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4. Mai 2008, 13:23 Uhr

Zyklon "Nargis" wütet in Myanmar

Der Zyklon "Nargis" hat in Myanmar mindestens 351 Menschen getötet. Mehr als 90.000 Menschen sind obdachlos. Außerdem wurden viele Reisfelder und -silos zerstört. Das Ausmaß der Katastrophe sind noch nicht abzuschätzen. Der Wirbelsturm könnte auch politische Auswirkungen haben.

Ein Wirbelsturm hat in Rangun schwere Verwüstungen angerichtet© DPA

Ein verheerender Zyklon hat die Küstenregion von Myanmar mit voller Wucht getroffen und mindestens 351 Menschen in den Tod gerissen. Allein auf der Insel Haing-gyi gab es 109 Todesopfer, berichtete die BBC unter Berufung auf offizielle Stellen. Die Fünf-Millionen Metropole Rangun lag im Zentrum einer Schneise der Verwüstung. Im Delta das mächtigen Irrawaddy-Flusses sollen mindestens 20.000 Häuser zerstört und 90.000 Menschen obdachlos worden sein, sagte ein Regierungsbeamter. Tausende Menschen flüchteten in Notunterkünfte. Die Militärjunta rief in fünf Regionen den Notstand aus.

Der Zyklon "Nargis" war am Samstag vom Indischen Ozean aus mit Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 200 Kilometern eingefallen. Der tropische Wirbelsturm zog Richtung Nordosten nach Thailand weiter. Dort wurden 16 Provinzen in Alarmbereitschaft versetzt. Die Behörden Thailands befürchteten Schlammlawinen und Erdrutsche.

Rangun ohne Kontakt zur Außenwelt

In Rangun brach sämtlicher Kontakt zur Außenwelt ab. Der Strom fiel aus und die Internetleitungen blieben tot. Wie erste Fernsehbilder zeigten, wurden tausende Häuser abgedeckt und Bäume umgerissen. Im Hafen sanken mehrere Schiffe oder wurden gegen die Hafenmolen geschleudert. Die Wasserversorgung brach zusammen, in den Straßen türmten sich Schuttmassen. Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es wird seit 1962 von einer Militärjunta regiert, die das einst blühende Agrarland heruntergewirtschaftet hat.

Zyklon "Nargis" habe auch die Reisfelder in der Region des Irrawaddy-Flusses sowie in der Umgebung von Rangun und den Provinzen Mon und Karen zerstört, berichtete die Exil-Regierung (NCGUB) in Bangkok. Der Irrawaddy ist mit gut 2000 Kilometern Länge der wichtigste Transportweg in Myanmar. Sein Delta ist eine der fruchtbarsten Regionen des Landes. Dort befinden sich nach diesen Angaben vor allem viele Reissilos. "Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch unbekannt, aber die bisherigen Meldungen lassen vermuten, dass die Verwüstung und die Folgen für die Menschen verheerend sind", teilte die NCGUB mit. Sie appellierte an die große Gemeinschaft von Exil-Myanmarnen und die internationale Gemeinschaft, zu helfen.

Wahltermin in Gefahr

Mehrere Junta-Generäle, die sonst in ihrer neu gebauten Hauptstadt Naypyidaw 300 Kilometer landeinwärts residieren, eilten ins Katastrophengebiet. Reis und Speiseöl wurden verteilt. Kommenden Samstag soll in Myanmar erstmals seit 18 Jahren gewählt werden. Die Menschen sollten in einem Referendum über die neue Verfassung abstimmen, mit der die Militärjunta sich ein Viertel der Sitze im Parlament sichern will. Ob sie an dem Wahltag festhält, war am Sonntag unklar.

Zyklon "Nargis" entspricht einem Hurrikan der Kategorie 4. Hurrikan "Katrina", der New Orleans zerstörte, erreichte die höchste Kategorie 5. Wirbelstürme werden im Indischen Ozean Zyklon, im Atlantik Hurrikan genannt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
ihsus (05.05.2008, 02:58 Uhr)
Demokratie
seid der Niederschlagung der Aufstände buddhistischer Mönche geht mir das Schicksal von Myanmar nicht mehr am A... vorbei. Den Menschen dort geht es unter dem derzeitigen Regime offensichtlich nicht besonders gut. Dies zu bemerken hat nichts mit Einmischung zu tun, sondern zeigt auf, dass die Einwohner des Landes dringend auf Hilfe von aussen angewiesen sind. Das dortige Regime hat es allerdings noch nicht für notwendig gehalten, die angebotene Hilfe der UN anzunehmen. Da fragt man sich doch: WARUM?
Und ... mal ganz ehrlich: was sind unsere Alltagssorgen verglichen mit den existentiellen Problemen dort? Wir jammern doch gerne auf hohem Niveau.
albundy69 (04.05.2008, 22:33 Uhr)
Politische Auswirkungen .............
.....wie kann man zu diesem Moment von "politischen Auswirkungen" spechen. Das Militär ist zugange um den Menschen zu helfen, die Menschen von Myanmar spüren, dass ihre Führung sie unterstützt und ihr hilft. Wieso muss der Westen jetzt schon wieder die "Politik" ins Spiel bringen. Myanmar ist nicht nach westlichen Massstäben zu messen, Demokratie interessiert nur umstürzlerische Aufhetzer, die "normalen" Menschen spüren einzig und allein die Hilfe, die jetzt anläuft !!!
 
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