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10. April 2007, 12:08 Uhr

Der Contergan-Skandal

Der Name Contergan steht für den größten Medizinskandal der Nachkriegsgeschichte.

Von 1957 an war das als hoch wirksam gepriesene Schlafmittel werdenden Müttern rezeptfrei verkauft worden. Tatsächlich aber führte der Wirkstoff Thalidomid bei weltweit tausenden Neugeborenen zu Missbildungen der inneren Organe und der Extremitäten. Eines der bekanntesten Opfer ist der weltberühmte Sänger Thomas Quasthoff. Im November 1961 zog der Hersteller Grünenthal das Medikament zurück. Als Folge des Skandals hat die Bundesrepublik eines der strengsten Arzneimittelgesetze der Welt.

Contergan wurde ab 1957 verkauft; die 30er-Packung kostete 3,90 Mark (1,99 Euro). Bereits Anfang 1960 fiel Ärzten auf, dass immer häufiger Kinder mit missgebildeten inneren Organen und Gliedmaßen geboren wurden. Die betroffenen Eltern wurden befragt, Tests wurden unternommen, und langsam kristallisierte sich ein Zusammenhang zwischen der Contergan-Einnahme und der Behinderung der Kinder heraus. Gegen Grünenthal wurde Ende 1961 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Als im April 1967 Anklage gegen mehrere Verantwortliche des Unternehmens erhoben wurde, waren die geschädigten Kinder bereits zwischen fünf und neun Jahren alt. Der Prozess zählt zu einem der längsten Verfahren Europas. Die Anklageschrift umfasste knapp 1.000 Seiten. Im Dezember 1970 endete der Prozess mit einem Vergleich. Grünenthal verpflichtete sich, gut 100 Millionen Mark (51 Millionen Euro) zur Entschädigung der Contergan-Opfer bereitzustellen.

 
 
 
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