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11. Dezember 2007, 09:57 Uhr

Ehepaar wegen Betrugs im Knast

Nach dem "Kanu-Mann" wird nun auch dessen Ehefrau offiziell beschuldigt, sich Geld aus der Lebensversicherung erschlichen zu haben. Das Paar, das getrennt in Haft sitzt, hofft nun, sich wenigstens an seinem Hochzeitstag sehen zu dürfen - in zehn Tagen.

Der Polizeichef von Middlesbrough, Tony Hutchinson, hält ein Foto von John Darvin hoch© Nigel Roddis/Reuters

Die Frau des als "Kanu-Mann" zu Berühmtheit gelangten Briten John Darwin ist nun offiziell wegen Betrugs beschuldigt worden. Anne Darwin soll sich nach Angaben der Polizei sowohl 25.000 Pfund (35.000 Euro) aus einer Lebensversicherung, als auch 137.000 Pfund aus einer weiteren Versicherung erschlichen haben. Die 55-Jährige sollte am Dienstag vor einem Gericht im nordostenglischen Küstenort Hartlepool erscheinen. Sie war erst am Sonntagmorgen aus Panama nach England zurückgekehrt und direkt verhaftet worden. Ihr Mann musste bereits am Vortag wegen des Betrugvorwurfs wieder in Untersuchungshaft.

Ehepaar sitzt getrennt in Haft

Die Polizei hat unterdessen die Bevölkerung um Hinweise gebeten, wo sich der "Kanu-Mann" in den vergangenen Jahren aufgehalten haben könnte. Dem ehemaligen Gefängnisaufseher wird vorgeworfen, seinen Tod bei einem Kanu-Unfall 2002 vorgetäuscht zu haben, um seine Lebensversicherung kassieren zu können. Anfang des Monats tauchte er plötzlich wieder auf und machte Gedächtnisverlust geltend.

John Darwins Verteidiger, John Nixon, sagte, sein Mandant hoffe, dass er den Hochzeitstag in zehn Tagen gemeinsam mit seiner Frau feiern kann. "Er will unbedingt seine Frau sehen, er will wieder mit ihr zusammen sein", sagte Nixon. Derzeit sitzt das Ehepaar getrennt in Haft. "Er will unbedingt wissen, ob es ihr gut geht." Der 57-Jährige sei in "guter Verfassung, er hält durch".

Neues altes Foto aufgetaucht

Unterdessen veröffentlichte die Polizei ein Foto des Angeklagten, das ihn mit längerem Haar und Bart zeigt. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt ihn mit längerem Haar und Bart. Laut Polizei soll Darwin es benutzt haben, um 2003 unter falschem Namen einen Pass zu erlangen.

Vor dem Richter äußerte sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen. Er bestätigte lediglich seinen Namen und sein Geburtsdatum. Nach vier Minuten war der Haftprüfungstermin schon beendet. Polizeisprecher Tony Hutchinson zeigte sich vor Journalisten am Montag besonders empört darüber, dass das Ehepaar auch seine eigenen Söhne so schwer getäuscht habe. Es gebe keinerlei Hinweise, dass die beiden jungen Männer vom Betrug gewusst hätten. Diese haben sich öffentlich von ihren Eltern abgewendet.

DPA/AP
 
 
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