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12. Oktober 2009, 11:39 Uhr

Eltern von Opfer halfen bei Hinrichtung

Die Geschichte liest sich abscheulich: Im Iran haben Eltern offenbar bei der Hinrichtung des jugendlichen Mörders ihres Sohnes geholfen. Das Urteil konnte nur vollstreckt werden, weil die Angehörigen des Täters sich weigerten, ihn mit dem so genannten Blutgeld vor dem Tod zu retten.

Iran, Todesstrafe,  Amnesty International, Hinrichtung

Iranische Flagge: In dem Land gibt es weltweit die zweitmeisten Hinrichtungen - ein neuer Fall ist besonders entsetzlich© Tobias Schwarz/Reuters

Im Iran haben die Eltern eines getöteten Jugendlichen bei der Hinrichtung des Täters geholfen. Sowohl der Vater als auch die Mutter seien bei der Umsetzung der Strafe beteiligt gewesen, berichtete die halbstaatliche Agentur Isna. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hatte der Verurteilte Behnud Schodschaie als 17-Jähriger einen anderen Jungen mit einer Glasscherbe erstochen, nachdem dieser ihn mit einem Messer bedroht hatte. Die EU hatte sich erst vor einem Monat für die Verschonung Schodschaies eingesetzt.

Nach dem islamischen Recht in dem Land kann einem Todeskandidaten das Leben geschenkt werden, wenn seine Angehörigen eine Entschädigung zahlen - das sogenannte Blutgeld. Alle Versuche seien jedoch gescheitert, die Familie von Schodschaie von diesem Gnadenakt zu überzeugen, zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars einen hochrangigen Justizvertreter.

AI zufolge wurden im Iran 2008 mindestens 346 Menschen hingerichtet. Nur in China wurden demnach mehr Menschen hingerichtet.

Reuters
 
 
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