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Der antisemitische Hintergrund von Trumps zentraler Aussage "America first"

Schon im Wahlkampf bat eine jüdische Organisation Donald Trump, den Slogan "America first" nicht zu verwenden. Die "Anti-Defamation-League" betont den antisemitschen Kontext.

"America first" war die zentrale Aussage aus Trumps Antrittsrede

"America first" war die zentrale Aussage aus Trumps Antrittsrede

Donald Trumps Botschaft ist klar. " First" ist sein Motto, das hat er in seiner Antrittsrede zur Genüge betont. "Von diesem Tag an wird eine neue Vision dieses Land regieren. Von diesem Tag an heißt es: Amerika zuerst, Amerika zuerst", sagte Trump. Damit wiederholte er seine zentrale Aussage, die er schon im Wahlkampf in den Vordergrund stellte. Damit wiederholte er allerdings ebenfalls eine Aussage, die schon im Wahlkampf für Kontroversen sorgte.

Die Anti-Defamation-League ist eine Organisation aus den Vereinigten Staaten, die gegen Diskriminierung von Juden vorgeht, auf antisemitische Tendenzen hinweist. Bereits im Wahlkampf machte die ADL darauf aufmerksam, dass der Spruch "America First" einen antisemitischen Hintergrund hat.

Der damalige Vorsitzende Jonathan Greenblatt bat Trump zudem, auf die exakte Formulierung "America first" zu verzichten. Trump ignorierte die Beschwerden, bereits im Gespräch mit der "New York Times" erwiderte Trump im vergangenen März: "Für mich ist America First ein brandneuer Ausdruck. Ich habe ihn niemals mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht."

Die ADL sieht das ganz anders, sie weist immerzu auf den historischen Kontext hin.

Was die Aussage bedeutet und warum die ADL sie für einen antisemitischen Slogan hält.

"America First", das waren die Worte der US-Anti-Kriegsbewegung im Zweiten Weltkrieg. Also derjenigen Politiker und Wirtschaftsführer, die sich gegen einen Einsatz gegen Hitlers Nazi-Deutschland stellte. Der Slogan wurde von Menschen wie Charles Lindbergh geprägt - Lindbergh beschuldigte US-amerikanische Juden, das Land in den Krieg drängen zu wollen. Lindbergh war der Auffassung, dass den nicht von Hitler und Nazi-Deutschland die größte Gefahr drohe sondern von der "jüdischen Einflussnahme auf Filme, Presse, Radio und die Regierung".

US-Historiker wie Susan Dunn vom Williams College betonen, dass Lindbergh glaubte, die Demokratie habe ausgedient, und dass der Faschismus auch die Zukunft für die USA sei. Mit anderen Worten: Lindbergh und ein Teil seiner Bewegung waren der Nazi-Ideologie nicht abgeneigt. "Die Worte 'America First' tragen ein großes Gewicht", sagt deshalb die Historikerin Lynne Olson, die ein Buch über Lindbergh verfasste.

Donald Trump scheint die Geschichte des Begriffes egal zu sein. Er will ihn offenbar selber prägen. Doch bei der jüdischen Organisation ADL bleibt der fade Beigeschmack. "Für viele Amerikaner wird der Slogan 'America First' für immer mit diesem Teil der Geschichte verbunden und davon befleckt sein", sagt Jonathan Greenblatt. Donald Trump sieht das anders. Im Interview mit der "New York Times" sagte er auch: "Ich bin nicht isolationistisch, ich bin einfach America First".


feh

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