenkilometern bremsten sie abrupt und konnten dem viersitzigen Kleinflugzeug gerade noch ausweichen, wie der Lehigh-Valley-Flughafen bei Allentown und die Luftfahrtbehörde mitteilten.

Die United-Maschine verfehlte die Cessna bei dem Zwischenfall dank des Ausweichmanövers um drei Meter. Keiner der 60 Passagiere wurde verletzt. Die Cessna war kurz zuvor gelandet und hatte offenbar die ihr zugewiesene Ausfahrt der Landebahn verpasst. Die Vereinigung der Fluglotsen (NATCA) erklärte, ein Auszubildender habe dem United-Express-Flug daraufhin irrtümlicherweise die Startgenehmigung erteilt. Allentown liegt rund 80 Kilometer nördlich von Philadelphia. Flug 7138 sollte nach Chicago gehen. Nach dem Startabbruch wurde der Flug verschoben.

Bei einem anderen Fall, der sich in der Türkei abspielte, ist nicht klar, wie groß die Gefährung für die Passagiere wirklich war. Denn: Ein Pilot der türkischen Fluggesellschaft Anadolujet ist entlassen worden, weil er einen 15-jährigen Passagier über den Wolken an den Steuerknüppel gelassen hat. Türkische Zeitungen veröffentlichten ein Bild, das den Jungen auf einem Flug von Ankara nach Erzurum in fast 10.000 Metern Höhe stolz im Pilotensitz zeigt. Der Skandal sei bekannt geworden, weil er das Bild ins Internet gestellt habe.

Die türkische Internetseite "Airporthaber" ("Airport-Nachrichten") berichtete, der Junge sei verrückt nach Flugzeugen und habe bereits im Simulator geübt. Er habe den Piloten der Boeing 737-400 einen Katalog mit Fragen übergeben und sei dann ins Cockpit eingeladen worden. Im Pilotensitz habe er gesessen, während der Flugkapitän auf der Toilette war. Der Co-Pilot habe die Maschine zu diesem Zeitpunkt gesteuert. Anadolujet ist eine Billigfluglinie der Turkish Airlines.

Auch in Spanien sind zwei Piloten aufgefallen: Die Angestellten der Fluggesellschaft Air Europa haben sich wenige Stunden vor einem Linienflug in offensichtlich angetrunkenem Zustand eine Schlägerei geliefert. Wie die Zeitung "Faro de Vigo" berichtete, wurden die beiden Männer - ein Pilot und sein Ko-Pilot - von der Polizei im Zentrum der nordwestspanischen Hafenstadt Vigo aufgegriffen.

Dort hatten sie vor ihrem Hotel aufeinander eingeschlagen. Fünf Stunden später sollten sie eine Linienmaschine von Vigo nach Madrid fliegen. Air Europa suspendierte die Piloten bis auf weiteres vom Dienst. Das Unternehmen schickte eine neue Cockpit-Besatzung nach Vigo, die das Flugzeug mit mehrstündiger Verspätung nach Madrid brachte. Der Anlass der Prügelei zwischen den Piloten war zunächst nicht bekannt.

DPA/AP/web
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Info9 (23.09.2008, 19:02 Uhr)
als kleiner Junge...
...war es auch mein Highlight eines jeden Fluges mit meinen Eltern, die Stewardess zu fragen, ob es möglich wäre mal nach vorne zum Piloten zu gehen. Das wurde auch immer gestattet und es war toll. Würde das heute einer in der schäublisierten Welt fragen, ist man doch gleich ein potenzieller Attentäter. Arme Welt.
Der Pilot gehört nicht gefeuert, sondern belobigt. Das Kind hat doch ne traumhafte Erfahrung gemacht, und zum Absturz bringt er das Flugzeug bestimmt nicht.
edwin (23.09.2008, 16:06 Uhr)
mangelndes Verantwortungsbewusstsein
findet man doch in allen Berufsgruppen. Ein panikmachender Redakteur mit niveaulosen Artikeln gefährdet so z.Bsp. noch mehr Menschen.
Ice_Flame (23.09.2008, 15:57 Uhr)
hilfe!
er hatten den Steuerknüppel in der Hand!!
Als ich früher so mit 6-12 Jahren immer alleine geflogen bin, durfte ich auch jedes mal ins Cockpit und man stelle sich vor, ich durfte auch auf dem Pilotensessel Platznehmen und ich durfte sogar selber Kurven fliegen. Oh ja! Ich hab nach links das Steuerrad bewegt und 5 Sekunden später flogen wir auch in diese Richtung. Und dann das gleiche wieder in die andere Richtung. :) Unglaublich! Was da alles hätte passieren können.
Immer diese Panikmache.
Das mit der Starterlaubnis darf natürlich nicht passieren, war aber ein menschlicher Fehler. Sowas passiert immer! Kann man halt nicht abstellen.
deinemama (23.09.2008, 15:28 Uhr)
Anschlussflug
...an bluemancoal:
Dieser Artikel ist vollkommen überflüssige Sensationsheischerei. Mein Mitgefühl geht an den geschassten Piloten.
Liebe Stern-Redaktion: wie wäre es, wenn Sie sich mal wieder vom BLÖD-Niveau wegbewegen? Auch Ihr Onlinemagazien besteht mehr und mehr nur noch aus Hass, Angst, Titten und dem Wetterbericht...
sportartmakler (23.09.2008, 15:07 Uhr)
ich flieg nur noch mit stern.de
diese ganzen horrormeldungen sind ja beängstigend....
mal im ernst, was soll in 10000m höhe passieren wenn ein knirps den steuerknüppel hält, der wahrscheinlich sowieso "abgeschaltet" ist? und der azubi? menschen machen nunmal fehler, auch in berufen wo solche tödliche folgen haben können.
@maria: "Das Verantwortungsniveau im Beruf ist halt heute bei vielen Mitarbeitern inzwischen nur mehr unterirdisch!" respekt! bin immer wieder erstaunt wie sie von einzelnen auf die breite maße schließen können. und wenn sie fünfzig leute aus ihrem umfeld kennen, die nur halbherzig ihrer arbeit nachgehen, läßt dies ihre verallgemeinerungen nicht zu. aber gruppenbashing und ist ja ihr ding und sie stehen ja sowieso darüber. alle generationen nach ihnen sind schlecht, so was in der art schwillt doch in ihnen. verbitterte ... frau
bluemancoal (23.09.2008, 14:49 Uhr)
Panikmache
Liebe Stern-Redaktion, bitte in Zukunft etwas sinnvollere Berichte als immer nur diese unqualifizierte Panikmache al a Bloed zu betreiben. Man bekommt so langsam den Eindruck, dass Ihr Euch auf ein Niveau hinbewegt welches untererster Stassenbelag ist. Wir wissen alle was Fliegen heisst und wie gefaehrlich das Leben sein kann, wenn man diverse Verkehrsmittel benutzt. Aber dann immer wieder in die selbe Kerbe hauen und Paranioa verbreiten. Ihr helft keinem damit. Tststs! Wir wissen alle mit Paranioa kann man viel Bloed-es Geld verdienen, aber Ihr solltet Euch immer vor Augen halten, dem ganzen einen gewissen Sinn zu geben. Wie waere es mal mit einem sogenannten Bildungsauftrag? Ich muss schon sagen euer Beitrag dient zu nichts. Jeder Leser mit Hirn wird Euch den Ruecken irgandwann zu wenden. Wenn ich mir ueberlege Ihr druckt so einen Bericht dann auch noch auf Papier, dann ist das das Papier nicht den Cent wert. Also reisst Euch mal zusammen und bringt guten Journalismus, mit dem man und frau wieder etwas anfangen kann. Kurzgeschichten machen auf die Dauer Bloed. Ihr habt schon mehr gekonnt.
Habe die Ehre, Blumenkohl
Kalox (23.09.2008, 14:17 Uhr)
der copilot flog die maschine?
es ist eher unwahrscheinlich, dass der co-pilot (korrekterweise erster offizier bzw. first officer) das flugzeug flog, viel eher wird der autopilot, respektive das FMS "in command" gewesen sein. in 10.000 metern höhe ist manuelle steuerung eher nicht die regel, praktisch direkt nach dem start und im landeanflug sind die piloten i.d.R. wieder aktiv steuernd...
flexi (23.09.2008, 14:00 Uhr)
differenzieren
Mag bitte mal jemand genau gucken, was gefährlich ist und was nicht?
- gefährlich: betrunken sein oder falsche Starterlaubnis erteilen.
- völlig ungefährlich: einen Jungen auf dem Pilotenitz platznehmen und den Knüppel in der Hand halten lassen, während das Flugzeug vom Copiloten gesteuert wird.
Maria1000 (23.09.2008, 12:54 Uhr)
Das Verantwortungsniveau im Beruf ist halt heute
bei vielen Mitarbeitern inzwischen nur mehr unterirdisch! Schlimm nur, dass bei solchen Berufen wie Verkehrspiloten dann Menschen gefährdet sind! Während bei anderen Jobs wie Fertigungsanlagen halt nur Sachschaden in Millionenhöhe im Zweifel entsteht, wenn die Firma nicht auf die charakterliche QUALITÄT ihrer Mitarbeiter achtet!
Rainhelt (23.09.2008, 12:20 Uhr)
Als...
die Welt noch nicht so Terror-bekloppt war, bin ich als Kind bei jedem (!) Flug ins Cockpit gegangen. Einmal sogar bei der Landung auf dem Jump-Seat. Jedesmal durft ich auf dem Capitainssitz oder dem Copiloten-Sitz platz nehmen. Fragen stellen und ab einem Alter von 15, als ich eine PPL-C Ausbildung anfing auch ein wenig fachsimeln... 10.000 Meter? Da wären ja Minuten Zeit, bevor man unten ankommt. Was soll diese Panikmache!?! Wo ist das Problem?
Und offensichtlich hat der Autor dieses "Artikels" noch das heldenhafte Bild des Piloten im Kopf. Piloten sind aber nur moderne Busfahrer. Natürlich gibt es auch da Alkoholiker, Drogensüchtige, Schläger, Bekloppte,...
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