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9. April 2009, 17:59 Uhr

Gepanschter Alkohol fordert weiteren Toten

Sieben Tote in einem Monat: In der Türkei ist erneut ein Mann an einer Methanolvergiftung gestorben. Auch er hatte offenbar schwarzgebrannten Alkohol getrunken. In Deutschland haben am Donnerstag Freunde und Angehöre bei einer Trauerfeier Abschied vom jüngsten der drei deutschen Opfer genommen.

Türkei, Getränkehändler, Methanol, Kemer, Alkoholvergiftung, Klassenfahrt, Flucht

In der Türkei sind in einem Monat sieben Menschen an gepanschtem Alkohl gestorben© DPA

Zwei Wochen nach dem tödlichen Trinkgelage von drei jungen deutschen Touristen ist in der Türkei erneut ein Mann an einer Methanolvergiftung gestorben. Ein Türke habe in Izmir Wodka getrunken, der eine tödliche Dosis Methanol enthielt, berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk am Donnerstag. Er ist damit bereits das siebte Opfer von schwarzgebranntem Alkohol in einem Monat in der Türkei.

Inzwischen gab es wegen des Falls der drei toten aus Lübeck stammenden Schüler drei Festnahmen in der Türkei. Noch offen ist, ob gegen den begleitenden Lehrer ermittelt wird. Die Lübecker Staatsanwaltschaft vernimmt zurzeit die Mitschüler der drei toten Jugendlichen und wolle zunächst die Ergebnisse abwarten.

Schwere Vorwürfe gegen den Lehrer

Ein überlebender Mitschüler hatte in einem Interview schwere Vorwürfe gegen den Lehrer erhoben. Der 19-Jährige behauptete, der Lehrer habe sich kaum um die Gruppe gekümmert. Ein 21 Jahre alter Schüler, der noch im Hotel an einer Methanolvergiftung gestorben war, habe mehr als 20 Stunden unbemerkt in seinem Hotelzimmer gelegen, bevor der Lehrer nach ihm gesehen hätte, sagte der 19-Jährige.

Unterdessen hat die für die Ermittlungen zuständige türkische Staatsanwaltschaft in Kemer die Obduktionsergebnisse aus Deutschland angefordert. Die Leichenöffnung des 21-Jährigen hat als Todesursache eine Methanolvergiftung ergeben. Die endgültigen Obduktionsergebnisse für den 17-Jährigen und den 19-Jährigen stehen noch aus.

Mehr als hundert Trauernde nahmen Abschied

In einer Trauerfeier nahmen am Donnerstag Angehörige und Freunde von dem jüngsten Opfer Abschied. Zu dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Stockelsdorf bei Lübeck waren mehr als hundert Menschen erschienen, darunter auch viele Mitschüler und Lehrer des 17-Jährigen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
kkehrer (11.04.2009, 08:10 Uhr)
der tod lauert in der flasche
marco kann von glück sagen, dass er noch lebt.
dasselbe gilt für charlotte.
denn wie wir jetzt wissen, gehts noch brutaler.
knast in der türkei ist ja schon eine herausforderung.
aber vergnügen bezahlt der tourist jetzt mit seinem leben.
wie wir inzwischen wissen, gibst in der türkei überall diesen fusel. in jeder flasche kann gift sein.
ja ich finde auch es muß eine reisewarnung her.
man muß in großem stil auf dieses problem aufmerksam machen.
denn wie wir sehen, die medien lassen da einiges hinten runter fallen.
talkingkraut (09.04.2009, 22:11 Uhr)
Die Halsbandaffäre
Marco konnte glaubhaft machen, dass er Charlotte nicht mehr für minderjährig zu halten brauchte, weil diese mit einem Halsband durch das Hotel wieselte, das ihr erlaubte, an der Hotelbar Alkohol ausgeschenkt zu bekommen. Daran erkennt man, wie es um den Jugendschutz in diesen Häusern bestellt ist. Alkohol an Minderjährige und das noch in den meisten Fällen Produktfälschungen, die Methanol enthalten. Man kann nur den Kopf schütteln über diese skandalösen Zustände.
talkingkraut (09.04.2009, 21:56 Uhr)
Auswärtiges Amt hätte warnen müssen
Rafael und seine beiden Mitschüler könnten noch leben, wenn das Auswärtige Amt vor diesem Schnaps gewarnt hätte. Dass das Auswärtige Amt das in seinen Reisewarnungen für die Türkei hätte haben müssen, ergibt sich natürlich auch deshalb, weil schon 2008 18 Menschen an Hochprozentigem in der Türkei starben.
In der Türkei sind Produktfälschungen gang und gebe. Wenn eine Flasche das Etikett irgendeines bekannten Herstellers hat, heißt das noch lange nicht, dass man das trinken kann. Als vor Jahren das staatliche Monopol auf Schnaps fiel, wurden bei einem Unternehmen über eine halbe Million Ettiketten mit Sicherheitshologramm gestohlen. Es handelt sich hier also um ein spezifisch türkisches Problem. Da liegen die von ihnen befragten Personen falsch. Wenn man in Italien, Frankreich, Spanien, USA, Holland, Dänemark, Russland oder Israel, oder ... eine Flasche Schnaps bekommt von einem bekannten Hersteller, kann man doch davon ausgehen, dass man sich’ s geben kann.
Was mich wundert, ist, dass Steinmeier noch nicht mit der Bitte um Entschuldigung für seine mangelhaften Reisewarnungen an die Familien der Opfer herangetreten ist, so viel Anstand sollte er haben, das muss man einfach von einem Außenminister erwarten.
Die Personalentscheidung Steinmeier war schon immer eine riskante Geschichte, weil er ja nie ohne seinen Gerd etwas Verantwortungsvolles machte. Es dürfte also für Steinmeier etwas Ungewohntes sein, dass er die politische Verantwortung für die mangelhaften Reisewarnungen, die am tragischen Tod dieser jungen Männer mitschuld sind, zu tragen hat. Nach Müntes vorübergehendem Ausscheiden kam noch die Vizekanzlerschaft auf Steinmeier zu und schließlich die Spitzenkandidatur für seine Partei, für einen Mann, der noch nie in einer Wahl kandidierte. Was er sich da aufgeladen hat oder ihm von der an Führungspersönlichkeit armen SPD aufgeladen wurde, überfordert ihn völlig.
Blacky007 (09.04.2009, 21:22 Uhr)
Die Schuld dem Leher in die Schuhe schieben zu wollen ist erbärmlich
Seien wir doch mal ehrlich! Kein 18jähriger hört noch arauf, was der Lehrer sagt. Jetzt hinterher zu sagen, dass sich der Lehrer zu wenig um sie gekümmert hat, ist ein ganz schlechter Witz! Gerade die erst volljährig gewordenen, verbieten sich doch in der Regel, dass sich Erwachsene noch einmischen - jetz sind sie ja selbst alt genug und können selbst bestimmen. Ich möchte die Jungs mal hören, wenn der Lehrer alle 2 bsi 3 Stunden den ganzen Haufen, zwecks Kontrolle, anmaschieren lässt. Da würden die Jungs wohl ziemlich laut meckern und den Lehrer für doof erklären und zum Teil auch gar nicht erst antanzen.
-
Es war ein tragischer Unfall, den der Lehrer vermutlich nicht verhindern hätte können.
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