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4. September 2010, 14:51 Uhr

Kriegsgegner bewerfen Tony Blair mit Eiern

Bei einer Signierstunde für seine Memoiren ist Tony Blair in Dublin mit Eiern und Schuhen beworfen worden. Etwa 200 Kriegsgegner protestierten vor der Buchhandlung in der irischen Hauptstadt. Als der ehemalige britische Premierminister aus seinem Auto stieg, regnete es Eier und Schuhe.

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Demonstranten in Dublin erzürnten sich über den Besuch des britischen Es-Premiers Tony Blair© Peter Muhly/AFP

Rund 200 Demonstranten haben dem früheren britischen Premierminister Tony Blair einen unfreundlichen Empfang bereitet, als dieser erstmals seine in dieser Woche veröffentlichten Memoiren in einem Buchladen vorstellen wollte. Als Blair am Samstag in einem Auto vor dem Geschäft im Zentrum der irischen Hauptstadt Dublin vorfuhr, warfen die Demonstranten britischen Medienberichten und Augenzeugen zufolge Eier, Schuhe und Plastikflaschen auf den Wagen. Blair selbst wurde nicht getroffen.

Die Friedensaktivisten und propalästinensischen Demonstranten hielten Plakate mit Parolen wie "Blair hat gelogen, Millionen sind gestorben" und "Sperrt ihn wegen Völkermords ein" hoch. Sprechchöre riefen, Blair habe "Blut an seinen Händen". Als sich einige der Protestierenden Blair nähern wollten, wurden sie von der Polizei weggedrängt. Als der Ex-Premierminister den Buchladen nach rund zwei Stunden verließ, flogen erneut Eier. Mehrere Demonstranten lieferten sich ein Handgemenge mit der Polizei, mindestens zwei Personen wurden festgenommen.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Buch mit dem Titel "A Journey" ("Mein Weg") verteidigt Blair seine Entscheidung, 2003 gemeinsam mit den USA in den Krieg gegen den Irak zu ziehen. Dublins Hauptverkehrsstraße, die O'Connell Street, wurde wegen der Signierstunde Blairs rund um den Buchladen abgesperrt. Die im strömenden Regen wartetenden Besucher der Veranstaltung wurden von der Polizei streng kontrolliert.

Blair will alle Erlöse aus dem Verkauf seiner Biografie einer Hilfsorganisation spenden, die schwerverwundete Kriegsveteranen unterstützt. Medienberichten zufolge hat er bereits vor Veröffentlichung des Buches umgerechnet 5,6 Millionen Euro erhalten. Wenige Stunden nach seiner Veröffentlichung sprang "A Journey" beim Internetbuchhändler Amazon auf Platz zwei der britischen Verkaufsliste.

mlr/AFP/DPA/APN
 
 
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