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22. September 2008, 08:28 Uhr

Jetzt schon 50.000 Kleinkinder erkrankt

Der Skandal um verseuchte Milchprodukte in China nimmt immer größere Ausmaße an. Nach Behördenangaben mussten weit über 50.000 Kleinkinder medizinisch versorgt werden, knapp 13.000 liegen noch in Krankenhäusern. Auch der Weltkonzern Nestlé ist betroffen: In einem seiner Produkte wurden Spuren des giftigen Melamins entdeckt.

So wie die kleine Hu Shuang leiden viele Babys, die mit Melamin verseuchte Milch bekommen haben, an Nierensteinen

In China haben die Behörden bislang mehr als 50.000 Fälle von Erkrankungen durch chemisch verseuchte Milchprodukte für Säuglinge registriert. Fast 13.000 Babys werden noch stationär in Krankenhäusern behandelt, nachdem sie mit der giftigen Chemikalie Melamin versetzte Milchprodukte zu sich genommen hatten, teilte das Gesundheitsministerium in Peking laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntagabend mit. 104 von ihnen zeigten demnach schwere Krankheitssymptome.

Außerdem seien 39.965 Kinder ambulant behandelt und als geheilt entlassen worden. Bislang sind den Angaben zufolge vier Babys an Nierensteinen gestorben, die sich durch das beigemischte Melamin gebildet hatten. Die Zahl der Erkrankungen ist damit drastisch höher als bisher dargestellt. Bis zum Sonntag hatten die chinesischen Behörden nur von 6200 Fällen berichtet. Wie es nun hieß, hätten 1579 der bislang landesweit 12.892 stationär behandelten kleinen Patienten die Kliniken inzwischen wieder als geheilt verlassen können.

Ministerpräsident Wen Jiabao erklärte, alle Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden, um zu verhindern, dass sich ein solcher Skandal wiederhole. "Die Regierung begreift den Zwischenfall als Warnung und wird die Bemühungen um die Lebensmittelsicherheit verstärken", sagte Wen Xinhua zufolge während eines Krankenhausbesuchs in Peking.

Der Skandal hatte mit der Entdeckung der giftigen Chemikalie in Baby-Milchpulver des chinesischen Herstellers Sanlu begonnen. Eine von den Behörden in der vergangenen Woche veranlasste Massenuntersuchung hatte ergeben, dass Proben von 22 Herstellern Melamin enthielten. Am Wochenende waren geringe Spuren des Stoffs in Hongkong in einem Produkt des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé nachgewiesen worden. Jedoch sei die Konzentration so gering, dass der normale Konsum der in China hergestellten "Dairy Farm Pure Milk" unbedenklich sei, teilten die Behörden in Hongkong mit.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Peking sind alle bislang untersuchten Krankheitsfälle auf Milchpulverprodukte und nicht auf flüssige Milch zurückzuführen. Die meisten Kinder, die in den Krankenhäusern behandelt werden mussten, seien mit verunreinigten Milchpulverprodukten der Firma Sanlu versorgt worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
dido07 (22.09.2008, 13:51 Uhr)
53 000 Kinder - bis jetzt

Wo bleiben die Hinrichtungen in China, wenn man sie braucht? Diese Sauerei geht seit 2006! 3 Tonnen Milch + 1 Tonne Wasser mit Melamin = 1 000 € Gewinn. Tote Babies für mehr Gewinn.
Da muss mehr passieren als ein Rücktritt.
hannes_schinder (22.09.2008, 12:55 Uhr)
Kindestötung
auch eine Möglichkeit den Klimawandel in den Griff zu kriegen! Gammelfleisch aus Bayern, vergiftete Babynahrung aus China, Pestizide, Insektizide soweit die Spritze reicht, und wenn es die Industrie nicht schafft dann fahren wir Zweitaktgemisch bis zum abwinken. Bravo! Aber vielleicht hat ja noch irgendjemand ein paar Atombömbchen zur Sicherung des Weltfriedens beizutragen, aber warum gleich bomben, die Atommüll produzierenden Kraftwerke genügen eigentlich schon. Was mich an dieser Art der Skandale besonders erschüttert ist die Verschleierung der Information, hierzulande sind es üblicherweise ca. 2 Wochen (das haben wir wahrscheinlich auch nur der relativ freien Presse zu verdanken) in China sind es Monate und in den USA kommt so etwas wahrscheinlich gar nicht mehr ans Licht. Durch frühzeitige Hinweise hätten möglicherweise viele Säuglinge gesund bleiben können.
eric111 (22.09.2008, 11:17 Uhr)
fahrrad
...wie wenn ich china ein fahrrad umfällt.
bleibt nur zu hoffen, dass weltweit operierende konzerne mehr und mehr von chinesischen produkten abstand nehmen, sollte es sich um pharmazeutische artikel oder lebensmittel handeln. es ist ja nicht der erste skandal, es gab auch schon verseuchte medizin, wobei die antwort der us-firmen folgende war: "die chargen wurden in kleinen chinesischen firmen hergestellt, da ist es fast unmöglich alles zu kontrollieren."
eigentlich ohne worte. auch geht der china-billigwahn dahin, dass eigentlich fast jedes produkt anfälliger ist. reine china-artikel sind sowieso nur zur zweimaligen benutzung gedacht und gehen dann kaputt. mal sehen, wohin der geiz und ramschwahn noch führt. jetzt wird ja schon über die sicherheitsstandards von autos diskutiert, ob die denn nicht zu hoch seien, da die china-plagiate durch die tests fallen.
spart euch nur weiter zugrunde...
elenath (22.09.2008, 11:13 Uhr)
DerDa
WAS genau soll denn die Weltpolitik machen? Soll sie sagen: Ihr pösen, pösen Milchpanscher! Tut das nicht wieder!
Das regelt sich von alleine. So leid mir das tut das jetzt zu sagen, aber China wird eben auf die harte Tour lernen müssen, dass man eben nicht alles verpanschen darf, nur um höheren Profit daraus zu schlagen.
Zu aller erst wird der Absatz der Firma einbrechen und danach: wer weiß? Kinder sind in China sozusagen "heilig" wegen der Einkindpolitik. Da wirds noch rappeln.
DerDa (22.09.2008, 10:17 Uhr)
???
Wo sind die entsetzten Forumsbeiträge?
Ich dachte zuerst , weios ich gegen Olympia schimpfe und plagiatierung, und kam zu dem Entschluß, China, möcht sich anpassen, an dem was so gänig ist in der Wirstschaft und gesellschftmäßig sich äußerlich auch anpassen wie gesagt äußerlich. Und wir sollten denen helfen.
Doch das hier mit den Kinder ist das krasseste was ich erfahren darf. NEIN so darf das nicht gehen und die Weltpolitik soll jetzt endlich mal Druck machen anstat sich wirtschaftlich zu duckmäusern.
Wei krank geht es denn noch?? Ist dies nich ein Gotteswink, das wir da auf die Bremse treten. Man man Herr schmeiß Hirn und liebe auf diese Welt..
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