Mann erschießt 13 Menschen

9. April 2013, 11:25 Uhr

Unfassbare Bluttat in Serbien: In der Nähe von Belgrad hat ein 60-jähriger Mann 13 Menschen erschossen. Zu den Opfern gehört auch ein zweijähriges Kind.

Ein 60 Jahre alter Serbe hat am Dienstag 13 Menschen erschossen und versucht, seine Frau und sich selbst ebenfalls umzubringen. Das berichteten die Medien in Belgrad unter Berufung auf die Behörden. Der Mann habe mit seiner Waffe, die er legal besessen habe, in dem Dorf Velika Ivanca rund 50 Kilometer südlich von Belgrad sechs Männer und sechs Frauen sowie einen zweijährigen Jungen erschossen.

Zwölf Menschen seien noch an Ort und Stelle gestorben, eine weitere Person im Krankenhaus, teilte die Polizei mit. "Die Menschen kamen in fünf Häusern ums Leben, überwiegend Verwandte und Nachbarn", sagte Milorad Veljovic, Chef der Notfall-Abteilung des serbischen Innenministeriums dem Radiosender B92. Das Motiv des Täters war unklar. Es gebe fast niemanden mehr, der aussagen könne. "Fünf Häuser wurden praktisch ausgelöscht", sagte der Polizeichef. Klar sei nur, dass der Täter weder strafrechtlich noch psychiatrisch bekannt war. Bislang wisse man lediglich, dass der Mann ein Veteran aus den Balkankriegen ist. Er habe 1991 im Bürgerkrieg im Grenzgebiet zwischen Serbien und Kroatien gekämpft.

Erst den Sohn erschossen

Nach Darstellung der Nachbarn tötete der Mann um 4.30 Uhr zunächst in seinem Haus seinen 42-jährigen Sohn mit einem Schuss in den Kopf, berichtete die größte Zeitung "Blic" in ihrer Onlineausgabe. Dann habe er seine Mutter und anschließen die Ehefrau schwer verletzt. Anschließend suchte der Mann vier Häuser seiner Nachbarn auf, wo er zwölf weitere Menschen erschoss. Schließlich richtete er die Waffe, die er wahrscheinlich legal besaß, gegen sich selbst. Alle Opfer hätten zum Zeitpunkt des Angriffs geschlafen. Fast allen Opfern sei in den Kopf geschossen worden. Der Täter und dessen Frau kämpften im Belgrader Krankenhaus um ihr Leben, teilten die Ärzte mit.

Die Nachbarn zeigten sich fassungslos. Der Täter sei nie gewalttätig aufgefallen. Der Amoklauf erinnert an einen ähnlichen Amoklauf im Jahr 2007. Im Dorf Jabukovac bei Negotin in Ostserbien hatte damals ein 39-jähriger Mann mit seinem Jagdgewehr neun Menschen erschossen. Allerdings war der Täter zuvor seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung gewesen.

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