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Präsident Ruhani versichert: Iran will keine Atombombe

Irans neuer Präsident Hassan Ruhani hat versichert, dass sein Land niemals Atomwaffen bauen werde. Die Amerikaner wollen ihm eine Chance auf Diplomatie gewähren.

Irans neuer Präsident Hassan Ruhani hat westliche Bedenken zurückgewiesen, sein Land könne heimlich Atomwaffen entwickeln. Der Iran strebe unter keinen Umständen weder Massenvernichtungs- noch Atomwaffen an und werde das auch niemals anstreben, sagte der Nachfolger von Mahmud Ahmadinedschad dem US-Sender NBC am Mittwoch. Auch sei er vollständig befugt, ein Nuklear-Abkommen mit dem Westen auszuhandeln. In wichtigen außenpolitischen Fragen wie dem Atomprogramm gibt eigentlich der politische und geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, die Richtung vor.

Ruhani äußerte sich in dem in Teheran geführten Interview auch zu dem Briefwechsel, den es jüngst zwischen ihm und US-Präsident Barack Obama gab. Der Tonfall sei "positiv und konstruktiv" gewesen. "Das könnten subtile und kleine Schritte für eine sehr wichtige Zukunft sein." Der Briefwechsel sei von Obama ausgegangen, der ihm zum Wahlsieg gratuliert habe. Dem Weißen Haus zufolge hat Obama Ruhani versichert, die USA seien bereit, den Atomstreit in einer Art beizulegen, dass der Iran beweisen könne, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene. .

Treffen auf dem Flur

Die US-Regierung zeigte sich zurückhaltend zu Ruhanis Äußerungen auf NBC und erklärte, den Worten müssten Taten folgen. Man hoffe, dass der neue iranische Präsident zu einer diplomatischen Lösung in dem Atomstreit beitrage.

Ruhani wird in den kommenden Tagen nach New York zu den Vereinten Nationen reisen. NBC zufolge schloss er nicht aus, Obama dort zu treffen. Das Weiße Haus hatte erklärt, Obama plane ein solches Treffen nicht. Gleichwohl sind in den Fluren des UN-Gebäudes immer auch Treffen möglich, bei denen keine Kameras dabei sind.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Kernwaffen zu arbeiten. Die Islamische Republik weist dies zurück. Der Konflikt hält seit Jahren an. Viele Länder haben Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verhängt.

ivi/AFP/Reuters / Reuters