Asylantrag Warnungen für Tochter von Ahmadinedschad-Berater

Die Tochter des Medienberaters des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Nargef Kalhor, hat ihren Asylantrag in Deutschland kurzfristig aufgrund von Warnungen aus Teheran gestellt. «Ich hatte durchaus vor zurückzureisen», sagte Kalhor der «Financial Times Deutschland».

Die Tochter des Medienberaters des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Nargef Kalhor, hat ihren Asylantrag in Deutschland kurzfristig aufgrund von Warnungen aus Teheran gestellt. «Ich hatte durchaus vor zurückzureisen», sagte Kalhor der «Financial Times Deutschland». Kurz vor dem geplanten Rückflug am Dienstag habe sie die Entscheidung getroffen, Asyl zu beantragen. Ein Anruf aus der Heimat habe sie gewarnt, wenn sie zurückkäme, werde sie wahrscheinlich am Flughafen verhaftet. «Noch am Nachmittag habe ich in Deutschland Asyl beantragt.»

Die 25-jährige iranische Filmemacherin hatte mit ihrem Beitrag «Die Egge» am Filmfestival der Menschenrechte in Nürnberg teilgenommen. Die ersten Tage habe es keine Probleme gegeben, sagte Kalhor. Dann habe das Regime in Teheran über Berichte im Internet von ihrem kritischen Film erfahren.

Ihr Vater Mehdi Kalhor gilt nach Informationen aus Teheran als engster Vertrauter des Präsidenten; der frühere Dokumentarfilmer berät Ahmadinedschad seit August 2005 in Kulturfragen. Kalhor hatte am Dienstag der iranischen Nachrichtenagentur Mehr den Asylantrag der Tochter bestätigt. Er wisse nicht, warum sie ihn gestellt habe. Er habe sie nach der Scheidung von seiner Frau seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Seine Tochter sei von den «Feinden des Landes» für Propagandazwecke ausgenutzt worden, sagte Kalhor.

DPA DPA

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